Die Kärntner Feuerwehr ist klimaaktiv

Der nachhaltige Umgang mit wertvollen Ressourcen ist in Zeiten wie diesen ein wichtiger Bestandteil bei Investitionen. Der Klimaschutz, ein wesentliches Thema unserer Zeit, kann durch Investitionen in den Gebäudebereich einfach und schnell unterstützt werden. Jedes einzelne „klimaaktiv“-Bauprojekt in Österreich, egal ob Sanierung oder Neubau, zeigt, dass Wirtschaftlichkeit, Energieeffizienz und Klimaschutz bestens zusammenpassen.

Bei der Planung und Umsetzung der Sanierung der Landesfeuerwehrschule und der Landesalarm- und Warnzentrale Kärnten wurde wesentliches Augenmerk auf die Reduktion von Energiekosten und der Selbstversorgung gesetzt. Photovoltaikanlagen auf Dach- und Wandflächen sowie die Verwendung von zeitgemäßen Bau- und Dämmstoffen sind für den Kärntner Landesfeuerwehrverband von großer Bedeutung. Sie können somit in dreierlei Hinsicht wertvolle Dienste leisten. Neben der Schonung des Geldbeutels sorgen sie für ein behagliches und ausgewogenes Raum-/Arbeitsklima in der Landesfeuerwehrschule und können gleichzeitig in die praxisbezogene Aus- und Weiterbildung eingebunden werden.

Erste „klimaaktive“ Landesfeuerwehrschule Österreichs

Klimafreundlich sanierte und errichtete Gebäude senken den Energie- und Ressourcenverbrauch signifikant und tragen wesentlich zum Klimaschutz bei.

„Die nach dem ‚klimaaktiv‘-Standard geplanten und fertiggestellten Projekte stehen beispielgebend dafür und machen deutlich, wie klimaschutz-optimiertes Bauen und Sanieren gelingen kann“, gratuliert Klimaschutzministerin Leonore Gewessler.

2017 hat sich der Kärntner Landesfeuerwehrverband dazu entschieden, einen Energiemasterplan zu entwickeln. Dieser besteht im Wesentlichen aus den Segmenten der thermischen Sanierung der Räumlichkeiten an der Landesfeuerwehrschule, einem Energiemonitoring mit Verbrauchsoptimierung im Betrieb und der ökologischen Energieproduktion. Für den Krisenfall wurde Vorsorge getroffen, dass das Gebäude autark genutzt werden kann.

Die Umsetzung des Energiemasterplans erfolgt konsequent und in Etappen. Über eine bewusste Vorbildhaltung beim Bauen und Sanieren sowie durch aktive Information werden die Lehrveranstaltungsteilnehmer zum Nachdenken und zur diesbezüglichen Selbstreflexion angeregt.

„Mit dem Energiemasterplan leisten wir nicht nur einen aktiven Beitrag zum Klimaschutz, vielmehr können die Ergebnisse und unsere Erfahrungen mit den Kärntner Feuerwehren geteilt werden. Die Vorbereitung, Unterstützung und Ausbildung unserer Feuerwehren für Einsätze als Folge des Klimawandels sind mir ein besonderes Anliegen“, so Landesfeuerwehrkommandant LBD Ing. Rudolf Robin.

„klimaaktiv“ durch Reduktion des Energieverbrauches und von CO2

Die Energieeffizienz der Gebäude und Anlagen wurde durch eine hochenergieeffiziente zertifizierte Gebäudesanierung von rund 2.300 m² gesteigert, dadurch konnte der Wärmeverbrauch um rund 30 % gesenkt werden, was eine Einsparung von 60 Tonnen CO2 pro Jahr bedeutet.

Ein gezieltes Energiemonitoring und eine Verbrauchsoptimierung führten dazu, dass der Stromverbrauch pro Jahr um ca. 100.000 kWh ohne Leistungseinbußen oder Nutzungseinschränkungen gesunken ist.

Durch die Umstellung auf eine ökologische Energieproduktion, konnte der Eigenstromverbrauch optimiert werden. Als Partner fungiert hier die Kelag Energie & Wärme, welche sich für die Umsetzung der Groß-Photovoltaikanlage verantwortlich zeichnet.

Die 146 kWp Photovoltaik am Dach und die 18 kWp Photovoltaik an der Fassade erzeugten im Jahr 2020 152.000 kWh Strom und davon wurden 113.000 kWh Strom selbst verbraucht. In Summe bedeutet dies einen Eigenverbrauch von 75 % des produzierten Stromes, sodass in Summe über das ganze Jahr gerechnet rund 30 % des Gesamtstromverbrauchs abgedeckt werden konnten.

„klimaaktiv“: Einsatzkräfte sind Fit für die Zukunft

In der Landesfeuerwehrschule wurde eine stromproduzierende Photovoltaik-Anlage als Schulungsanlage ausgeführt. Diese umfasst sämtliche Komponenten einer PV-Anlage, die in unterschiedlichen Ausbildungssituationen genutzt und ausprobiert werden können. Die Lehrveranstaltungsteilnehmer können somit „Photovoltaik“ als Einsatzthema „begreifen“. Zusätzlich besteht anhand von Modellen von Wärme- und Gebäudeabdichtungen die Möglichkeit, deren Aufbau besser zu verstehen und dadurch im Einsatzfall eine rasche und effiziente Schadensabwehr sicherstellen zu können.

„Als Partner im klimaaktiv-Netzwerk verfügen wird zeitgerecht über Informationen zu aktuellen Entwicklungen und haben Zugriff auf Fachexperten aus Wissenschaft und Wirtschaft. Dieses Know-How fließt in die Aus- und Fortbildung unserer Feuerwehrmitglieder ein. Wir wollen die optimale Einsatzvorbereitung, verstärkt auch zur Abwehr der Auswirkungen von Elementarereignissen sicherstellen“, so der Leiter der Landesfeuerwehrschule OBR Ing. Klaus Tschabuschnig.

Fotos: Daniel Raunig – APA, LFKDO Kärnten

 

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