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Festschriften

Tipps und Gedanken zur Gestaltung

Herbert Brandstetter (1)

Eine Festschrift stellt ein Geschichtsdokument für nächste Generationen dar. Demnach ist es von Bedeutung, die Geschichte der Feuerwehr aufzuarbeiten und im Schriftwerk darzulegen. Soll die Festschrift bei den Kameraden und bei der Bevölkerung Interesse wecken, so muss sie informativ, interessant, sachlich und natürlich richtig und gefällig geschrieben sein.

Themen wie: Gemeinde- und Pfarrgeschichte, das Feuerwehrwesen im Allgemeinen, dann die chronologische Geschichte der Feuerwehr mit markanten Einsätzen und den bedeutenden Dorfereignissen, eine Aufstellung der Kommandanten und ein Gruppenbild aller verfügbaren Feuerwehrmänner im Jubiläumsjahr, dürfen auf keinen Fall fehlen. „Momentanaufnahmen“ von den Gerätschaften, des Feuerwehrhauses, der Ausbildung, des aktuellen Einsatzgeschehens und eventuell anderer feuerwehrspezifischer Begebenheiten und Spezialitäten bessern eine Festschrift auf. Schlussendlich sollen sich der Verfasser und seine Feuerwehrkameraden mit dem Druckwerk identifizieren.

Der Anlass

Zu runden Jubiläen kommt so mancher Kommandant darauf, dass zu diesem Anlass eine Festschrift gestaltet werden soll. Zumeist wird dann der Schriftführer mit dieser ehrenvollen Aufgabe betraut.

Erste Probleme

Manchmal ist die zur Verfügung stehende Zeit so knapp bemessen, dass es dem Verfasser schier unmöglich ist, sich eingehend mit dieser umfangreichen Materie zu befassen. Kommt der Kommandant erst ein halbes Jahr vor dem Fest auf die Idee, eine Festschrift herauszugeben, wird die Zeit erfahrungsgemäß nicht reichen.

Es gibt Feuerwehren, die glauben in ein paar Wochen eine Festschrift schreiben zu können. Das Material muss blitzschnell aufgetrieben werden, die inhaltliche und redaktionelle Arbeit bleibt auf der Strecke. Heraus kommt dann eine mit Werbeeinschaltungen gespickte Broschüre, die sich bestenfalls am Titelbild und am Gruppenfoto mit der Feuerwehr identifiziert.

Ein zweites Problem kann sich dadurch auftun, dass viele von uns die „alte Schrift“, die Kurrentschrift, in den alten Aufzeichnungen nicht mehr lesen können. Bis 1942 wurde nämlich in unserem Sprachraum in der „deutschen Schrift“ geschrieben. Hat man mit dem Lesen dieser Schrift Probleme, so kann oftmals ein älterer Kamerad (warum nicht ein Ehrenmitglied?) aushelfen. Wenn ein solcher nicht zur Verfügung steht, wird man sich wohl oder übel selbst über die alten Schriftstücke setzen müssen. Man muss sich „einlesen“.

==> Siehe den Arbeitsbehelf „Kurrentschrift“.

 

Das Wichtigste: Genügend Zeit!

Damit man eine Festschrift ordentlich vorbereiten kann, ist vor allem der Zeitfaktor entscheidend. Wenn man sieht, dass ein Gründungsfest bevorsteht, soll man ruhig schon etwa zwei bis drei Jahre vorher mit dem Sammeln von Material beginnen. Allein das Lesen alter Chroniken und Protokolle wird oftmals recht langwierig sein. Manchmal ist es auch notwendig, ältere Kameraden über Begebenheiten zu befragen. Auch diese oft sehr interessanten Gespräche benötigen Zeit.

==> Einen großen Vorteil haben jene Feuerwehren, wo interessierte Kameraden schon früher und laufend alle Unterlagen entsprechend der Anleitungen aus dem „Handbuch zur Feuerwehrgeschichte“ gesammelt und geordnet haben.

 

Die einfachste Lösung

Sollte tatsächlich nur ganz wenig Zeit zur Verfügung stehen und man hat das Glück, dass schon zu einem früheren Zeitpunkt eine Festschrift herausgegeben worden ist, wäre es denkbar, dass man aus der alten Festschrift abschreibt und nur die aktuellen Ereignisse ergänzt.

