Beeindruckende Leistungsbilanz gezogen

Am Freitag, dem 16. Jänner 2015, präsentierten Landeshauptmann und Feuerwehrreferent Mag. Franz Voves sowie Landesfeuerwehrkommandant PRÄS Albert Kern – im Beisein von Landesfeuerwehrkommandant-Stellvertreter LBDS Gerhard Pötsch und Hofrat Dr. Kurt Kalcher – im Grazer Medienzentrum (Kommunikation Land Steiermark) den anwesenden Medienvertretern die „Einsatzstatistik 2014“ aller steirischen Feuerwehren.
Insgesamt wurden von den Florianis rund 5,44 Millionen Stunden (+89.807 gegenüber 2013) bei 294.214 Tätigkeiten (-509 zu 2013) in unentgeltliche Arbeits- und Einsatzstunden im Interesse und zur Sicherheit der steirischen Bevölkerung  umgewandelt.
Die steirischen  Feuerwehrkräfte rückten im Berichtsjahr 2014 zu 12.492 Brandeinsätzen inkl. Brandsicherheitswachen (+257 zu 2013) und zu 35.920  Technischen Einsätzen (-2.724 zu 2013)  aus. Bei diesen 48.412 Einsätzen wurden 525.373 Einsatz-Mannstunden (-5.980 zu 2013) geleistet.
Übungen, Ausbildungen und Sonstige Tätigkeiten (Verwaltung, Jugendarbeit, Wartung, Finanzielles und Veranstaltungen etc.) schlagen sich mit 4.922.100 Stunden (+95.787 zu 2013) und 245.802 Tätigkeiten (+1.958 zu 2013) zu Buche. Die von den Feuerwehrmitgliedern geleisteten Einsatz- und Arbeitsstunden entsprechen, bei einem fiktiven Stundensatz von 25 Euro, einem Gegenwert von rund 136,2 Millionen Euro.
Ferner wurden im vergangenen Jahr 1.072 Menschen aus Zwangslagen befreit und 2.023 Tiere gerettet.
Entsprechend den – dem Landesfeuerwehrverband zur Verfügung gestellten Zahlen – haben die steirischen Feuerwehrmitglieder im Berichtsjahr 2014 rund 847 Millionen Euro an Volksvermögen retten können.
Für Bundesfeuerwehrpräsident Albert Kern war die Präsentation dieser beeindruckenden Statistik vor der heimischen Medienlandschaft vor allem aber auch Anlass, sich bei allen Mitgliedern der steirischen Feuerwehren für die großartigen Leistungen im abgelaufenen Jahr sehr herzlich zu bedanken.

Traditioneller Neujahrsempfang

Großer Andrang herrschte wenig später ebenso beim traditionellen Neujahrsempfang. Über 100 Gäste leisteten der Einladung von Land und Landesfeuerwehrverband Folge. Das mondäne Ambiente der Aula der Alten Universität in Graz bot einmal mehr die perfekte Kulisse, um Rückschau auf das Jahr 2014 zu halten und Ausblick auf das neue Jahr zu geben.
Neben der Präsentation der „Einsatzstatistik 2014“ fand Bundesfeuerwehrpräsident Albert Kern in seiner Festrede aber auch sehr direkte Worte: „Die Sicherheit unserer Mitmenschen darf nie von der Straße der Sieger in die Sackgasse der Verlierer abkommen“. So mahnte Kern in seiner Festrede ein, dass „die Feuerwehren auch abseits der Sicht durch parteipolitische Brillen – besonders im Wahljahr 2015 –  und ebenso über jede Reformagenda hinausgehend – auch künftig einen wirklich stabilen Raum brauchen, wo sich deren Mitglieder fest verankert fühlen können“.
„Daher  muss es“, so Kern, „unser aller Fokus sein, vor allem jener im Bereich der politischen Verantwortungsträger auf Gemeinde- und Landesebene, dieses besondere Grundrauschen der Mitmenschlichkeit in unserem Land aufrecht zu erhalten“. Dies impliziert für Kern, mit einem Appell an die neuen Gemeinden,  im Besonderen die Zur-Verfügung-Stellung eines den Feuerwehren zustehenden und auch ausreichend bemessenen Budgets sowie die Schaffung von Rahmenbedingungen hinsichtlich motivationsfördernder Maßnahmen.
Außer Streit steht für den steirischen Landesfeuerwehrkommandanten, dass das Feuerwehrwesen in der Steiermark außerordentlich stark verankert ist. Kern dazu: „Die Steirerinnen und Steirer sind stolz auf ihre Wehren, genießen die Vorteile und – mitunter auch Annehmlichkeiten – die deren Mitglieder bringen. In Stadt und Land ist ein deutliches Ja zu den steirischen Feuerwehren, als untrennbarer und identitätsstiftender Teil unserer Gesellschaft, zu vernehmen“.
Landeshauptmann Franz Voves betonte in seinen Ausführungen ausdrücklich, wie sehr er das Engagement der steirischen Feuerwehrleute schätze. So werde er  „sicher nie müde werden, bei jeder Gelegenheit zu betonen, welch immens wichtigen gesellschaftspolitischen Faktor die freiwilligen Feuerwehren in unserem Land darstellen“. Trotz des Ausbleibens einer Großkatastrophe haben die Feuerwehren, so der Landeshauptmann, wieder Großartiges geleistet. „Damit war das Jahr 2014 seit meinem Amtsantritt im Jahr 2005 erst das zweite Jahr, in dem es zu keinen Kata-strophenszenarien in unserem Bundesland gekommen ist“.
Im Vordergrund dieser Feierstunde, an der  Feuerwehrfunktionäre aus der gesamten Steiermark, Vertreter der Politik, der Wirtschaft, des öffentlichen Lebens wie auch von Einsatzorganisationen teilgenommen haben, stand im Besonderen auch das Miteinander, der offizielle Dank sowie die Wertschätzung für die Arbeit im vergangenen Jahr zu Gunsten der Sicherheit der steirischen Bevölkerung.
Ein wichtiger Bestandteil des Festaktes war auch die Ehrung von Feuerwehrkamerad Heinz Bürger, einem couragierten Lebensretter aus Hadersdorf, wie auch die Verleihung der Steirischen Florianiplakette in Silber an den Leiter des Referates für Protokoll und Auszeichnungen im Amt der Steiermärkischen Landesregierung, Herrn Hofrat Mag. Michael Tiefengruber. Laudator Oberbrandrat Helmut Lanz, Vorsitzender des Landesverleihungs-Ausschusses bei der Verleihung der Florianiplakette: „Ob ein Neujahrsempfang so wie heute, die Ehrung von in Kommandofunktion gewählten Offizieren, die Würdigung feuerwehrfreundlicher Arbeitgeber oder Auszeichnungen des Landes Steiermark für Feuerwehrmitglieder im Allgemeinen. In einem Jahreslauf gibt es so einige offizielle Anlässe von Landesfeuerwehrverband und Land Steiermark. Diese Veranstaltungen tragen im Besonderen die Handschrift von Hofrat Tiefengruber und seinem Team. So ist beispielsweise unser Neujahrsempfang, hier in der Aula der Alten Universität, zu einer festen Einrichtung geworden. Eine Einrichtung, die große Anerkennung erfährt. Daher sind wir im Landesfeuerwehrverband Steiermark überzeugt, dass dieser heutige Empfang den genau richtigen Rahmen und somit die würdigste Art bietet, um das Wirken von Herrn Hofrat Tiefengruber zugunsten des steirischen Feuerwehrwesens zu ehren und um ihm, als verlässlichen Partner, öffentlich unseren Dank zu sagen. Mit der Verleihung der Florianiplakette in Silber untermauern wir unsere Wertschätzung von Herrn Hofrat Tiefengruber und bringen gleichzeitig zum Ausdruck, dass sein Engagement unsere höchste Anerkennung verdient“.
Musikalisch umrahmt wurde der Festakt von einem Bläserquintett der Polizeimusik Steiermark.

