Feuerwehrtalk: Einsatzhygiene

Am 26. Juni 2019 wurde in der Österreich-Zentrale der Dräger Austria GmbH der Feuerwehrtalk zum Thema „Einsatzhygiene“ durch den Österreichischen Bundesfeuerwehrverband veranstaltet. Ein hochkarätiges Podium diskutierte über die Einsatzhygiene im Allgemeinen. Marko de Klein hielt einen interessanten Vortrag als Einstieg zur Diskussion und Dr. Adolf Schinnerl, Sachgebietsleiter feuerwehrmedizinischer Dienst ließ mit einem Statement aufhorchen.

Hygiene beginnt schon vor dem Einsatz 

In einem interessanten Vortrag von Marko de Klein wurde in das Thema Einsatzhygiene mit der Beantwortung von drei Fragen eingeführt:

  • Ist das Thema „Einsatzhygiene“ Hysterie oder gar neu für uns?
  • Gibt es Maßnahmen, die man selbst berücksichtigen kann?
  • Gibt es einen 100% Schutz für gefährlich wirkende Partikel in der PSA?

De Klein ging in seinem halbstündigen Vortrag auf viele Aspekte der Einsatzhygiene ein und wies darauf hin, dass eine Verschleppung von Brandrückständen bereits im Fahrzeug beginnt und oft in der Garderobe oder im Privat-Pkw (Stichwort: Heimfahren ohne in der Feuerwehr geduscht zu haben) weiter geht.

Eigenverantwortung

Am Podium begrüßte BR Andreas Rieger – der als Moderator durch den Abend führte – neben Marko de Klein auch BR Roman Sykora (Sachgebietsleiter Gefährliche Stoffe und Leiter der CTIF HAZMAT Commission), Dr. Norbert Hiel (Chemiker bei AUVA in der Abteilung für Unvallverhütung und Berufskrankheitenbekämpfung), BR Klaus Tschabuschnig (Leiter der Feuerwehrschule Kärntens und Sachgebietsleiter Feuerwehrschulen) und Carsten Jöster (Produktspezialist Atemschutz bei Dräger).

Vor einem interessierten Publikum und live via Facebook diskutierten die Spezialisten über notwendiges, sinnvolles und zielführendes. Roman Sykora brachte die Gesamtsituation auf den Punkt: „Man muss sich an der eigenen Nase nehmen und auf den Eigenschutz achten.“ – „Und das beginnt schon im eigenen Spind: Echte Helden verschleppen nix“, stößt Dr. Hiel in das gleiche Horn.

„Am Einsatzort nicht Essen, nicht Trinken, nicht Rauchen: Das sind Elemente der Grundausbildung, die hie und da zu lax genommen werden“, weiß auch Klaus Tschabuschnig. „Es hängt einfach viel von der Eigenverantwortung ab“, so der Leiter der Feuerwehrschule Kärntens, welche auch ÖBFV-Kompetenzzentrum für die Heißausbildung ist.

Zum Thema Hygiene und Verschleppung meldete sich Dr. Adolf Schinnerl aus dem Publikum zu Wort. Er ist mit seinem Sachgebiet beauftragt, das Thema Hygiene in einfach umzusetzende Richtlinien und Leitfäden zu packen, hat dabei aber ein grundlegendes Problem entdeckt: „Für mich ist es fraglich, was die ganze Verbannung der Verbrennungsrückstände bringt, solange in den Feuerwehrhäusern teilweise noch in geschlossenen Räumen geraucht wird. Was bringt der ganze Schutz, wenn wir dann mutwillig jene Stoffe produzieren, vor denen wir uns schützen wollen.“ So fordert Dr. Schinnerl rauchfreie Feuerwehrhäuser, wie sie zum Teil in Österreich bereits bestehen.

Das ganze Video finden Sie auf der Facebookseite unseres Magazins FEUERWEHR.AT und demnächst auf youtube.com/feuerwehr.

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