Eine zweite Variante bei Zeitknappheit ist die Möglichkeit, die wichtigsten Ereignisse aus der Feuerwehrchronik herauszuschreiben. Vorausgesetzt natürlich, dass diese Chronik vorhanden ist und bis zur Gründung zurück reicht.

Sollten diese beiden Voraussetzungen nicht zutreffen, ist es beinahe unmöglich eine gut fundierte Festschrift in kürzester Zeit zu gestalten.

 

Was tun, wenn die Chronik fehlt?

Manche Feuerwehren haben das Pech, dass die Chroniken, Kassa- sowie Protokollbücher aus der frühesten Zeit fehlen. Wenn man diese Voraussetzungen vorfindet, ist es nur mehr mit hohem Zeitaufwand möglich, Ereignisse aus der Frühzeit dieser Feuerwehren zu finden. Doch es ist möglich!

 

Begebenheiten über die Feuerwehren sind zu finden:

==> Siehe den Arbeitsbehelf „Quellen und Quellenkunde“.

 

Das Sammeln und Schreiben

Sammeln der Daten

Es ist sinnvoll, die gesammelten Daten in Karteiform anzulegen. Jede Information auf eine Karte schreiben und in einem Karteikasten oder einer Mappe der Jahreszahl nach ordnen. Dazu kann man natürlich auch einen Computer verwenden. Man erhält eine schöne chronologische Ordnung und man kann manche Ereignisse in einem besseren Zusammenhang sehen.

Ist der historische Schatz einmal zusammengetragen, so kann auch über den Inhalt des Werkes nachgedacht werden. Steht der gewünschte finanzierbare Umfang fest, können Kapitel eingeteilt werden.

 

Gliederung der geplanten Festschrift

Diese hängt davon ab, ob man nur eine kleine Broschüre oder eine umfangreiche Darstellung in Buchform herausgeben will.

  • Vorwörter
  • Totengedenken
  • Kurze Ortsgeschichte
  • Der hl. Florian, unser Schutzpatron
  • Feuerschutz und Ereignisse bevor es eine Feuerwehr gab
  • Die Gründung der Feuerwehr
  • Chronologischer Ablauf der Feuerwehrgeschichte bis in die Gegenwart
  • Die Feuerwehr heute
  • Personenverzeichnisse
  • Quellenverzeichnis
  • Danksagung

 

Vorwörter

Möglichst nicht zu viele Vorwörter in die Festschrift geben. Sie verbrauchen viel Platz und wiederholen sich im allgemeinen. Manchmal wird man aber aus (politischer) Rücksicht Kompromisse eingehen müssen. Auf alle Fälle soll ein/e Landespolitiker/in, der/die den Ehrenschutz übernommen und die Teilnahme am Fest zugesagt hat, ein Vorwort schreiben (lassen) dürfen. Es sieht gut aus, wenn man dem Ehrengast eine Festschrift überreicht, in der auch er (mit Bild) zu finden ist. Als „Muss“ gelten: Landesfeuerwehrkommandant, Bürgermeister und Feuerwehrkommandant. Auch der Verfasser hat das Recht ein Vorwort zu gestalten. Darin kann er bereits auf ihm wichtig erscheinendes eingehen.

 

Totengedenken

Es gehört sich, auf einer Seite der verstorbenen Kameraden zu gedenken. Gestaltet mit Trauerrand, Kreuz und Text.

==> Textbeispiele:

„Unseren verstorbenen Kameraden zum Gedenken. Durch ihren selbstlosen Einsatz hinterließen sie uns ein Erbe, das wir in ihrem Sinne weiterführen wollen.“

„Zum Gedenken. Wir gedenken in Ehrfurcht und Dankbarkeit aller verstorbenen Feuerwehrmänner, besonders der Gründer, Kommandanten und Funktionäre, die durch Fleiß und Einsatz dem Feuerwehrideal zum Durchbruch verholfen und zur steten Weiterentwicklung unserer Gemeinschaft beigetragen haben. Gott zur Ehr, dem Nächsten zur Wehr.“

„Gedenken. In Ehrfurcht gedenken wir unserer toten Feuerwehrkameraden. Ihre Kameradschaft und Treue seien uns ein Vorbild.“

 

Kurze Ortsgeschichte

Hier kann man kurz die geschichtliche Entwicklung sowie die aktuellen Daten der Gemeinde vorstellen. Dabei kann ein Heimatforscher, Geschichtslehrer oder Gemeindesekretär aushelfen.

