Neujahrsempfang des LFV Steiermark

Beeindruckende Leistungsbilanz gezogen.

Am Mittwoch, dem 16. Jänner 2013, präsentierten Landeshauptmann und Feuerwehrreferent Mag. Franz VOVES sowie Landesfeuerwehrkommandant ÖBFV-Präs. LBD Albert KERN – im Beisein von Landesfeuerwehrkommandant-Stellvertreter LBDS Gerhard PÖTSCH und Hofrat Dr. Kurt KALCHER – im Medienzentrum Steiermark den anwesenden Journalisten und Redakteuren die „Einsatzstatistik 2012“ aller steirischen Feuerwehren.

Landeshauptmann Voves zeigte sich bei seinen einführenden Worten zu Beginn der Pressekonferenz „überglücklich, dass es nicht mehr der dramatischen Bilder der verschiedenen Naturkatastrophen bedarf, sondern die Bürgerinnen und Bürger auch in den einzelnen Einsätzen des täglichen Lebens inzwischen sehr klar den Stellenwert unserer 50.000 Kameradinnen und Kameraden der Feuerwehren höchst schätzen“ und war von den Leistungen der steirischen Feuerwehrkräfte in höchstem Maße beeindruckt.

Im Anschluss an die Pressekonferenz wurde zum traditionellen Neujahrsempfang in die Aula der Alten Universität Graz geladen.

Die Bilanz.

Rund 50.000 steirische Feuerwehrmitglieder können auf eine beeindruckende Leistungsbilanz zurückblicken. Insgesamt wurden von den steirischen Florianis knapp 5,5 Millionen Stunden Freizeit (+49.692 gegenüber 2011) bei 283.036 Tätigkeiten (+23.111 zu 2011) in unentgeltliche Arbeit im Interesse und zur Sicherheit der Mitmenschen umgewandelt.

Die steirischen Feuerwehrkräfte rückten dabei im Berichtsjahr 2012 zu 12.180 Brandeinsätzen (+249 zu 2011) und zu 37.493 Technischen Einsätzen (+3.609 zu 2011) aus. Dabei wurden 575.959 Einsatz-Mannstunden geleistet. Übungen und Sonstige Tätigkeiten (Verwaltung, Wartung, Finanzielles und Veranstaltungen etc.) schlagen sich mit 4.891.209 Stunden (-210.300) und 233.363 Tätigkeiten (+19.253) zu Buche.

Die von den Feuerwehrmitgliedern unentgeltlich geleisteten Stunden entsprechen einem fiktiven Gegenwert von rund 137 Millionen Euro, bei der Annahme von EUR 25,- als Stundensatz.

Ferner wurden 1.486 Menschenrettungen und 1.920 Tierrettungen erbracht. Entsprechend den – dem Landesfeuerwehrverband zur Verfügung gestellten Zahlen – haben die steirischen Feuerwehren im vergangenen Berichtsjahr rund 901 Millionen Euro an Volksvermögen retten können.

Für den Kommandanten aller steirischen Feuerwehren, ÖBFV-Präs. Landesbranddirektor Albert KERN, war diese beeindruckende Bilanz Anlass, sich bei allen Angehörigen der steirischen Feuerwehren herzlich für die großartigen Leistungen im abgelaufenen Jahr zu bedanken.

Die Aussagen.

Für den steirischen Landesfeuerwehrkommandanten Albert Kern war „das Jahr 2012 in vielerlei Hinsicht ein aufregendes Jahr.  Es war – und man muss leider sagen „wieder“ – ein Jahr geprägt von Krise, Katastrophen, aber auch Veränderung. Alles in allem wieder ein Jahr, mit zahlreichen Herausforderungen als Begleiter“. So ging Kern auch auf die Katastropheneinsätze des vergangenen Jahres ein.  „Wenn Kräfte der Natur ins Spiel kommen, gibt es Herausforderungen. Manche sind glücklicherweise eher harmlos, andere wiederum genau das Gegenteil. Eine besondere Herausforderung bildete der Katastropheneinsatz im gesamten obersteirischen Raum, besonders aber in St. Lorenzen bzw. im Paltental, wo innerhalb der ersten zehn Einsatztage rund 70.000 Mannstunden von knapp 2.500 Feuerwehrmitgliedern erbracht wurden.

Bekannt ist, dass Schadenslagen dieser Dimension, wie wir sie 2012 über die Sommermonate hinweg beispielsweise in den Bezirken Liezen, Bruck an der Mur, Leoben, Murtal und Mürzzuschlag – auch nicht zu vergessen die Schadensereignisse in den Jahren zuvor in den Bezirken Feldbach, Hartberg, Murau oder Voitsberg – erleben mussten, in der Wahrnehmung unserer Bevölkerung ein zunehmend verstärktes – und nicht zuletzt positiv verändertes – Gefahrenbewusstsein generieren.  Sie  geben, als Konsequenz, dem Zivil- und Katastrophenschutz in unserer Heimat, einen neuen Stellenwert in unserem Sicherheitsnetz.

