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Die Übergabe

Präsident Ing. Manfred SEIDL nimmt von BR Adolf SCHINNERL die Erstausgabe des "Handbuch zur Feuerwehrgeschichte" entgegen.

Bild: Gottfried BAUER

 

BR Adolf SCHINNERL übergibt das "Handbuch zur Feuerwehrgeschichte" in Anwesenheit von BFR Mag. Thomas SCHINDLER, Leiters des Referates 1 "Präsidielle Angelegenheiten" des ÖBFV, an seinen Nachfolger als Leiter des Sachgebietes 1.5 - Feuerwehrgeschichte und Dokumentation, OBR Johann SALLABERGER (von links).

Bild: Hans Gilbert Müller

 

 

„HANDBUCH zur FEUERWEHRGESCHICHTE“

Ein praktischer Behelf für Geschichtsinteressierte in der ÖBFV-Homepage
www.bundesfeuerwehrverband.at

Ehren-Bundesfeuerwehrrat Dr. iur. Alfred ZEILMAYR

„Wer erfahren will, wohin seine Reise geht, muss (vorher) wissen, woher er kommt“, oder nach dem Motto des burgenländischen Feuerwehrmuseums in EISENSTADT anders ausgedrückt: „Vergangene Werte sollen helfen, künftige Aufgaben zu bewältigen“.

Werte, gleich ob ideeller oder materieller Natur nützen aber nichts, wenn sie nicht gesammelt werden. Was nicht vorhanden ist, kann (später) auch nicht verwertet werden! Diese Erfahrung musste schon jeder machen, der vor die Aufgabe gestellt war, zum Feuerwehrjubiläum eine Festschrift zusammen zu stellen oder feuerwehrhistorische Sachverhalte zu bearbeiten. Im Gegensatz zu aktuellen Fachthemen, bei deren Bearbeitung sich „die Feuerwehr“ stets kompetent erwiesen hat, war bei historischen Fragen das Ergebnis eher dürftig, bisweilen auch dilettantisch.

Erkannt hat diese Tatsache, wie sollte es auch anders sein, schon vor mehr als zwanzig Jahren der Mentor der österreichischen Feuerwehrgeschichte, Oberbrandrat Dr. Hans SCHNEIDER (LFV Niederösterreich), und er war auch „Geburtshelfer“, als am 11. November 1988 innerhalb des damals von mir geleiteten ÖBFV-Referates „Präsidielle Angelegenheiten“ das Sachgebiet 1.5 „Feuerwehrgeschichte und Dokumentation“ eingerichtet wurde. Schließlich wurde Dr. Hans SCHNEIDER auch zum Sachgebietsleiter bestellt und zum 100-Jahre-Jubiläum des ÖBFV fand am 17. März 1989 in WELS unter seiner Leitung die Konstituierung des Gremiums statt. Im Sachgebiet sind alle Landesfeuerwehrverbände mit je einem Mitarbeiter vertreten.

Mit der Traditionspflege stehen wir in Österreich aber nicht allein. Auf SCHNEIDER’s Intentionen erfolgte 1993 in Zusammenarbeit mit den Historikern des Feuerwehrbewegungszentrums im tschechischen PRYBISLAV die Gründung der „Internationalen Arbeitsgemeinschaft für Feuerwehr- und Brandschutzgeschichte im CTIF“, die weit über unsere Grenzen hinaus gewirkt haben und noch immer wirken.
Auch unser Bundesheer machte sich die Worte des französischen Politikers Jean JAURES „Tradition heißt die Flamme zu hüten, nicht die Asche zu bewahren“ zu Eigen: Bereits anlässlich der erstmaligen Feier unseres Nationalfeiertages am 26. Oktober 1966 hat der damalige Bundesminister für Landesverteidigung die erneute Traditionspflege im Österreichischen Bundesheer angeordnet. „Anordnungen für die Traditionspflege im Bundesheer“ finden wir seither in einer Reihe von Erlässen und Weisungen.

Erstes Ziel des jungen ÖBFV-Sachgebietes war, der Feuerwehrgeschichte ein Gesicht zu geben sowie allen daran Interessierten Arbeitsunterlagen und Forschungsergebnisse zur Verfügung zu stellen. Zur Erreichung dieses ehrgeizigen Zieles trafen sich die Sachgebietsmitarbeiter jährlich zu Arbeitssitzungen, in weiterer Folge wurden zwei Multiplikatoren-Lehrgänge und eine Fachtagung zur Motorisierung der Feuerwehren durchgeführt.
Ein weiteres Ziel war, in einer eigenen Publikation die Forschungsergebnisse zu publizieren. Es entstand die Fachpublikation „Prometheus“, benannt nach dem Titanensohn, der nach der griechischen Sage den Menschen das Feuer brachte, die als „Magazin für die Geschichte des Feuerwehr- und Rettungswesens“ gedacht war, aber leider nur zwei Ausgaben „erlebte“.

Am 15. Jänner 1997 traf uns nicht nur persönlich sondern auch die Fachwelt des In- und Auslandes mit dem Tod von Dr. Hans SCHNEIDER ein schwerer, schier unersetzlicher Verlust. Für das verwaiste Sachgebiet wurde am 7. April 1997 Brandrat des ÖBFV Adolf SCHINNERL (LFV Salzburg) als kompetenter Fachmann vom Präsidium des ÖBFV als Nachfolger bestellt und am 20. Juni dieses Jahres trafen sich die Sachgebietsmitarbeiter zur Beratung der weiteren Vorgangsweise.

