Statement zur Veröffentlichung des „Grenfell Tower Inquiry Report“

Der Bericht des verheerenden Brandereignisses vom 14. Juni 2017 im Londoner Grenfell Tower, bei welchem 72 Menschen auf tragische Weise ums Leben gekommen sind, ist nach 28 Monaten am 30. Oktober 2019 veröffentlicht worden. Entscheidungen der Einsatzleitung, welche innerhalb von Minuten und Sekunden getroffen werden mussten, wurden in monatelangen Diskussionen auf die Waagschale gelegt und „systemische Fehler“ im Vorgehen und der Ausbildung bei der Feuerwehr daraus durch Sir Martin Moore-Bick festgestellt.

„Für mich als Feuerwehrmann ist es unverständlich, wie man Menschen, die ihr Leben für andere riskieren, die – wie es in London besonders stark zu spüren ist – dem Sparstift zum Trotz, täglich im Einsatz stehen, in Sekunden Entscheidungen treffen müssen, dann an den Pranger stellen kann“, zeigt sich Feuerwehrpräsident Albert Kern vom Bericht entsetzt. „Das Feuerwehrwesen steht dem Bericht mit Unverständnis gegenüber. Eine kritische Aufarbeitung eines Feuerwehreinsatzes ist sinnvoll und wünschenswert, um sich weiterentwickeln zu können.“
Das Medienecho geht allerdings nur auf die ersten Punkte des Berichtes ein, worin systemische Fehler der London Fire Brigade in den Vordergrund gerückt werden. Im weiteren Verlauf des Berichtes werden vom Berichtersteller auch Ansätze zur Verschärfung von Vorschriften für Hochhausbauten in England zur weiteren Begutachtung vorgeschlagen.

Link zum Inquiry Report (EN):
https://www.grenfelltowerinquiry.org.uk/phase-1-report

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