ÖBFV Terminkalender

04. 05.  
18. 05.  
22. 05.  
Zu allen Terminen

Ausbildung und Feuerwehrschulen

Ausbildung und Feuerwehrschulen

Adolf Schinnerl (1)

„Zweck der Feuerwehr ist ein geordnetes Zusammenwirken bei Feuersgefahr, um Leben und Eigentum der Bewohner zu schützen“, so oder ähnlich werden die seinerzeitigen Statuten der freiwilligen Feuerwehren eingeleitet. Zu den „Mitteln zur Erreichung des vorgesteckten Zweckes“ gehören die vom „Hauptmann anzuordnenden Übungen“. In der Gründerzeit waren die Feuerwehren in der Ausbildung auf die mündliche Überlieferung und das gegenseitige Beispiel angewiesen. In der Zeit nach 1920 beginnen die von den Landesfeuerwehrverbänden organisierten schulmäßigen Ausbildungen. Wenn auch bis zum heutigen Tag die Hauptverantwortung der Ausbildung bei den Ortsfeuerwehrkommandanten liegt, stehen nunmehr für die Weiterbildung der Feuerwehrmitglieder, und zwar vom Feuerwehrmann/frau bis zum höchsten Funktionsträger, professionell geführte Landesfeuerwehrschulen zur Verfügung. Es war ein langer Weg, die täglichen Einsatzerfordernisse erforderten eine stete Weiterentwicklung.

 

Ausbildung in der Gründerzeit

Die Vorbilder

Im Jahr 1849 wurde von der Stadt Graz der Universitätsturnlehrer August Augustin mit der Untersuchung des Feuerlöschwesens beauftragt. Nach dem Besuch der damals bekanntesten Feuerwehren Europas kehrte er mit einem Bündel konkreter Vorschläge zurück. 1854 dokumentierte er seine Wahrnehmungen in einer 265 Seiten umfassenden Eingabe unter dem Titel „Stand des Feuerlösch- und Rettungswesens in Österreich, Deutschland, Frankreich und England“. (2)

Vom Gründer der FF Innsbruck, Franz Thurner (Jahrgang 1828), ist bekannt, dass er als Wanderbursche in den Jahren 1845 und 1846 ganz Deutschland durchzog und nicht nur seine Kenntnisse als Seilergeselle vervollständigte, sondern auch das Turn- und Feuerlöschwesen kennen lernte. 1856 reiste er nochmals nach Deutschland, um das dortige Löschwesen in verschiedenen Städten genauer zu studieren. Schließlich kaufte er in Mainz dort gebräuchliche Feuerwehrgeräte ein und kehrte mit vielen neuen Erkenntnissen heim (3). Es ist anzunehmen, dass Thurner auch ein Feuerwehrbuch in seinem Gepäck hatte.

In Mainz war zu dieser Zeit Kaminkehrermeister Carl Josef Anton Weiser, Jahrgang 1811, Chef der Feuerwehr. Er gründete 1849 die Mainzer Feuerwehr und erwarb sich bald den Ruf eines draufgängerischen Kommandanten. Die im Feuerwehreinsatz gewonnenen Erfahrungen und Erkenntnisse veranlassten ihn, bereits 1855 zur Feder zu greifen und ein 304 Seiten umfassendes Handbuch mit der Beschreibung aller Löschgeräte und dem zur Bedienung notwendigen „Exercitium“, Einsatztaktik usw., mit zahlreichen Abbildungen selbst illustriert, zu veröffentlichen. (4)

1857 begann Thurner mit der Feuerwehrausbildung in seiner Heimatstadt.

1862 feierten die Kremser Turner ihr Stiftungsfest. Rund 600 Turner aus Wien, Niederösterreich, Oberösterreich und Salzburg konnten die Feuerwehrübung der Turnerfeuerwehr Krems beobachten. Wahrscheinlich wurde von hier aus die turnerische Löschmethode weitergetragen.

1863 beobachteten Dr. Hanns Stingl aus Krems und Ferdinand Jergitsch aus Klagenfurt beim 3. Deutschen Turnfest in Leipzig das Funktionieren der Turnerfeuerwehren. Daraufhin wurde 1864 auf Antrag Stingls beim III. Turntag in Linz in der Turnerfeuerwehr-Ordnung die Mannschaftsgliederung in fünf Abteilungen fixiert:

a) Mannschaft zur Bedienung der Spritzen,

b) Steiger,

c) Einreißer,

d) Wasserzubringer,

e) Rettungs- und Schutzmannschaft.

Der Kommandant hatte die „Einreihung und die Abrichtung der einzelnen Individuen zu bewerkstelligen und die Gesamtfeuerwehrübung zu leiten“.

Eine der Pionierparolen lautete sinngemäß: eine geübte Feuerwehr kann mehr als eine bürgerliche „Löschanstalt“ helfen. Die Turner haben den Vorteil, dass sie aufgrund ihrer körperlichen Gewandtheit die schwierige Aufgabe als „Steiger“ besser erfüllen können. In Rotten zu sechs bis acht Mann erklimmen sie die Dächer und bekämpfen von dort aus die Flammen (5).

Ferdinand Jergitsch, Gitterstricker und Siebmacher in Klagenfurt, kam 1863 in Leipzig auch mit Karl Metz, Spritzenfabrikant in Heidelberg, in Verbindung. Er berichtete dem Klagenfurter Gemeinderat vom in Leipzig Gesehenen und wurde daraufhin mit der Gründung einer freiwilligen Feuerwehr beauftragt. Gleichzeitig wurde bei Metz eine Spritze bestellt. Die Spritze lieferte Metz 1864 persönlich und leitete auch die Einschulung der Mannschaft. Damit war auch die Gründung der FF Klagenfurt vollzogen. Später übernahm Jergitsch den Vertrieb der Metz´schen Feuerspritzen und Ausrüstungen und verband die Lieferung der Geräte mit dem „Einexerzieren“. So hat er zur Weitergabe der Übungsregeln zuerst persönlich und dann mit seiner im Jahr 1872 veröffentlichten „Übungs- und Exerziervorschrift“ weit über Kärnten hinaus beigetragen (6).

Auch Karl Billerhart, 1864 Gründer der FF Oberndorf und somit Salzburgs erster Feuerwehrhauptmann, brachte seine Feuerwehrkenntnisse aus der Wanderzeit als Gerbergeselle mit. Beispiel für die Gründung der FF war die in der bayrischen Nachbarstadt Laufen 1860 errichtete freiwillige Feuerwehr. Beide Feuerwehren führten ihre „Löschkünste“ wieder in der Stadt Salzburg vor und trugen so zur Verbreitung bei (7).