 

Der hl. Florian, unser Schutzpatron

Hier wäre die Legende über den Feuerheiligen und Feuerwehrpatron darzustellen.

==> Empfohlene Literatur:

Friederike Tschochner, „Heiliger Sankt Florian“, Callwey Verlag, München, 1981,
ISBN 3-7667-0558-X.

Florian Trenner, „Der heilige Florian“, Verlag Friedrich Pustet, Regensburg, 1981,
ISBN 3-7917-0670-5.

Wilhelm Neuwirth, „Der heilige Florian“, Veritasverlag, Linz, 1985.

Karl Rokoschoski, „Der Schutzpatron Sankt Florian“, Veritas-Verlag, Linz, 1986,
ISBN 3-85329-537-1.

Rudolf Zinnhobler, „Die Lorcher Heiligen“, Kunstverlag Hofstetter, Ried im Innkreis, 1990.

 

Feuerschutz und Ereignisse bevor es eine Feuerwehr gab

Hier kann man, falls Material zur Verfügung steht, über die Brandgeschichte des Ortes, Schutzmaßnahmen, Feuerordnungen, Gemeindespritzen u.ä. berichten.

 

Die Gründung der Feuerwehr

Diese soll, je nach vorhandenem Material, detailliert geschildert werden. Gründungsanlass: vielleicht ein großer Brand, Aufruf des Bürgermeisters (nach Einführung der Feuerpolizeiordnungen waren in jenen Gemeinden, in denen noch keine freiwillige Feuerwehr bestand, die Bürgermeister verpflichtet, jährlich zur Gründung einer freiwilligen Feuerwehr aufzurufen!), Gründungsstatuten (Statutenbüchl), Gründungsmitglieder, Gründungsfoto, Zeitungsbericht.

 

Chronologischer Ablauf der Feuerwehrgeschichte bis zur Gegenwart

Die Geschichte der Feuerwehr könnte man auch nach Themen (Brände, Technische Einsätze, Feste) niederschreiben.

Ich empfehle aber, die Geschichte in chronologischer Folge (ein Jahr nach dem anderen) niederzuschreiben. Man bekommt ein übersichtlicheres Bild und der Leser tut sich leichter etwas zu finden. Außerdem kann der Leser die Festschrift nach dem Lesen jederzeit weglegen und braucht sich nur das Jahr zu merken, bei welchem er weiterlesen muss.

In diesem Abschnitt soll die Feuerwehrgeschichte so ausführlich als möglich niedergeschrieben werden. Zum einen ist es so auch eine Gemeindechronik (neben Katastrophen, Hochwässern, Stürmen soll man auch von Festlichkeiten u.a. berichten), zum anderen sollen die Leistungen, die von der Feuerwehr erbracht worden sind, aufgezeigt werden. Die Ereignisse sind durchaus bis zum Annahmeschluss der Druckerei aufzunehmen.

 

Die Feuerwehr heute

Kommando, Mitglieder, Feuerwehrjugend, Ehrenmitglieder, Feuerwehrhaus, Fuhrpark, Gerätschaften.

Die Bevölkerung soll umfassend über die Feuerwehr und ihr Einsatzspektrum in der Gegenwart informiert werden. Die Menschen wollen wissen, was die Feuerwehr im Jubiläumsjahr ist und kann. Es kann auch eine Einsatzstatistik angefügt werden.

 

Personenverzeichnisse

Verzeichnis der bisherigen Mitglieder anhand der Beitrags- oder Standeslisten (chronologisch nach Eintrittsjahr mit Vor- und Zuname, Beruf, Vulgo(Haus)name, Geburtsjahr, Austrittsjahr, Sterbejahr.

