Bundesfeuerwehrtag hat neuen Präsidenten und Vizepräsidenten gewählt

Die 99 Delegierten des Österreichischen Bundesfeuerwehrverbandes haben am Samstag, 08.09.2012, beim 20. Bundesfeuerwehrtag in Linz, den neuen Präsidenten und die drei Vizepräsidenten gewählt. Sie werden in den nächsten fünf Jahren in der 17. Funktionsperiode die 339.000 Feuerwehrmitglieder Österreichs vertreten.
Erstmals steht mit LBD Albert Kern ein Steirer ganz an der Spitze des Feuerwehrwesens in Österreich. Mit großer Mehrheit wurde er von den Delegierten gewählt. Ihm zur Seite stehen die Vizepräsidenten DI Dr. Gerald Hillinger, Branddirektor von Wien, Ing. Franz Humer, MSc – Branddirektor der Stadtfeuerwehr Wels und der Niederösterreicher Armin Blutsch.
Hinter Kern liegen sechs sehr lehrreiche Jahre als Landesfeuerwehrkommandant und insgesamt 17 Jahre als Bezirks- bzw. Bereichsfeuerwehrkommandant. Kern in einer ersten Stellungnahme: „Uns allen ist klar, dass die in den Bundesländern vorhandenen gesetzlichen Vorgaben das Grundgerüst unserer Aktivitäten im Feuerwehrwesen bilden. Darauf aufbauend zählt es zu den obersten Aufgaben des ÖBFV, das Gemeinsame zu filtern, um die Mitglieder aller unserer Feuerwehren inhaltlich zu erreichen und mitzunehmen“.
Erfolgreiches „Führen“ muss, so Österreichs höchster Feuerwehroffizier, „heutzutage stärker moderieren, die Entscheidungsträger an den Tisch bringen und dafür sorgen, dass die letztlich zu treffenden Entscheidungen im größtmöglichen Konsens getroffen werden“.
LBD Albert Kern ist überzeugt, dass in den österreichischen Feuerwehren, unabhängig ob Freiwillig, Betriebs- oder Berufsfeuerwehr, und ebenso in den Landesfeuerwehrschulen, ein immenses Potenzial an Spezialisten vorhanden ist, welche in den unterschiedlichsten Sachgebieten tagtäglich ihr Wissen und Know-how zu Gunsten des Feuerwehrwesens einfließen lassen. So nimmt in diesem Zusammenhang auch das Generalsekretariat in Wien – als Schnittstelle zwischen ÖBFV und den Einrichtungen der Landesfeuerwehrverbände – eine ganz wesentliche Rolle ein. „Das voneinander Lernen, ein ergebnisoffenes Diskutieren, das gemeinsame Nutzen von Spezialwissen, die laufende Einbindung von Funktionären und nicht zuletzt das Fördern des Mitarbeiter- und Funktionärstabes durch persönliche Überantwortung von Aufgaben sind für uns alle wichtige Grundvoraussetzungen, um erfolgreich im Sinne unserer Mitglieder zu agieren“ argumentiert Kern.
„Die wichtige Arbeit und das Engagement in den Landesverbänden – und nicht zuletzt die gesetzlichen Ländervorgaben setzen natürliche Grenzen für den Spielraum eines jeden ÖBFV-Präsidenten. Umso mehr möchte ich gemeinsam mit dem kommenden Team während meiner Amtsführung auf Gemeinsamkeit, Ehrlichkeit, Offenheit und Transparenz setzen“ ist dem neuen ÖBFV-Präsidenten wichtig zu betonen. Eine aktuelle Herausforderung sieht ÖBFV-Präsident LBD Albert Kern im technologischen Wandel, dem sich auch die Feuerwehr als Einsatzorganisation nicht entziehen kann. Ständig erweitert sich das Einsatzspektrum, die Aufgabenfelder werden breiter und die Anforderungen an die Feuerwehrmänner und -frauen sowie an die Gerätschaften werden immer größer. Deshalb sieht Kern den Dialog mit und die Ausbildung der Basis als besonders wichtige Aufgabe. „Der Präsident soll nicht nur General Manager des ÖBFV und in Personalunion ein Wirtschafts-, Wissenschafts- und Außenminister aller österreichischen Feuerwehren sein. Er soll seinen Schwerpunkt vor allem auch auf das größtmögliche Miteinander im gesamten Feuerwehrwesen legen“, stellt Kern den Gemeinschaftsgedanken in den Mittelpunkt.