Nach Westungarn brachte die Feuerwehridee der aus Württemberg kommende Lehrer Friedrich Rösch. Er gründete 1866 den ersten Feuerwehrverein in Ödenburg. Vorher schon hat er mit den Zöglingen der Schulgemeinde Oberschützen, über die er die Aufsicht hatte und die hier auf den Lehrberuf vorbereitet wurden, Löscharbeiten geübt. Er gab bereits 1870 mit einem „Feuerwehrbüchlein“ entsprechende Löschregeln und die nötigsten Exerziervorschriften in deutscher und ungarischer Sprache heraus (8).

Einheitliche Gestaltung durch Zusammenschluss
Schon bald schließen sich die bestehenden Feuerwehren zusammen und führen bei ihren Treffen Feuerwehrübungen zum gegenseitigen Kennenlernen durch. Die einheitliche Gestaltung des Löschwesens ist ein wesentliches Ziel des Zusammenschlusses. Auf den Feuerwehrtagen werden Ausstellungen und Vorführungen organisiert und später auch Vorträge gehalten. Alles zusammen hat hauptsächlich zur Weiterbildung der Hauptfunktionäre beigetragen, die ihrerseits wieder das Gesehene und Gehörte zu Hause umzusetzen hatten.

Lösch- und Dienstordnungen als Ausbildungsgrundlage
Die ersten Statuten werden mit den bisher gemachten Erfahrungen ergänzt und von Ort zu Ort zur Gründung freiwilliger Feuerwehren weitergegeben. Mit den später erlassenen Feuerpolizeiordnungen werden diese vereinheitlicht. Sie beinhalten neben den vereinsrechtlichen Angelegenheiten auch die Dienstordnung, Aufgaben und Übungsvorschriften. Die Mannschaft gliedert sich in der Regel in Steiger, Schlauch-, Spritzen-, Schutz- und Sanitätsmänner. Die Ausbildung wird dementsprechend auch aufgabenspezifisch praktiziert.

Erste Sonderausbildungen wurden für die „Hornisten“ organisiert, als man die mit dem Feuerwehrhorn zu blasenden Befehle vereinheitlichen wollte. Diese waren doch schwierig zu blasen und bedurften einer längeren Einübungszeit.

Auch die Sanitäter erfuhren durch die Korpsärzte schon sehr früh eine konzentrierte Ausbildung.

Die „Erste Exerciermeister-Schule“ ist in der Steiermark evident. Landesobmannstellvertreter Josef Purgleitner hat diese vom 6. bis zum 13. September 1891 in Graz organisiert. Weitere fünf Chargenkurse folgten bis zum Jahr 1895, dann mussten diese wieder aufgegeben werden, weil sich in den Ortsfeuerwehren ein gewisser Widerstand gegen die „G`studierten“ regte und den ausgebildeten Chargen keine Gelegenheit geboten wurde, ihr erworbenes Wissen den Kameraden weiterzugeben (9).

 

Verschiedene Lern-, Ausbildungs- und Löschbehelfe

Eine wichtige Rolle spielten in der Ausbildung auch die von den Feuerwehrpionieren herausgegebenen Behelfe, welche hier als Beispiele angeführt werden:

1854 – August Augustin, Graz, Stand des Feuerlösch- und Rettungswesens in Österreich, Deutschland, Frankreich und England.

1864 – „Turnerfeuerwehr-Ordnung für die Turnvereine Ober-, Niederösterreich`s und Salzburg`s, nach den Beschlüssen des III. Turntages in Linz am 26. Herbstmond 1864“.

1870 – „Feuerwehrbüchlein“, zusammengestellt von Friedrich Rösch, Professor an der Oedenburger Communal-Realschule und Commandant der freiwilligen Feuerwehr, herausgegeben vom Turn- und Feuerwehr-Verein zu Oedenburg, in ungarischer und deutscher Sprache.

1872 – „Uebungs-Vorschriften für die kärnt. Verbandsfeuerwehren, verfaßt und herausgegeben von Ferd. Jergitsch, Feuerwehrhauptmann und Verband-Obmann“, Klagenfurt.

1874 – von diesem Jahr an erscheint „Fromme`s Oesterreichischer Feuerwehr-Kalender“, der auch Fachbeiträge enthält.

1878 – Friedrich Rösch, „Die Feuerwehr in kleinen Städten, Dörfern und Pußten“.

1883 – „Handbuch für die Freiwilligen Feuerwehren NÖ“, Herausgeber NÖ LFV.

1889 – Friedrich Rösch und Julius Szabó auf Beschluss des Ödenburger Komitats-Feuerwehrver-bandes, „Organisations- und Exerzier-Vorschriften für freiwillige Feuerwehren“.

1892 – „Uebungsbuch für Land-Feuerwehren, im Auftrag des niederöst. Landes-Feuerwehr-Verbandes zusammengestellt von Karl Schneck, Hauptmann der freiw. Turner-Feuerwehr in St. Pölten“.

1894 – „Exercier-Reglement“ für die Wiener Berufsfeuerwehr von Eduard Müller.

1898 – „Brand-Tactik in Fragen und Antworten auf Grundlage des Schider`schen Leitfadens“ für Landfeuerwehren ausgearbeitet von Josef Werfer, Lungötz, Verlag des Salzburger Landesfeuerwehrverbandes.

1903 – Julius Szabó, Lehrbuch „Tüzoltók Könyve“ (in ungarischer Sprache); 1904 folgt die Übersetzung ins Deutsche als „Buch der Feuerwehrmänner (Feuerwehr-Katechismus)“.

1904 – „Dienstes-Bestimmung für die Sanitäts-Abteilung der freiwilligen Feuerwehren am Lande, entworfen von Dr. Franz Hattinger in Gnigl“, Salzburg.

1905 – „Einheitliche Organisations- und Uebungs-Vorschriften für Feuerwehren am Lande“, verfasst von Alexander Kurz, Kommandant der FF Neustift bei Güssing.

1906 – „Verfassung u. Ausbildung freiwilliger Feuerwehren von Franz Jos. Hlawna“, Verlag des Salzburger Landes-Feuerwehrverbandes.

Der 6. Österreichische Feuerwehrtag 1896 in Klagenfurt beschließt, dass Freiwillige öfter bei größeren Feuerwehren volontieren, also eine praktische Ausbildung in Anspruch nehmen sollen.