Auszeichnung Lebensretter
Das Feuerwehrleistungsabzeichen in Silber des Landesfeuerwehrverbandes Steiermark, wurde an Löschmeister Heinz Bürger, Mitglied der Freiwilligen Feuerwehr Hadersdorf (Bez. Bruck-Mürzzuschlag), verliehen. Kamerad Bürger rettete einen betagten Pensionisten aus höchster Lebensgefahr.
Sachverhalt
Am 24. Februar des Vorjahres, kurz vor 10.00 Uhr, ist es im 1. Stock eines Einfamilienhauses, im Ortszentrum von Kindberg, zu einem Küchenbrand gekommen. Eine 84-jährige Pensionistin hatte damals eine Pfanne mit Öl auf einer eingeschalteten Herdplatte vergessen. Dieses Öl hat sich bedingt durch die Hitze entzündet und in Folge den Brand ausgelöst, während  sich die betagte Frau im Erdgeschoss aufhielt, um diverse Hausarbeiten zu verrichten. Dadurch nahm sie den Brand im Obergeschoss erst durch die starke Rauchentwicklung wahr.  Über Notruf konnte sie noch die Feuerwehr verständigen.
Im Raum Kindberg wurde kurz darauf auch die Außendienststelle der Polizeiinspektion Kindberg alarmiert. So in weiterer Folge auch GrInsp. Heinz Bürger. Dieser  befand sich zum Zeitpunkt seiner Verständigung zufällig in der Nähe des Objektes. So traf dieser noch vor der Feuerwehr beim Brandobjekt ein.
Dort stieß er zunächst auf zwei Personen, die bis dahin vergeblich versucht hatten, zum Gatten der Pensionistin im 2. Stock des Hauses zu gelangen, um diesem zu helfen.
Denn dem 85-jährigen Hauseigentümer war es wegen seiner körperlichen Behinderung nicht mehr möglich das Haus allein zu verlassen, als er den Brand wahrgenommen hatte. Er war somit in seinem Zimmer hilflos gefangen, ihm drohte der Erstickungstod.
Bei seinem dritten Versuch schaffte es Herr LM d. V. Heinz Bürger schließlich, durch die extrem beißenden Rauchschwaden in das 2. Stockwerk vorzudringen und den betagten Pensionisten aus seinem mittlerweile stark verrauchten Zimmer zu retten.
Durch das rasche und selbstlose Handeln von Herrn LM d. V. Heinz Bürger kam bei diesem Brand kein Mensch zu Schaden, obwohl höchste Lebensgefahr bestanden hatte. Von der Feuerwehr konnte der Brand anschließend gelöscht werden,  zurück blieb nur ein hoher Sachschaden.

Bildcredit: LFV/Franz Fink

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