Reihe der Kommandanten mit Bild

Reihe der Kommandant-Stellvertreter, Schriftführer, Kassiere, Gerätewarte, Jugendwarte usw.

Reihe der Bürgermeister

Reihe der Gemeindesekretäre

Reihe der Pfarrer

Reihe der besuchten Ausbildungslehrgänge

Reihe der erworbenen Leistungsabzeichen (nur im Jahr der erstmaligen Erwerbung) mit dem Vermerk erfolgreicher Platzierungen

Reihe der verliehenen Auszeichnungen

 

Quellenverzeichnis

Die in der Festschrift getroffenen Angaben sollen auch von nachfolgenden Generationen überprüft werden können. Dazu ist es notwendig, bekannt zu geben, woher man seine Daten hat. Es sollte zumindest am Ende der Festschrift eine Auflistung aller verwendeten Schriften und eingesehenen Archive (Aktennummer) erfolgen. Für Fotos sind der Fotograf und die Quelle anzugeben.

 

Danksagung

Am Ende der Festschrift kann man alle Namen anführen, die bei der Gestaltung der Festschrift behilflich waren. Egal, ob man „nur“ ein Foto bekommen hat, oder ob jemand beim Übersetzen der alten Schrift (Transkripieren) behilflich war. Die jeweiligen Personen haben daran eine sehr große Freude und dem Verfasser tut dies sicher nicht weh.

 

Die Drucklegung

Eine Feuerwehrpublikation fordert Genauigkeit. Abgesehen davon, daß Feuerwehrmänner keine ausgebildeten Historiker oder Journalisten sind, kann es mit etwas Ehrgeiz, Ausdauer und Fleiß gelingen, ein qualitativ hochwertiges Druckwerk für die Feuerwehrkameraden, die Bevölkerung und die Nachwelt zu schaffen.

 

Computer hilft sparen

Druckkosten können dadurch wesentlich erspart werden, indem man den gesamten Text auf dem Computer schreibt und auf Diskette speichert. Gute Druckereien können den Text von der Diskette übernehmen. Somit sparen wir Zeit und viel Geld, welche die Druckerei ansonsten für das Abschreiben des Manuskriptes brauchen und den Aufwand verlangen würde.

Bevor man den Text in die Druckerei gibt, ist es aber noch notwendig, diesen von einem Lektor (kundige Person – Deutsch-Lehrer, Journalist) durchlesen zu lassen. Man wird „betriebsblind“, verwendet gleiche Worte und Formulierungen, die störend wirken können. Der Text muss gut lesbar sein. Man sieht auch Schreibfehler nicht mehr, da man den Text schon auswendig kennt.

Unabhängig davon muss die Druckerei eine weitere Korrektur- bzw. Endlesung vornehmen und dies im Angebot garantieren.

Zur Einholung eines Druckerangebotes ist anzumerken, dass dies am günstigsten ist, wenn man bereits den gesamten Text und die Zahl der zur Gestaltung vorgesehenen Bilder und Dokumente mit der Festlegung der Farbseiten zur Verfügung hat. Die Druckerei kann dann sehr genau kalkulieren. Auf alle Fälle sollte man mehrere Angebote einholen.

 

Format

Eine kleinformatige Festschrift wird zwangsläufig dicker und erhält damit Buchcharakter. Sie erscheint damit wertvoller und ist so leichter zu verkaufen.

Das Format soll vereinheitlicht werden, um besonders jenen Stellen, die zur Archivierung von Festschriften angehalten sind, die Lagerung zu erleichtern. Auch in privaten Bücherregalen sind Festschriften lästig, die wegen der unmöglichen und unterschiedlichen Größen herausragen.

==> Formatvorschläge:
210 mal 210 bis 230 mal 230 mm, höchstens DIN A 4.

 

Schrift und Spalteneinteilung

Da sich besonders ältere Menschen für die Festschrift interessieren werden, ist eine größere, gut lesbare Schrift, zu empfehlen.

Der Text soll zwei- oder gar dreispaltig gedruckt werden (wie bei den Zeitungen). Man tut sich beim Lesen wesentlich leichter, als wenn man die ganze Seite „hinüber“ lesen muss.