Es zeigt sich vor allem, dass das engmaschige und flächendeckende Netz unserer Feuerwehren dabei von großem Vorteil und auch eminenter Notwendigkeit ist. Denn: Feuerwehrmitglieder helfen der leidgeprüften Bevölkerung bereits in den ersten Minuten nach verheerenden Unwettern.

Nicht wegzudiskutieren ist ferner die Tatsache, dass die Geschichte der Feuerwehren und die Kultur ihrer Hilfestellung wesentlicher Teil unserer steirischen  Identität sind. Dieses Faktum gibt Halt und Orientierung und ist jedes Jahr aufs Neue eine starke Triebkraft für unsere Zukunft. Wir brauchen diese Menschen, die Werte wie Solidarität und Verantwortung nicht nur auf den Lippen führen, sondern auch in die Tat umsetzen“.

In Richtung Katastrophenschutz und aktueller Diskussion zur Volksbefragung am 20. Jänner 2013 hielt Kern klar fest, dass er „unabhängig und unbenommen jeder persönlichen Einstellung zum Thema Beibehaltung oder Abschaffung der Wehrpflicht persönliches Unbehagen verspürt, besonders dann, wenn diskussionsbezogene Argumente von Systembefürwortern, möglicherweise als konkretes Kalkül, zum Wahrnehmungsnachteil der Feuerwehren im Bereich der Katastrophenschutz-Aufgaben gereichen“. Laut Kern „ist vor allem unser enges Netz an Feuerwehren Basis und Garant dafür, dass bei Elementarereignissen und in Katastrophenfällen schnell und effektiv Feuerwehrkräfte in ausreichendem Maße an die benötigte Stelle gebracht werden können. Prioritär ist die Feuerwehr jene Organisation, welche für den Katastropheneinsatz und Katastrophenschutz zuständig ist – und erfahrungsgemäß auch einen Großteil des Anforderungsportfolios im Katastropheneinsatz abwickelt. Hier bewähren  sich unsere Schlagkraft und das große Potenzial unserer Einsatzorganisation bestens.

Ohne jeden Zweifel ist dem hinzuzufügen, dass  der Katastrophenschutz in unserer Heimat auch ein starkes Netzwerk ist. Es arbeiten hier Feuerwehren, Rettungsorganisationen, Polizei und Bundesheer mit der Steiermärkischen Landesregierung, den zuständigen Katastrophenschutzbehörden sowie den Gemeinden eng und vertrauensvoll zusammen Grundlegend für alle Prozessbeteiligten im Katstrophenschutz ist, sich bewusst zu machen, welche Stärken und Schwächen wir in unseren Aufgaben haben, welche Synergien wo, wann, wie und warum notwendig sind.

Wer seine Möglichkeiten souverän erkennt, der ist dann auch im Handeln souverän. Für mich gilt: Gemeinsam sind wir stark!  Dieser Grundsatz erfüllt sich besonders in der Gefahrenabwehr bzw. im Katastrophenschutz großartig mit Leben. So halte ich fest:  wo auf der einen Seite professionelle Quantität von Feuerwehren  – und auf der anderen Seite professionelle Qualität von Rettungs- und Einsatzorganisationen sowie Bundesheer und Wirtschaft zusammentreffen – kommt als Ergebnis Stärke heraus! Und das mit einem hohen Maß an Effektivität und Effizienz. Darauf können wir stolz sein. Diese gemeinsame Stärke gewährt ein hohes Maß an Schutz und Sicherheit für unsere Mitbürgerinnen und Mitbürger“.

Landeshauptmann Mag. Franz Voves führte in seiner Ansprache aus, dass „die steirischen Feuerwehren ein einzigartiges und kostbares Netz an Sicherheit und Geborgenheit in der Steiermark garantieren“. So bedeute die Gemeindestrukturreform für ihn daher nicht die Zusammenlegung von Feuerwehren, denn der unschätzbare Wert der 50.000 Feuerwehrmitglieder liegt in der kostenlos zur Verfügung gestellten Manpower. Voves meinte, dass „die Freiwilligkeit dieser Leistungserbringung daher unter gar keinen Umständen durch Eingriffe von außen gefährdet werden dürfe“.

1.LH-Stellvertreter Hermann Schützenhöfer zeigte sich ebenso stolz über dir Leistungen der steirischen Feuerwehren und dankte in seiner Grußadresse „für den großen, den unbezahlbaren und unverzichtbaren Einsatz im Interesse der Menschen in unserem Land“.

Musikalisch umrahmt wurde der Festakt von einem Bläserensemble der Militärmusik Steiermark.

Text: LFV Stmk/Thomas Meier
Bilder: LFV Stmk/Franz Fink

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