Neudefinition der Ziele
Zentrale Aussage war, dass Feuerwehrleute „mehr Praktiker und weniger Schreibende, aber geschickt und interessiert sind.“ Falls jemand die Geschichte des Feuerwehrwesens erforschen will, sollte er ein Grundwissen und eine Gesamtschau haben. Interessierte Kameraden sollten nicht immer von vorne anfangen müssen, Behelfe, Lehrgänge und Einzelveranstaltungen sollen die notwendigen Voraussetzungen vermitteln!

Inzwischen hat BR SCHINNERL auch die Nachfolge Dr. SCHNEIDERs als Vorsitzender (gemeinsam mit Dr. Jaromir TAUSCH, Tschechien) der „Internationalen Arbeitsgemeinschaft“ (1996 vertretungsweise und 1998 definitiv) angetreten und vertritt außerdem den ÖBFV in der vom CTIF im Oktober 1998 ins Leben gerufenen Kommission „Feuerwehr- und CTIF-Geschichte, Museen und Dokumentation“. Übrigens anerkennt auch das CTIF mit der 2002 von der Delegiertenversammlung beschlossenen Definition „Feuerwehrmuseum“ die Bearbeitung von Geschichte und Tradition ausdrücklich als Aufgabe der Feuerwehr.

1997 gab das Präsidium des ÖBFV unter Präsident Reg. Rat Erwin NOWAK bereits die Zustimmung zur Herausgabe von „Feuerwehr-Geschichtsblättern“, ein Projekt, das sich schließlich zum vorliegenden
„Handbuch zur Feuerwehrgeschichte“
„mauserte“.

Vorangegangen sind die Erarbeitung von Grundlagen für einen „Feuerwehrgeschichte-Grundlehrgang“, welche in den Jahren 2000 und 2001 von den Landesfeuerwehrverbänden Oberösterreichs und Salzburg in Pilotlehrgängen erprobt wurden. Inzwischen wurde dieser Lehrgang auch von den Landesfeuerwehrverbänden Kärntens und Tirols übernommen bzw. von den vier Landesfeuerwehrverbänden insgesamt bereits neunmal mit Unterstützung des Sachgebietsleiters und -mitarbeitern erfolgreich durchgeführt.

Konzeption
Das von Sachgebietsleiter SCHINNERL und weiteren Autoren erarbeitete Werk ist als Lose-Blatt-Sammlung im A4-Format konzipiert. Zur Aufnahme ist ein normaler Lochordner und als Register ein A4-Einlage-Alphabet vorgesehen. Das Inhaltsverzeichnis ist nach Stichworten geordnet, wobei das Wort „Feuerwehr“ nie davor steht, da dieses den Überbegriff bildet.

Inhalt
Im Handbuch sind nicht nur der Inhalt des „Grundlehrganges zur Feuerwehrgeschichte“ komplett enthalten sondern auch Anleitungen zur Dokumentation, Aufbewahrung und Pflege von Feuerwehrfahrzeugen, –geräten und -ausrüstungen sowie Biografien, Bibliografien und besondere Aufsatzreihen. Wicht erscheint auch die Anleitung zur Führung einer aktuellen Feuerwehrchronik, denn (Feuerwehr-) Geschichte ist nicht nur was sich in der Vergangenheit  ereignet hat, denn alles was heute geschieht, ist morgen bereits Geschichte! Man sollte nie vergessen, dass ohne geeignete Dokumentation auch die neue Geschichte und damit die Identität einer Feuerwehr unwiederbringlich verloren gehen! Das Handbuch ist für den Archivar genauso bestimmt wie für den Forscher, Sammler, Oldtimerspezialisten, Restaurateur oder sonst an der Feuerwehrgeschichte Interessierten.

Die Überreichung der ausgedruckten Erstausgabe des Handbuches an das Präsidium des ÖBFV bzw. der zur Vervielfältigung beigestellten CD-ROM an alle Landesfeuerwehrverbände ist bereits am 2. Dezember 2005 durch Sachgebietsleiter BR des ÖBFV Adolf SCHINNERL erfolgt. Inzwischen ist die Verteilung an die Interessenten durch die Landesfeuerwehrverbände angelaufen. Auf Wunsch wird es auch als CD-ROM zur Verfügung gestellt. Oberösterreich hat es bereits sogar allen Funktionären und jeder einzelnen Feuerwehr ausgehändigt.

Brandrat Schinnerl hat zwar am 20. März 2006 altersbedingt die Leitung des Sachgebietes an seinen Nachfolger OBR Johann Sallaberger (LFV Oberösterreich) übergeben, stellt sich aber weiterhin für die Erweiterung des „Handbuches zur Feuerwehrgeschichte“ zur Verfügung.

Seit kurzem ist der gesamte Inhalt auch in der Homepage des ÖBFV unter www.bundesfeuerwehrband.at, „Infoservice“ und „Handbuch zur Feuerwehrgeschichte“ zu lesen bzw. abrufbar.

Bleibt zu hoffen, dass dieses überaus wertvolle Werk nicht nur entsprechend genutzt sondern auch künftig in Form von Nachbearbeitungen und Ergänzungen (neudeutsch „Updates“) mit weiteren interessanten Details zur Feuerwehrgeschichte bereichert wird!