Um Hilfen für die Chargenausbildung zu geben, beschloss man 1901 die Herausgabe von Lehrbüchern für Chargenkurse und Chargenprüfungen vor allem für ländliche Verhältnisse (10). (Welche und wie viele tatsächlich herausgegeben wurden, ist nicht erforscht, und von Chargenprüfungen ist auch nichts bekannt).

Einschulung durch die Feuerwehrgeräteerzeuger
Die Auslieferung von Spritzen und Geräten erfolgt in der Regel direkt durch die Erzeuger oder deren Gebietsvertreter. Im Rahmen der Übergabe wird die Mannschaft eingeschult und dann im Ort die Neuerwerbung „tüchtig“ erprobt und vorgestellt.

In den Firmenkatalogen sind neben den Geräte-Angeboten auch Exerzierordnungen zu finden. In einem Kaufangebot enthalten sind oft auch die organisatorische Hilfe und Beratung bei der Errichtung einer freiwilligen Feuerwehr bis hin zur „Abrichtung“ (Ausbildung).

 

Entwicklung des Kurswesens

Vorreiter der Fachkurse
Mit der Durchführung des ersten Feuerlösch-Fachkurses vom 25. bis zum 31. Juli 1892 in Reichenberg leitet der deutsche Feuerwehr-Landes-Centralverband für Böhmen eine gezielte Feuerwehrausbildung ein (11). Das vorbereitende Komitee bestimmt Reichenberg zum Kursort. „Da diese Stadt, wie kaum eine zweite in Böhmen, so günstige Vorbedingungen für einen erfolgreichen Verlauf aufzuweisen vermag. Einerseits besitzt sie eine große, trefflich geschulte freiwillige Feuerwehr mit einem sehr reichhaltigen und vielseitigen Requisitenparke, welcher einen weitgehenden Anschauungsunterricht ermöglicht, andererseits besteht bereits durch eine Reihe von Jahren an der höheren k. k. Staatsgewerbeschule in Reichenberg ein Lehrkurs für Feuerlöschwesen“, lautet die Begründung. Es leiten den theoretischen Unterricht E. Schedlbauer, Professor und Leiter des Lehrkurses für Feuerlöschwesen an der Staatsgewerbeschule, den praktischen Teil Wilhelm Ed. Siegmund, Kommandant der FF Reichenberg, den Unterricht in erster Hilfeleistung bei Unglücksfällen und plötzlichen Erkrankungen Med. Dr. Ferdinand Scholze, Korpsarzt der FF Reichenberg, die Behandlung der statistischen und administrativen Seite des Feuerwehrwesens Karl Staudt, Geschäftsleiter des deutschen Feuerwehr-Landes-Centralverbandes in Prag/Josefstadt.

70 Feuerwehrmänner nehmen an der siebentägigen Ausbildung teil. Die Vorträge werden in einem Hörsaal der Staatsgewerbeschule abgehalten, zusätzlich praktische Übungen von der FF Reichenberg demonstriert und Exkursionen durchgeführt.

A) Theoretische Vorträge:

  1. Einleitung, Einteilung der Lehrstoffe, Löschmittel, Wasserversorgung, Hydranten.
  2. Entwicklung des Feuerlöschwesens, Geschichte, Entwicklung der praktischen Mittel.
  3. Hydranten, Geräte zur Wasserbeschaffung.
  4. Schläuche, Schlauchkupplungen, Erhaltung der Schläuche.
  5. Wasserbeschaffung, Beleuchtungsmittel, Alarmvorrichtungen.
  6. Geräte zur Strahlerzeugung. Einteilung der Spritzen, Spritzengeschichtliches, Krücken-, Butten-, Abprotz-, Wagen-, englische Spritzen.
  7. Details der Spritzen: Kolben, Cylinder, Ventile, Windkessel, Strahlrohre, Sauger.
  8. Ordonanzdienst.
  9. Anschaffung und Erhaltung der Schläuche. Horizontale und vertikale Schlauchschutzmittel. Erhaltung der Schläuche zur Winterszeit.
  10. Das Feuer. Ursachen der Entstehung. Ausrücken zum Brandplatze.
  11. Behandlung der Spritzen, Übernahme von Spritzen.
  12. Spritzenprüfungsnormale, Berechnung der Spritzen.
  13. Verhalten am Brandplatze, Taktik der Steigerabteilung, Taktik der Löschabteilung, Ablösung der Mannschaft, Aufräumen der Brandstätte.
  14. Baulichkeiten der Feuerwehren: Steigerhaus, Steigerwand, Spritzenhäuser, Depots.
  15. Übungsdienst der Feuerwehren: Disziplin, Marschübungen, Aufstellung der Geräte.
  16. Organisierung des Feuerwehrwesens: freiwillige, Berufs-, Pflicht-, Fabriks-, militärisch organisierte Feuerwehren. Gliederung derselben, Bezirks- und Landesverbände. Statistik des Feuerwehrwesens: Wert der Statistik. Entstehungszeit der Feuerwehren. Entwicklung. Gegenwärtiger Stand nach den letzten statistischen Ausweisen.
  17. Berechnung der Spritzen. Dampfspritzen, stationäre, Schiffs-, Lokomitiven-, Leuchtgas-, elektrische-, Kohlensäurespritzen.
  18. Dampfstrahlpumpen, Petroleumspritzen.
  19. Extinkteure: Systeme von Charlier Vignon, Dick Lipmann, Zuber, Dennis.
  20. Steigergeräte: Hakenleitern ein und zweiholmig.
  21. Schulübungen, Korpsübungen, Branddienst.
  22. Arten der Schadenfeuer: Klein-, Mittel-, Großfeuer. Unterarten dieser Gruppen, wie Kellerfeuer, Theaterbrände, Turmbrände, Waldbrände.
  23. Gesetzeskunde, mit besonderer Betonung jener Paragraphen, welche sich auf das Feuerwehrwesen beziehen – Vereinsgesetz vom 15. November 1867, Feuerpolizeiordnung des Königreiches Böhmen vom 25. Mai 1876, Strafgesetz, die einschlägigen gesetzlichen Bestimmungen wegen Befreiung vom Gebührenäquivalente, Stempelfreiheit, Mautbefreiung im Dienste.
  24. Das Assekuranzwesen in Bezug auf das Feuerwehrwesen, der 2% Feuerwehrbeitrag.
  25. Dachleitern, Dachsteckleitern, Anstell- oder Anlageleitern, mechanische Leitern (Schiebeleitern); Balance-, Spindelleitern.
  26. Die Einreißgeräte.
  27. Ausrüstung der Feuerwehrmänner, Rauchtücher, Rauchmasken.
  28. Rettungsgesellschaften, Wasserwehren, Dienst der Feuerwehren während eines Feldzuges.
  29. Uniformierungsvorschriften, Fachliteratur, Fachorgane, Bibliothekswesen.
  30. Rettungsgeräte: Rettungsschlauch, -Korb, -Sack, -Leine, -Rolle; Sprungtuch, Reichenberger Rutschtuch, Selbstrettungsapparate.
  31. Rauchapparate verschiedener Systeme.