Die Ziele und Statements der Vizepräsidenten

Vizepräsident Armin BLUTSCH
Vom Feuerwehrjugendmitglied zum Vizepräsidenten. Nachdem er im Jahr 1973 der Freiwilligen Feuerwehr Amstetten (Niederösterreich) beigetreten ist, hat er sich ständig mit der Feuerwehr identifiziert. So war und ist es kein Zufall, dass er Verantwortung für dieses ehrenamtliche System und seine Mitglieder übernehmen will. So ist er seit 1996 Feuerwehrkommandant und gleichzeitig Bezirksfeuerwehrkommandant von Amstetten. Dies war auch der Beginn seiner Mitarbeiter auf österreichischer Ebene. Seit 2006 führt er die Funktion des Landesfeuerwehrkommandanten-Stellvertreters von Niederösterreich. Ihm ist es ein Anliegen, die getätigten Vorarbeiten der bisherigen Führungsspitze mit den führenden Funktionären aus allen Bundesländern gemeinsam für Österreich fortzuführen und das Feuerwehrwesen weiterzuentwickeln. Mit seiner Geradlinigkeit und seiner Konsequenz gesteckte Ziele zu erreichen gehört zu seiner Person genauso, wie das Sprichwort: „Allen Menschen Recht getan, ist eine Kunst, die niemand kann.“ Mein Hauptaugenmerk lege ich auf die Weiterentwicklung der Einsatztaktik und Löschtechnik sowie der praktischen Führungsausbildung.
Vizepräsident DI Dr. Gerald HILLINGER
„Die Österreichischen Feuerwehren sind in der glücklichen Lage, einen gemeinsamen Dachverband, den Österreichischen Bundesfeuerwehrverband zu haben, in dem alle Feuerwehren Österreichs, sei es Freiwillige Feuerwehren, Betriebsfeuerwehren oder Berufsfeuerwehren unter einem Dach zusammengefasst sind. Durch die dezentrale Struktur der Feuerwehren ist es ihnen möglich, direkt am Herzen der Bevölkerung zu sein und dieser in jeder gefährlichen Situation zur Verfügung zu stehen.“ Der Österreichische Bundesfeuerwehrverband ermöglicht, gemeinsam nach außen hin in Österreich aufzutreten und eine gemeinsame Linie und ein gemeinsames Bild zu vertreten. In den kommenden Jahren wird es notwendig werden, Synergien zwischen den einzelnen Feuerwehren aber auch besonders zwischen den einzelnen Landesfeuerwehrverbänden zu nutzen. Auch die Vorteile der einzelnen Systeme, sei es FF, sei es BTF oder sei es BF sind hervorzuheben und zu nutzen. Ein gemeinsamer Weg macht die Feuerwehren stark, auch in schwieriger werdenden Zeiten, uneingeschränkt für die Österreichische Bevölkerung zur Verfügung zu stehen und einen hohen Sicherheitsstandard zu garantieren.
Hillinger ist in Salzburg geboren und aufgewachsen hat in den 80er Jahren das Studium der Technischen Chemie an der TU Wien absolviert und 1991 sein Doktorat abgeschlossen. 1993 stieg er in die Offiziersausbildung bei der Berufsfeuerwehr Wien ein. 10 Jahre später wurde er Sektionsleiter der Brandschutzsektion I (Zentralfeuerwache) und im Jahr 2004 zum Geschäftsgruppenleiter für Personal und Organisation in der Berufsfeuerwehr Wien. 2 Jahre später wurde er stellvertretender Branddirektor von Wien und 2009 zum Branddirektor. Seither ist er auch als Vizepräsident des Österreichischen Bundesfeuerwehrverbandes als Vertreter der Berufsfeuerwehren ein Garant für die Zusammenarbeit und das gegenseitige Verständnis und Miteinander der unterschiedlichen Feuerwehren (freiwillige, betriebliche und berufliche).
Vizepräsident Ing. Franz HUMER, MSc.
1961 in Wels geboren. Als Nachrichtentechniker und einer ständigen Weiterbildung hat er sich dem Feuerwehrwesen verschrieben und ist als Branddirektor der Stadt Wels weit über die Stadtgrenzen bekannt. Als langjähriger Mitarbeiter in allen Gremien und engagierter Referatsleiter wurde er 2008 in das Amt des Vizepräsidenten gewählt und kann somit nach den ersten 4 Jahren an seine Arbeit und Vorbereitungen anschließen.
Seine Ziele für die nächsten Jahre Analog der letzten 10 Jahre wird es wichtig sein Trends zu erkennen um rechtzeitig agieren zu können. Dabei sollte das Motto: „ Wahrung der Tradition mit Mut zu Neuem!“ im Vordergrund stehen.
In den letzten Jahren wurden durch den Präsidenten viele, vorher unmögliche Lösungen erreicht. Es ist unsere Pflicht dieses Erbe anzutreten und die aufgebauten Kontakte weiter zu pflegen. Wir müssen mit durchdachten Maßnahmen und Programmen das Feuerwehrwesen für unsere Mannschaft attraktiv halten und mit Werkzeugen der Personalentwicklung unsere Schlagkraft erhalten. In einer Feuerwehr muss für jeden Platz sein. „Im richtigen Maß fordern und fördern statt befördern!“ könnte ein Lösungsansatz sein. Wir müssen selbstbewusster unseren flächendeckenden Brandschutz darstellen. Wir brauchen jede Feuerwehr, an jedem Ort um auch in Zukunft Brand- und Katastrophenschutz für jeden Staatsbürger möglichst rasch anbieten zu können. „Gemeinsam sind wir stark!“ muss weiterhin gelebt werden.
Text: Thomas Meier und Pamela Hniliczka
Fotos: ÖBFV / Hniliczka

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