Fahnenordnung – Hinweise zum Tragen der Fahne

Autor: Christian Hofstetter (1)

Der Bedeutung der Fahne als Symbol unverzichtbarer Werte wird durch würdiges und strammes Tragen Rechnung getragen. Dazu gehören der festliche Eintritt in die bestehende Formation, das „Hoch“-Tragen im Festzug, das ehrende Senken bei bestimmten religiösen Zeremonien und weltlichen Festakten sowie der feierliche Ausmarsch aus der Formation vor deren Auflösung.

Fahnentrupp

Der Fahnentrupp besteht in der Regel aus Fähnrich und zwei Fahnenbegleitern (flankieren diesen links und rechts). Als Kopfbedeckung tragen sie so wie die gesamte Formation entweder den Helm oder die Mütze. Mancherorts tragen nur der Kommandant und der Fahnentrupp den Helm. Der Fähnrich ist mit einem Fahnenschuh ausgestattet. Zur Feuerwehruniform ist das Tragen von Schärpen nicht vorgesehen.

Eintreten der Fahne

Beim Antreten der Formation (einschließlich Musik) nimmt der Fahnentrupp abseits so Aufstellung, dass er auf Befehl des Kommandanten vor der angetretenen Mannschaft an deren Spitze marschieren kann.

Auf das Kommando „Habt acht“ wird die Fahne hoch genommen und in den Fahnenschuh gestellt,

auf „zur Übernahme der Fahne, rechts schaut“ – „Fahne eintreten“ spielt die Musik den Fahnen(General)marsch.

Für den Fahnentrupp gibt der Fähnrich die weiteren Kommandos:

„Habt acht“, „im Schritt marsch“, „Richtung rechts“, „Richtung links rückwärts“, „Fahnentrupp halt!“

Der Kommandant salutiert während des Einmarsches der Fahne.

 

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Nachdem die Fahne eingetreten ist erfolgt das Kommando:

„Habt acht, Feuerwehr ruht!“ – die Fahne wird auf den Boden gestellt.

Tragen der Fahne

Ab dem Eintreten macht der Fahnentrupp sämtliche Kommandos mit. Bei jedem „Habt acht“ wird die Fahne hoch genommen und in den Fahnenschuh gestellt, nach „Rechts um“ erfolgt die Rechtswendung in Marschrichtung.

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Danach tritt der Kommandant vier Schritte vor der Formation ein und kommandiert nach rückwärts gerichtet „Im Schritt marsch!“

(Die vier Schritte Abstand sollten durch den Fahnentrupp eingehalten werden).

 

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Die Fahne wird im Festzug, in der Prozession und im Trauerkondukt im Fahnenschuh gerade hoch getragen.

„Geschultert“ (auf der rechten Schulter) getragen wird die Fahne nur in Ausnahmefällen nach einem „Ruht“-Marschbefehl (dabei ist das Fahnentuch samt Fahnenbändern mit der rechten Hand so zu umfassen, dass weder ein Teil des Fahnentuchs noch die Fahnenbänder herabhängen).

Kommandofolge beim Halten: nachdem der Kommandant austritt teilt sich der Fahnentrupp durch Verkürzen der Schrittlänge den Platz ein.

„Feuerwehr, halt!“ (Nach dem Ankündigungsteil „Feuerwehr“ sollte nach vier Marschtakten, auf den linken Fuß kommandiert, der Ausführungsteil „halt“ kommen). Danach kommt immer „Links um!“ Der Fahnentrupp macht die Linkswendung und schwenkt in die Linie ein,

danach erfolgt des Kommando „Feuerwehr ruht!“ – die Fahne wird auf den Boden gestellt.

Fahnenbänder

In der Regel wird die Fahne mit der großen Maschenschleife und mit einigen Erinnerungsbändern getragen (damit beim Senken der Fahne diese nicht zu schwer wird, sollte aber auf allzuviele Bänder verzichtet werden).

Im Falle eines Begräbnisses gehört die Fahne nur mit der großen Trauerschleife getragen.

Fahne senken

Bei jedem „Rechts schaut“ wird die Fahne aus dem Fahnenschuh genommen und waagrecht frei nach vorne gesenkt. Der Fähnrich und die Fahnenbegleiter machen die Blickwendung nicht mit.

Weiters wird die Fahne in „Habt acht“-Stellung waagrecht frei nach vorne gesenkt:

beim Einzug in die Kirche vor dem Altar,

während der Messe (auch Feldmesse) bei der heiligen Wandlung,

beim Segen,

beim Auszug wieder vor dem Altar,

beim Empfang einer ankommenden Formation (das Berühren der Fahnen zum „Fahnenkuss“ ist möglich),

beim Abschreiten der Formation,

zur Landes- oder Bundeshymne,

beim Vorbeimarsch an der Ehrentribüne auf den Befehl „Defilierung rechts!“,

bei einem Begräbnis wird die Fahne dreimal in das Grab gesenkt,

zu Totenehrungen beim Befehl „zum Gebet!“

und zum Lied vom „Guten Kameraden“.

Versorgen der Fahne

Vor Auflösung der Formation wird die Fahne analog des Einmarsches auch zurück in das Depot gebracht.

Auf das Kommando „Habt acht“ wird die Fahne hoch genommen und in den Fahnenschuh gestellt. Es folgen die Kommandos „Zum Austreten der Fahne, Feuerwehr rechts schaut“ – dann „Fahne austreten“, darauf spielt die Musik den Fahnen(General)marsch.

Für den Fahnentrupp gibt der Fähnrich die weiteren Kommandos:

„Im Schritt marsch“, „Richtung links“, „Fahnentrupp halt“, „Fahnentrupp abtreten“.

Der Kommandant salutiert während des Ausmarsches der Fahne.

Erst danach erfolgt das Kommando „Habt acht, auf der Stelle abtreten“.

 

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  1. OVI Christian Hofstetter, FF St. Johann im Pongau, Feuerwehr-Bezirksfähnrich für den Pongau

 

Ablage unter: Fahnenordnung

Handbuch zur Feuerwehrgeschichte - Ausgabe:Februar 2005/2

Ablage unter: Einführung i. d. Fw-Geschichte

Handbuch zur Feuerwehrgeschichte - Ausgabe: Mai 2000