B) Erste Hilfeleistung:

  1. Anatomische Grundbegriffe.
  2. Allgemeine Regeln bei der ersten Hilfeleistung. Offene Wunden. Behandlung und Notverbände.
  3. Verbände und Anwendung derselben.
  4. Arten und Behandlung von Brandwunden.
  5. Besprechung plötzlich auftretender Krankheitserscheinungen: Quetschungen, Verletzungen, Verstauchungen, Verrenkungen, Knochenbrüche.
  6. Transport der Verunglückten. Ausrüstung der Sanitätsabteilung.

C) Praktische Vorführungen der Reichenberger Feuerwehr:

  1. Spritzenübung.
  2. Vorführung einer Spritzenprüfung.
  3. Steigerübung.
  4. Durchführung einer Spritzenprüfung durch vier Kursteilnehmer.
  5. Vorführung des Sanitätswagens.
  6. Dampfspritzenübung.
  7. Vorführung von mechanischen Leitern.
  8. Hauptübung.

D) Exkursionen:

  1. Besichtigung der Hydranten in der Hirtengasse.
  2. Besichtigung der Reichenberger Feuertelegraphen-Anlage und der Feuerwehrdepots.
  3. Exkursion nach Grottau zur Besichtigung der Fabriks-Hydrantenanlage der Firma Franz Leitenberger.
  4. Besichtigung des Theaters und des neuen Rathausgebäudes.
  5. Besichtigung des neuen Sparkassengebäudes und des nordböhmischen Gewerbemuseums.
  6. Besichtigung der Hydranten in der Fabriksanlage der Firma J. Ginzkey in Maffersdorf.
  7. Besichtigung der Staatsgewerbeschule.
  8. Exkursion nach Liebenau zur Hochquellenleitung mit Übung der dortigen Feuerwehr.

Der zweite Fachkurs findet vom 2. bis zum 9. August 1896 in Teplitz, der dritte vom 7. bis zum 11. August 1906 wieder in Reichenberg statt.

Initiativen nach dem Ersten Weltkrieg im neuen Österreich
Oberst a. D. Oswald Prack wird 1919 von der Salzburger Landesregierung in Österreich als erster beamteter Landesfeuerwehrinspektor angestellt. Feuerwehrerfahrung brachte er von seiner militärischen Tätigkeit mit, da er nach der Explosion in der Pulverfabrik in Blumau am Steinfeld am 17. Juli 1917 mit der Organisation des militärischen Feuerwehrwesens beauftragt worden war. Er initiiert den ersten „Landesfachkurs des Salzburger Landesverbandes für Feuerwehr und Rettungswesen“ vom 25. bis zum 30. Oktober 1920 in der Stadt Salzburg. Er begründet die Initiative damit, dass infolge des raschen Vorwärtsschreitens der Technik und der zahlreichen Neuerungen auf dem Gebiete des Feuerschutzwesens die zur Leitung der Feuerwehrkorps berufenen Organe, selbst beim besten Willen, sich die nötigen Kenntnisse durch das Studium der Fachpresse allein nicht mehr aneignen können.

116 Salzburger Feuerwehrkommandanten und Chargen und 205 Gäste aus den österreichischen Bundesländern sind als Besucher vermerkt. Die Teilnehmer erhalten bereits eine Kursbestätigung.

Ingenieur Robert Keller, Verbandskommandant der freiwilligen Wiener Feuerwehren, schreibt in einem „Nachwort zum Landesfachkurs“ u. a.: „Der Fachkurs nahm einen glänzenden Verlauf. In allen seinen Teilen gut durchgeführt, wurde überaus wertvolles geboten. Die Vortragenden, aus der Fachwelt stammend, sowie auch die Praktiker, überraschten mit gediegenen Darbietungen. Während der fünf Vortragstage, an welchen von 8 Uhr früh bis 7 Uhr abend ununterbrochen Unterricht war, hielt der Besuch des Kurses bis zu seinem Ende uneingeschränkt an.“ (12).

Im September 1921 wird der erste OÖ Landesfachkurs in Linz mit 300 Teilnehmern durchgeführt. In der Folge werden diese regelmäßig veranstaltet und vom Fachverband der Werksfeuerwehren Wanderfachkurse für Werksfeuerwehren abgehalten (13).

In der Steiermark richtet Landesverbandsobmann Dipl. Ing. Theophil Qurin die Fachkurse ein. Er gibt Übungsvorschriften heraus und wird durch verschiedene Erfindungen zur Brandbekämpfung, darunter die nach ihm benannte „Qurinsche Schlauchkiste“, bekannt.

Die nächste österreichweite Großveranstaltung findet vom 13. bis zum 16. Juli 1925 mit 592 Teilnehmern wieder in Salzburg statt. In den Aufzeichnungen der Salzburger Feuerwehrschule wird diese parallel als 2. Kurs für Feuerlöschwesen und 2. Kurs für Rettungswesen registriert.

Am Feuerwehrkurs nehmen neben 349 österreichischen (Burgenland 6, Kärnten 7, Niederösterreich 101, Oberösterreich 47, Salzburg 112, Steiermark 26, Tirol 9, Vorarlberg 7, Wien 34) auch 91 ausländische Gäste (Bulgarien 1, Deutsches Reich 34, Frankreich 3, Holland 2, Italien 3, Jugoslawien 6, Lettland 2, Polen 8, Rumänien 13, Rußland 1, Schweden 1, Schweiz 6, Tschechoslowakei 7, Türkei 1, Ungarn 3), insgesamt 440 Feuerwehrleute, teil.