Noch ein Vorteil: Die Formatwahl der Fotos und Dokumente wird durch zwei- bzw. dreispaltigen Druck wesentlich erleichtert.

 

Die Bilder

Viele Bilder und Dokumente bereichern eine Festschrift enorm.

Am besten Originalfotos oder wenn diese vom Besitzer nicht lange aus der Hand gegeben werden möchten, vom Fachmann angefertigte Duplikate (sind relativ teuer) verwenden. Skizzen, Zeichnungen oder Urkunden ebenfalls im Original zur Druckerei bringen. Die Bildqualität gegenüber Kopien ist wesentlich besser.

In der Festschrift soll jedes Bild mit einem Bildtext versehen werden. Wenn Personen zu erkennen sind, möglichst die Namen dazu schreiben (üblicherweise in kleinerer Kursivschrift).

 

Werbung – Inserate

Keine Feuerwehr wird ohne Sponsoren auskommen. Manche Druckereien bieten übrigens den Service an, sich selbst um die Inserate zu kümmern. Man braucht diesen nur eine Liste geeigneter Firmen zu übergeben.

Aufpassen, wo die Werbung eingefügt wird. Die Firmen sind meist daran interessiert, dass die Inserate in den Text gestreut werden, um die Werbewirksamkeit zu erhöhen. Dagegen ist grundsätzlich nichts einzuwenden, wenn nicht gerade eine schöne Urkunde durch ein „knalliges“ Inserat in den Hintergrund gedrängt wird.

Für das Bild der Festschrift selbst, wäre es jedoch von Vorteil, wenn die Inserate gesammelt im letzten Teil der Schrift aufscheinen würden. Dies hat jedoch für die Firmen den Nachteil, dass diese dann meist nicht mehr beachtet werden und so der Werbeeffekt ausbleibt. Außerdem sieht es nicht übermäßig gut aus, wenn die Inserate allein die Hälfte des Festschriftumfanges ausmachen. Eine weitere Möglichkeit wäre auch, den Inseratenteil extra zu binden und der Festschrift beizulegen. Dies hat jedoch ebenfalls für die Firmen den Nachteil, dass dieser Inseratenteil z.B. auch weggeworfen werden kann.

Eine weitere Lösung wäre, die Firmen zu einem „freiwilligen Druckkostenbeitrag“ einzuladen. Hier spart man sich die Inserate (die auch durch das Setzen in der Druckerei Kosten verursachen und viel Platz und Papier brauchen). Die Förderer werden dann im Anhang nur namentlich, etwa mit drei Zeilen und mit dem gespendeten Betrag genannt.

==> Beispiel:
Ing. Franz Frauscher, Bau- & Möbeltischlerei, TB für Innenarchitektur,
5270 Mauerkirchen, Eglsee 4                                                              S 2000,--.

Der Vorteil für die Feuerwehr liegt darin, dass diese Liste mit dem Computer geschrieben werden kann, der Drucker also keine Inserate setzen muss. Weiters braucht man wenig Platz. Schließlich können zu einem freiwilligen Druckkostenbeitrag auch geschützte Wirtschaftsbereiche, z.B. Ärzte, Rechtsanwälte, Tierärzte u.a. eingeladen werden, die ansonsten keine Inserate schalten dürfen. Der Vorteil der Firmen liegt darin, dass die Bevölkerung diesen Spendenteil mit großer Aufmerksamkeit liest, alleine schon deshalb, um zu sehen, wie viel jemand gespendet hat.

Aus diesem Grund ist es aber unbedingt notwendig, die Firmen vorher zu informieren, dass auch der gespendete Betrag veröffentlicht wird!

Der Nachteil könnte sein, dass möglicherweise manche Firmen nur ein Inserat schalten wollen, zu einem „freiwilligen Druckkostenbeitrag“ in der genannten Form aber nicht bereit sind.

Achtung: Die Firmen und Gönner alphabetisch reihen!

