„Bevölkerungsschutz kann nur gemeinsam gelingen“

Delegiertenversammlung des Deutschen Feuerwehrverbandes: Bedeutung des internationalen Netzwerks betont

Quelle: DFV

Fotos: Silvia Oestreicher/DFV

Berlin/Quedlinburg – Die Notwendigkeit eines gesamtgesellschaftlichen Ansatzes angesichts der Herausforderungen der geopolitischen Lage und die Bedeutung des internationalen Feuerwehr-Netzwerks waren die Kernthemen der 72. Delegiertenversammlung des Deutschen Feuerwehrverbandes (DFV) in der Welterbestadt Quedlinburg (Sachsen-Anhalt). 154 Delegierte aus ganz Deutschland und Gäste aus Frankreich, Österreich, Kroatien, vom Weltfeuerwehrverband CTIF sowie aus Politik und Wirtschaft waren sich einig: „Bevölkerungsschutz kann nur gemeinsam gelingen und wir können grenzübergreifend viel voneinander lernen.“

„Sicherheit, Bildung und gesellschaftliche Resilienz gehen Hand in Hand“

Zahlreiche internationale Gäste haben sich bei der DFV-Delegiertenversammlung eingefunden.

DFV-Präsident Karl-Heinz Banse betonte angesichts wachsender und wechselnder Bedrohungen: „Wir können nicht in der Lage leben, sondern müssen uns vorbereiten.“ Er bekräftigte die Forderungen des DFV zum Zivil- und Katastrophenschutz, die unter anderem die Förderung des Selbstschutzes anmahnen. „Jeder ist ein Stückweit selbst verpflichtet, sich zu schützen“, erklärte Banse und berichtete von seinen Erfahrungen bei internationalen Fachveranstaltungen etwa in Japan, wo die Selbsthilfefähigkeit der Bevölkerung bei Naturkatastrophen wie Erdbeben oder Tsunamis extrem hoch sei. Der Präsident des Fachverbandes für 1,4 Millionen Feuerwehrangehörige in Deutschland unterstützte erneut die Forderung des deutschen Bundesinnenministers Alexander Dobrindt, Selbsthilfe bereits in der Schule zu lehren: „Die Feuerwehren sind mit Brandschutzerziehung seit Jahrzehnten gut vernetzt; wir stehen dafür ein, dass Sicherheit, Bildung und gesellschaftliche Resilienz Hand in Hand gehen!“

Einheitliche Ausbildung für grenzübergreifenden Einsatz

„Die einheitliche Ausbildung ist ein Eckpfeiler der europäischen Zusammenarbeit – wenn sich die Folgen des Klimawandels weiter fortsetzen, wird dies wichtiger denn je“, erklärte DFV-Präsident Banse im Hinblick auf das EU-Katastrophenschutzverfahren rescEU, in dem sich europäische Einsatzkräfte gegenseitig helfen. Er betonte nicht zuletzt die Bedeutung des neu gegründeten Verbandes der Feuerwehren in der Europäischen Union. Das starke grenzübergreifende Netzwerk der Feuerwehren und ihrer Verbände zeigte sich direkt vor Ort in Quedlinburg: Milan Dubravac, Präsident des Weltfeuerwehrverbandes CTIF, bekräftigte den Ansatz, geopolitische Herausforderungen im Bereich des Zivilschutzes und der zivilen Verteidigung gemeinsam anzugehen. Der Präsident des Österreichischen Bundesfeuerwehrverbandes, Robert Mayer, dankte für die wertvollen Einblicke in das deutsche Feuerwehrwesen: „In Österreich gibt es die Diskussion über den Zivilschutz in dieser Dimension derzeit noch nicht. Das können wir uns aber nicht mehr leisten; wir müssen über die Grenzen hinaus an unseren Herausforderungen arbeiten.“ Slavko Tucakovíc, Kroatiens oberster Feuerwehrmann, berichtete von Waldbränden, die nur durch gemeinsamen internationalen Einsatz bewältigt werden konnten. „Die engen deutsch-französischen Beziehungen waren die Keimzelle des Verbandes der Feuerwehren in der Europäischen Union“, konstatierte Armand Jung, Vertreter des Französischen Feuerwehrverbandes. Er bekräftigte, dass mit einem gemeinsamen Ausbildungskonzept internationale Kräfte bei großen Katastrophen mit Sicherheit und Effektivität eingesetzt werden könnten.

Internationalität und der Faktor Mensch waren die Schwerpunkte im Schlaglicht, das DFV-Vizepräsident Frank Hachemer auf die Weltleitmesse Interschutz warf. Diese findet vom 1. bis 6. Juni 2026 in Hannover statt und steht unter dem Motto „Safeguarding tomorrow“.

„Die letzten Jahre haben ganz deutlich zu erkennen gegeben, dass die Feuerwehren – vor allem in Europa – vor denselben Herausforderungen stehen, die wir gemeinsam besser lösen können. Bei genauerer Betrachtung und einer guten grenzüberschreitenden Zusammenarbeit sehen wir, dass es notwendig ist und dass wir unseren Zielen näherkommen, wenn wir europäisch denken“, so Robert Mayer nach seiner Rückkehr aus Deutschland.

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