Beim Rettungskurs werden 119 österreichische (Burgenland 6, Niederösterreich 16, Oberösterreich 19, Salzburg 47, Steiermark 21, Tirol 8, Vorarlberg 2) und 33 ausländische Gäste (Deutsches Reich 10, Frankreich 1, Italien 1, Jugoslawien 3, Polen 8, Rumänien 1, Schweiz 2, Türkei 1, Ungarn 6), insgesamt 152 Feuerwehrrettungsmänner, gezählt.

Feuerwehrkurse entwickeln sich
1925 werden vom Österreichischen Reichsverband für Feuerwehr- und Rettungswesen Kurse nach einheitlich erarbeiteten Richtlinien empfohlen: allgemeine Fachkurse, Kurse für Feuerwehrführer, Spezialkurse für Kraftwagenlenker und für die Maschinisten.

Dipl. Ing. Theophil Qurin, Landesverbandsobmann der Steiermark, setzt sich als Vorsitzender der Technischen Kommission des Österreichischen Reichs-Verbandes für Feuerwehr- und Rettungswesen unermüdlich für die Verbesserung des Leistungsniveaus ein. Trotz anfänglicher Trägheit und Widerstände kann er sein Konzept des „Einheitsfeuerwehrmannes“ in ganz Österreich verwirklichen. Er führt 1926 die Befähigungsprüfung für Chargen, sprich Kommandanten, ein.

Nach und nach institutionalisieren sich bei den Landesfeuerwehrverbänden zwei- und dreitägige Fachkurse für Feuerwehrleute, Rettungsleute, Chargen und Maschinisten usw. Oberösterreich beginnt 1926, Burgenland, Salzburg und Steiermark folgen 1927, Kärnten 1928, Vorarlberg 1932. Die Kurse werden unter den verschiedensten Voraussetzungen im freien Gelände, in Feuerwachen, angemieteten Räumlichkeiten und in Gasthäusern abgewickelt.

Erste Schulgebäude
Die großen Landesfeuerwehrverbände haben aus organisatorischen Gründen bald Probleme bei Durchführung derartiger Kurse. Man bemüht sich um die Errichtung eigener Schulgebäude. Oberösterreich gelingt das schon 1929 in Linz, Kärnten 1932 in Klagenfurt, der Steiermark 1933 in Graz und Niederösterreich 1933 in Wiener Neustadt. Die anderen Ländern müssen ohne eigene Schulgebäude auskommen und den Schulbetrieb wie bisher durchführen.

Straffe Führung und Prüfungen
Das Feuerwehrwesen wird militärischer. Dafür sorgen ehemalige Berufsoffiziere, welche nun in beamteten und auch gewählten Funktionen das Sagen haben. In vielen Feuerwehren übernimmt ein eigener „Exerziermeister“ die Ausbildung und entlastet den Hauptmann, der aber weiterhin die Verantwortung trägt.

1928 werden Vorschriften bzw. Kriterien für die Prüfung der Feuerwehrführer- und Stellvertreter ausgearbeitet und bei den Landesverbänden von unterschiedlichen Zeitpunkten an angewandt. Zuerst sollen sich neue Feuerwehrführer der Prüfung freiwillig unterziehen, dann werden sie gesetzlich vorgeschrieben. 1930 führt bei der ersten freiwilligen Prüfung in Salzburg Dipl. Ing. Theophil Qurin persönlich den Vorsitz.

Die politische Entwicklung im Staat bzw. autoritäre Staatsführung in den dreißiger Jahren verstärkt das Führerproblem. Die Wahl der Feuerwehrfunktionäre wird in Frage gestellt. Man ist der Meinung, dass nur gut geschulte und geprüfte Männer diese verantwortungsvolle Aufgabe erfüllen können und daher von „oben“ einzusetzen seien. Die Führer-Kurse mit abschließender Prüfung werden forciert.

1938 - 1945
Grundlage der Ausbildung wird nun die vom „Reichsführer SS und Chef der Deutschen Polizei im Reichsministerium des Innern“ erlassene „Ausbildung für den Feuerwehrdienst“. Vom Chef der Ordnungspolizei, General Kurt Daluege, werden 1939 der I. Teil, Abschnitt B „Die Gruppe 1:8“ mit 1. Jänner, Abschnitt E „Führungszeichen“ mit 1. Februar, Abschnitt C „Der Zug“ mit 1. Mai und der II. Teil, „Der Gasschutz“, mit 1. Dezember, in Kraft gesetzt.

Die bestehenden Schuleinrichtungen werden als „Gau-Feuerwehrschulen“ den neuen Landesdienststellen untergeordnet.

Neubeginn nach 1945
Nach dem Ende der NS-Zeit wurde am 20. November 1945 in Salzburg von den Landesfeuerwehrkommandanten und Berufsbranddirektoren die Wiedergründung des Österreichischen Bundesfeuerwehrverbandes eingeleitet. Als Beobachter waren von der amerikanischen Militärregierung U.S. Army Major M. Clement und Ltn. Berand anwesend. Major Clement zeigte größtes Wohlwollen, betonte aber, nur für den amerikanischen Besatzungsbereich sprechen zu können. Er teilte mit, dass er seit drei Monaten bemüht sei, die besetzte Feuerwehrschule in Linz frei zu bekommen und meinte weiters, dass dies in den nächsten Wochen auf Befehl des Generals Clark geschehen wird.

Anton Waldert, Ausbildungsleiter der Landesfeuerwehrschule Steiermark, war beauftragt, unter Punkt 8) über die Feuerwehrschulen zu referieren. Da ihm und Ing. Neumann von der britischen Besatzungsmacht die Reise von Graz nach Salzburg untersagt wurde, musste sein per Post übersandtes Referat unter Punkt 8 Feuerwehrschulen verlesen werden (14).

Abrechnung mit der Vergangenheit:

„Punkt 8 der Tagesordnung ist wohl eine der wichtigsten Aufgaben unserer heutigen Beratung und ich glaube annehmen zu dürfen, dass wir gerade in dieser Richtung eine gemeinsame und einheitliche Linie verfolgen müssen.

Waren die Feuerwehrschulen schon vor diesem unseligsten aller Kriege eine Notwendigkeit, so sind sie heute als eine der wichtigsten Einrichtungen zu werten. Vor dem Anschluss in Jahre 1938 waren wir in Österreich mit unserem Feuerwehrschulwesen schon auf einer beachtlichen Höhe und es war uns eine große Befriedigung einwandfrei festgestellt zu wissen, dass der Rückgang in der Höhe der Brandschadensumme in erster Linie dem Feuerwehrschulwesen zu verdanken war.