 

Umschlaggestaltung

Durch die Fülle an Bildern, die man beim Erstellen der Festschrift sieht, ist man leicht geneigt zu übersehen, welche Bilder für den Umschlag am besten geeignet sind. Bevor man aber mehr als fünf Bilder auf der Titelseite zeigen will, weil einem diese so wichtig erscheinen, ist es besser, sich vom Drucker beraten zu lassen. Durch seine Erfahrung hat er einen Blick für das Wesentliche und er hat auch das grafische Gespür dafür. Als Einband ist ein harter Einband vorzuziehen. Wenn die Festschrift dick genug ist, soll der Titel auch am Buchrücken gelesen werden können. Man findet sie dann leichter im Bücherregal.

 

Verteilung und Verkauf

Mit einer Festschrift soll die Bevölkerung mehr Einsicht in „ihre“ Feuerwehr bekommen. Daher muss man auch dafür sorgen, dass diese in jeden Haushalt kommt.

 

Verkauf von Haus zu Haus

Entsprechend der vorgesehenen Finanzierung, entweder durch Inserate oder Spenden, oder beiden Möglichkeiten, wird man einen fixen Verkaufspreis oder keinen festlegen.

Am besten lässt man gut informierte Kameraden in Uniform, die viel Zeit für persönliche Gespräche haben, von Haus zu Haus gehen.

Vorteil: Jeder Haushalt wird die Feuerwehr kennenlernen. Durch den persönlichen Kontakt ist die Bevölkerung spendierfreudiger (bei der Übergabe gegen eine Spende, darf aber die Höhe keine Rolle spielen).

Nachteil: Man braucht viel Zeit. Bei einem festgesetzten Preis nimmt möglicherweise jemand die Festschrift nicht ab und ist so auch nicht über das Feuerwehrgeschehen informiert.

 

Verteilung von Haus zu Haus (ohne Verkaufsgespräch)

Man gibt die Festschrift nur in den Briefkasten, ohne mit der Bevölkerung in Kontakt zu treten. Die Festschrift wird in diesem Falle nicht verkauft, sondern verschenkt. Man kann sie jedoch mit einem Zahlschein versehen und die Bevölkerung zur Einzahlung eines freiwilligen Druckkostenbeitrages einladen. Die Erfahrung zeigt, dass dies eher im städtischen Bereich von Vorteil ist (Einzahlungsquote der Bevölkerung z.B. in einem mittleren Markt 50% !) Am Land würde dies eher zur Verstimmung mit den Bewohnern führen.

Achtung: Bei diesem Vertrieb ist unbedingt darauf zu achten, dass nur ein Exemplar pro Haushalt mit einem freiwilligen Zahlschein abgegeben wird. Für jedes weitere gewünschte Exemplar muss mindestens der Herstellungspreis verlangt werden!

Die Erfahrung zeigt, dass manche gleich mehrere Festschriften wollen, wenn sie nichts kosten!

Vorteil: Alle Haushalte in der Gemeinde erhalten eine Festschrift und sind so über das Geschehen informiert. Bei den freiwilligen Spenden, die mittels Erlagschein eingezahlt werden, zeigen sich so manche Wohltäter!

Nachteil: Wenig persönlicher Kontakt, viele werden die Festschrift behalten, ohne dafür zu spenden.

 

Schlusstipp

Unbedingt genügend Festschriften in der Feuerwehr zurückbehalten. Wenn man sich etwa 30 Exemplare im Archiv aufhebt, kann man auch in späteren Jahren an besondere Gäste eine Festschrift weitergeben.

Im eigenen Archiv müssen jedoch mindestens fünf Exemplare verbleiben!

 

Weitergabe an Archive

Zur Archivierung sollten auch ein bzw. zwei Exemplare gegeben oder gesandt werden an:

  • Gemeindearchiv,
  • Pfarrarchiv,
  • Heimatmuseum – Archiv,
  • Bezirksarchiv,
  • Archiv des Landesfeuerwehrverbandes,
  • Landesarchiv,
  • Universitätsbibliothek,
  • Feuerwehr- und CTIF-Geschichte, Museen und Dokumentation, Centrum hasicskeho hnuti - Feuerwehrbewegungszentrum, CZ-58222 Pribyslav, Husova 300, Tschechien.

 

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  1. HAW Konsulent Herbert Brandstetter, Heimatforscher, Mauerkirchen, Oberösterreich.

 

Ablage unter:Festschriften

Handbuch zur Feuerwehrgeschichte - Ausgabe: November 2002/2