Nun wurde ein weiterer Ausbau unserer Schulen von Berlin aus gestoppt und die verantwortlichen Leiter und Ausbilder in die Reichsfeuerwehrschule nach Eberswalde abgeordnet, um dort „ausgerichtet“ zu werden. Was in der Reichsfeuerwehrschule gelehrt wurde, war nichts als Bluff und Zauber; eine praktische Nutzanwendung war für uns Österreicher nicht gegeben. Ich selbst hatte dreimal Gelegenheit solche höhere Lehrgänge mitzumachen und weiß daher was dort gespielt wurde. Schon im Jahre 1939 wurde uns von Berlin aus angekündigt, dass nur nach einheitlichen Lehrplänen in den Schulen gearbeitet werden dürfe. Man hat also immer nur zuwarten müssen. Herausgekommen ist gar nichts. Anstatt einheitlicher Lehrpläne wurde die PDV 23 ständig abgeändert und die Folge davon war, dass sowohl Kursteilnehmer wie Ausbildungsleute alle Lust und Liebe zur Sache verloren. Es wurde mit einer Unlust gearbeitet, die nicht zu beschreiben ist. Die Leidtragenden waren immer die Kursteilnehmer. Etwas Gutes war aber doch bei der ganzen Sache: wir sind um einige Erfahrungen reicher geworden und wissen nun, wie es nicht gemacht werden soll.

Der Schulbetrieb in der Landesfeuerwehrschule Graz ist in den letzten 2 Jahren auf Hochtouren gelaufen und erst Ende März 1945 mußte die Schule wegen Bombenschaden den Betrieb einstellen. Im Jahre 1944 wurden 46 verschiedene Lehrgänge abgehalten; die meisten davon standen schon unter Zwangsmaßnahmen d. h. auf gewöhnlichem Wege der Freiwilligkeit war es fast unmöglich geworden, die Kameraden zu den Lehrgängen zu bekommen. Meine Erfahrungen als Ausbildungsleiter waren während der Kriegsjahre die denkbar schlechtesten.

Vor dem Krieg war ein ständiges Lehrpersonal vorhanden, das sich zum Teil aus dem Chargenstand der städtischen Berufsfeuerwehr zusammensetzte. Durch die laufenden Einberufungen zur Wehrmacht wäre bald der Schulbetrieb zum Stillstand gekommen, wenn sich nicht durch Stellung von Ausbildnern der städtischen Berufsfeuerwehr wieder ein Weg gefunden hätte, der aber leider nicht als eine ideale Lösung gewertet werden konnte. Es wurden nämlich täglich andere Abrichter für die Schule abgestellt, was sich für einen vollen Erfolg der Lehrgänge ungünstig auswirkte.

 

Vorschläge für die Zukunft:

Ich möchte daher für den kommenden Ausbau der Feuerwehrschulen folgende Richtlinie zur Debatte stellen:

  1. Festlegung des Unterrichtsstoffes der einheitlich auszugestaltenden und zu benennenden Lehrgänge.
  2. Hauptamtliches Lehrpersonal.
  3. Ehrenamtliche Fachkräfte als Vortragende für die Spezialfächer, wie Maschinenwesen, Baufach, Chemie, Elektrotechnik usw.
  4. Dauer der Lehrgänge – 3 bis 4 Wochen – oder Unterteilung?

Zum letzten Punkt ist eine gründliche Aussprache notwendig. Wir haben diesbezüglich in der Steiermark seit dem Jahre 1934 unsere Erfahrungen. Wir mussten zum Beispiel den Wehrführerlehrgang auf 4 mal 6 Tage unterteilen. Wir sind auf große Schwierigkeiten gestoßen, die Kursteilnehmer länger als 1 Woche von ihren Betriebsstätten freizubekommen. Insbesondere Landwirte, die ja bekanntlich das Hauptkontingent aller Lehrgänge stellen. Bis zur Ablegung der Wehrführerprüfung musste also der Kursteilnehmer 4 mal nach Graz kommen. Die Unterteilung war folgend: Grundlehrgang, Maschinistenlehrgang, Unterführerlehrgang und Wehrführerlehrgang.

Es soll nicht Aufgabe der Schulen sein, alle Feuerwehrmänner durchzuschleusen, sondern das Hauptziel der Schulen muss sein, befähigte und tüchtige Unterführer heranzubilden, denen wiederum die Aufgabe zufällt, ihre Kameraden zu Hause in den Grundbegriffen des Feuerlöschwesens zu unterweisen.

Wir Österreicher haben es nicht nötig, auch das Kleinste in Punkto des Feuerlöschwesens aus Deutschland zu übernehmen, im Gegenteil, wir müssen trachten, alles was sich in Bezug auf dem Gebiete des Feuerlöschwesens der letzten 7 Jahre getan hat, verschwinden zu machen, damit uns ja nichts mehr an diese Zeit erinnert.

Was die Finanzierung der Feuerwehrschulen anbetrifft, so ist dieselbe denkbar einfach. Die Schulen sind Anstalten der Länder, welche die gesamten Kosten des Schulbetriebes zu tragen haben. Die Geldmittel für diese Aufgaben wurden z. B. in der Steiermark bis zum Jahre 1938 aus dem Landesfeuerwehrfonds entnommen, der auch sämtliche Beihilfen für die freiwilligen Feuerwehren leistete. Der Landesfeuerwehrfonds wurde gebildet aus der 10%igen Abgabe der Feuerversicherungsanstalten und es wäre nur zu wünschen, wenn die Landesregierungen diese finanzielle Einrichtung zur Gänze aufrecht erhalten würden.

Ich habe Ihnen nun in großen Umrissen die Aufgaben der Schulen geschildert und es ist eine unserer vornehmsten Aufgaben die künftige Feuerwehrführerschaft zu tüchtigen und verlässlichen Helfern im Feuerlöschwesen heranzubilden und sie zu aufrechten Verfechtern des österreichischen Staatsgedankens zu erziehen.“

In der Debatte meinte der Tiroler Vertreter, dass die Feuerwehrschulen nach einheitlichen Richtlinien aufgebaut werden sollten, eine eigene Schule aber nicht in jedem Bundesland notwendig und daher der Gesamtbedarf festzustellen sei, im Lehrplan Rücksicht auf die ländliche Bevölkerung genommen und in der Übergangszeit das Hauptaugenmerk auf die Maschinistenkurse gelegt werden soll.

Der Vertreter Oberösterreichs betonte die Notwendigkeit zur Durchführung von Ausbildungslehrgängen und meint, dass ein besonderes Augenmerk auf die Finanzierung zu legen und den Teilnehmern der Verdienstentgang zu entschädigen sei.

Der Salzburger Landesfeuerwehrinspektor hingegen meinte, dass er keine eigene Schule brauche und wie vor der NS-Zeit mit Kursen, bei denen die Teilnehmer im Gasthaus untergebracht werden, und mit Volontierungen bei den Berufsfeuerwehren das Auslangen finde.

Schließlich wurde der Tagesordnungpunkt zur weiteren Behandlung einem Unterausschuss zugewiesen.

In den Bundesländern kann die Feuerwehrausbildung je nach Besatzungsmacht mehr oder weniger zögernd aufgenommen werden. Die ersten Kurse finden meistens bei den Feuerwehren der Bezirkshauptorte unter den Argusaugen der Besatzungssoldaten statt. Nach und nach können auch in den bestehenden Schulgebäuden die Landesfeuerwehrverbände den Kursbetrieb wieder aufnehmen.

Das Kursangebot gliedert sich im Wesentlichen in Grundausbildungs-, Chargen- bzw. Gruppenkommandanten-, Brandmeister- und Maschinistenkurse.

Rote Hefte (15)
Im Oktober 1948 gibt der Österreichische Bundes-Feuerwehrverband das Heft 1 der Fachschriftenreihe für die Österreichischen Feuerwehren im Wiener Bohmann-Verlag heraus. Es beinhaltet die „Ausbildungsvorschrift für die Löschgruppe (in den Stärken 1:8 und 1:6) und den Löschzug“. Sie ist im Wesentlichen eine Fortschreibung der deutschen Ausbildungsvorschrift aus dem Jahr 1938. Die kleinste taktische Einheit, die Gruppe, hat nunmehr statt des Führers aber einen Kommandanten. 1949 folgt das Heft 2 – „Löschtaktik – Grundbegriffe und Grundregeln“. Es werden in den nächsten Jahren bis 1969 noch weitere 30 Hefte folgen. Damit ist österreichweit eine einheitliche Ausbildung an den Feuerwehrschulen und auf örtlicher Ebene gegeben. Die Mehrzahl hat einen roten Umschlag, einige andere einen blauen oder grünen – bei den Feuerwehren bleiben es aber „die roten Hefte“.

Die Reihe umfasst folgende Titel:

Heft 1 - Ausbildungsvorschrift für die Löschgruppe und den Löschzug

Heft 2 - Löschtaktik

Heft 3 - Verbrennungsvorgang

Heft 4 - Feuerbeschau

Heft 5 - Die Tragkraftspritze

Heft 6 - Brandursachen

Heft 7 - Löschwasserförderung über längere Strecken

Heft 8 - Die Löschverfahren

Heft 9 - Gefahren der Elektrizität

Heft 10 - Verhalten von Chemikalien bei Bränden

Heft 11 - Atemschutz I

Heft 12 - Seilknoten und ihre Anwendungen

Heft 13 - Feuerstätten

Heft 14 - Unfallgefahren im Feuerwehrdienst

Heft 15 - Erste Hilfe im Feuerwehrdienst

Heft 16 - Handfeuerlöscher

Heft 17 - Formalexerzieren.

Heft 18 - Rauchrohre und Rauchfänge

Heft 19 - Strahlenschutz

Heft 20 - Üben mit tragbaren Leitern

Heft 21 - Menschenführung bei der Feuerwehr

Heft 22 - Bekämpfung von Flüssigkeits- und Gasbränden

Heft 23 - Atemschutz II

Heft 24 - Technische Hilfeleistung bei Bauunfällen

Heft 25 - Verhalten in Uniform

Heft 26 - Bilderheft zur Ausbildungsvorschrift für die Löschgruppe und den Löschzug

Heft 27 - Geräteprüfung bei der Feuerwehr

Heft 28 - Formeln und Zahlen im Feuerlöschwesen

Heft 29 - Gefahren der Brandstelle

Heft 30 - Feuerwehrfunk

Heft 31 - Technischer Feuerwehreinsatz

Heft 32 - Bestimmungen für den Bewerb um das Feuerwehrleistungsabzeichen in Gold.

 

Anforderungen steigen
Mit den vielfältigen Einsätzen steigen auch die Anforderung an die Feuerwehrschulen. Das Ausbildungspersonal und Kursangebot müssen zahlen- und themenmäßig in Laufe der Jahre enorm angehoben werden. Das Interesse der Feuerwehrmitglieder steigt auch mit der professionellen Durchführung der Lehrgänge stark an.

Feuerwehrschulen werden erweitert und neu gebaut. Leistungsbewerbe und –Prüfungen bringen neue Impulse in die Ausbildung. Weiterhin opfern die Freiwilligen ungezählte Stunden ihrer Freizeit für den Übungsdienst bei ihrer Feuerwehr und viele Urlausbstage bei der Ausbildung in den Landesfeuerwehrschulen. So war es immer und so soll es auch bleiben!

Die weitere Entwicklung kann an Hand der nach Bundesländern gegliederten Aufstellungen verfolgt werden.

 

Die Entwicklung in den einzelnen Bundesländern

Burgenland (16)

Bis 1923
Die Ausbildung der Feuerwehren erfolgt im Ort nach den Regeln der ungarischen Komitatsfeuerwehrverbände.

Nach der Gründung des Wieselburger Komitatsfeuerwehrverbandes erkennt dessen Verbands-Präses, der gebürtige Frauenkirchner Ludwig von Mießl, die Notwendigkeit der Ausbildung der Führungskader und organisiert bereits 1889 den ersten sechstägigen Fachkurs Ungarns für Feuerwehr-Offiziere und Chargen nach Schweizer Muster in Ungarisch-Altenburg; er wird in Deutsch von 70 und in Ungarisch von 60 Feuerwehrmännern absolviert.

Im selben Jahr besuchen Julius Szabó, Kommandant von Eisenstadt, und Alexander Kurz, Kommandant von Neustift bei Güssing, den von der Budapester FF organisierten „Landesfeuerwehr-Fachkurs“. Teilnehmer, die sich einer Prüfung unterziehen, erhalten ein „Befähigungs-Diplom“, die anderen ein einfaches Zeugnis.

1923
Nach der Gründung des Burgenländischen Landesfeuerwehrverbandes sind der Landesfeuerwehrinspektor, die Bezirks- und Kreisfeuerwehrinspektoren für die überregionale Ausbildung der Feuerwehren verantwortlich. Besonderer Wert wird auf die Abhaltung von sogenannten Winterschulungen gelegt, wobei der Lehrstoff einheitlich für das ganze Land empfohlen wird. Die neue Feuerwehrzeitung veröffentlicht laufend die neuesten technischen und taktischen Erkenntnisse.

1927
In den Bezirkshauptorten werden in den Monaten Jänner bis April jeweils an drei Sonntagen Führerkurse mit abschließender Prüfung vor einer Kommission durchgeführt.

1932
Die Führerkurse dauern zum Teil bereits sechs Tage und beinhalten auch die Motorspritzenmaschinistenausbildung.

1933
Das Arbeiten mit Atemschutzfiltergeräten wird in die Ausbildung einbezogen, für Feuerwehrinspektoren werden eigene Kurse abgehalten.

1934
Der Bau einer Landesfeuerwehrschule wird angeregt. Die Landeshauptmannschaft gibt aber einen abschlägigen Bescheid und stellt fest, dass diese Frage im in Ausarbeitung befindlichen neuen Feuerwehrgesetz zu lösen sei.

1935
Im neuen Feuerwehrgesetz ist die Errichtung, Führung und Erhaltung einer Feuerwehrschule als Aufgabe des Landes fixiert.

Die Ausrüstung und Ausbildung von Luftschutzformationen wird bei den Feuerwehren forciert. Im Dezember werden in allen Bezirken Gas- und Luftschutzkurse abgehalten.

1936
Ab März werden für die burgenländischen Feuerwehrmänner die Kurse an der NÖ LFS in Wiener Neustadt durchgeführt.

1938 - 1945
Zu Jahresbeginn scheint die Errichtung einer landeseigenen Feuerwehrschule in greifbarer Nähe. Der Baugrund in der Wiener Straße in Eisenstadt und der Großteil des Baumaterials sind gesichert, der Einmarsch deutscher Truppen verhindert aber die Weiterführung dieses Projektes. Die überregionale Ausbildung wird weiterhin, jetzt auch verstärkt für Frauen, in Wiener Neustadt absolviert.

1948
Neben dem Wiederaufbau der Feuerwehren bemüht sich LFKdt. Viktor Horváth auch um eine Feuerwehrschule. Da aus finanziellen Gründen an einen Bau nicht zu denken ist, wird in Eisenstadt-Oberberg das alte Probsteigebäude zur Verfügung gestellt. Schulungskommandant wird LFKdt. Stv. Franz Repay. Im ersten Schuljahr 1948/49 werden bereits 471 Kursbesucher gezählt, bis 1967 werden es 6.814 sein.

1955
Das LFK weist in einer ausführlichen Presseinformation auf die unzureichenden Bedingungen an der provisorischen LFS hin.

1961
Karl Kirchner wird als neuer LFI auch Kommandant der LFS. Um die Qualität der Ausbildung zu steigern, werden die Kurse mit maximal 35 Teilnehmern abgewickelt. Alle Lehrgänge dauern von Montag bis Freitag.

1962
Ing. Karl Tunkl übernimmt die Stelle des LFI und Schulleiters. LFKdt. Ladislaus Widder, Feuerwehrreferent Landesrat DDr. Grohotolsky und er erarbeiten ein Konzept für den Neubau einer LFS.

1963
In festlichem Rahmen erfolgt der Spatenstich für den Bau des neuen Zentralgebäudes für LFS und LFK am Nordrand von Eisenstadt.

1968
Das Gebäude der LFS mit Übungsanlagen und Landesfeuerwehrkommando werden feierlich eröffnet.

1971
Ing. Manfred Seidl übernimmt die Leitung von LFK und LFS.

1975
Durch Errichtung eines Brandhauses wird die Branddienstausbildung praxisnäher gestaltet.

1979
Mit Inbetriebnahme des Feuerwehrmuseums ist auch die Entwicklung des Feuerwehrwesens im Burgenland bestens dokumentiert.

1982
Eine Atemschutzzentrale ermöglicht die zentrale Wartung aller Atemschutzgeräte im Land, ein Katastrophenlager die Bereithaltung der entsprechenden Ausrüstung.

1985
Das neue Landesgesetz weist den Feuerwehren auch maßgebliche Aufgaben im Katastrophenschutz zu. Eigene Katastrophenhilfsdienstlehrgänge sorgen ab nun für die entsprechende Ausbildung der Führungskräfte.

1988
Die Grundlehrgänge werden in die Bezirke ausgelagert. Räumlichkeiten und Ausbilder stellt der Bezirk, Finanzierung und Organisation werden weiterhin von der LFS getragen. Im Gegenzug werden an der LFS mehr weiterführende Lehrgänge durchgeführt.

1990
Der bisherige Ausbildungsleiter Ing. Josef Bader wird von LFKdt. Ing. Manfred Seidl mit der Leitung der LFS betraut.

1991
Das Kommandogebäude wird aufgestockt und die Landesalarmzentrale eingerichtet.

1992
Eigene Seminare für Ausbilder in den Feuerwehren werden eingeführt.

1993-1995
Der Rahmenausbau und Sanierungsplan für das LFK und die LFS wird kontinuierlich umgesetzt: neue Übungsanlagen und –Gebäude; Neugestaltung der beiden Lehrsäle; zwei neue Seminarräume; Aufstockung des Internattraktes zur Schaffung neuer Büroräume für LFS, Verwaltung und die neue Brandverhütungsstelle; Umbau von Internat, Küche und Speisesaal.

1994
Die Funklehrgänge werden in die Bezirke ausgelagert, dafür an der LFS die Atemschutzausbildung und der Seminarbetrieb weiter forciert.

1995
Persönlichkeitsbildende Seminare für Führungskräfte der Feuerwehren zu den Themen Motivation, Rhetorik und Öffentlichkeitsarbeit werden eingeführt.

1996
In der Dienstordnung wird die Grundausbildung bei den Feuerwehren sowie der laufende Übungs- und Schulungsbetrieb normiert.

1998
Das Handbuch für die Grundausbildung des ÖBFV wird für den LFV Burgenland verbindlich gemacht und damit die Grundausbildung jedes Feuerwehrmitgliedes den vielfältigen Anforderungen der neuen Zeit angepasst.

 

Kärnten (17)

Bis 1928
Verschiedene Exerziervorschriften und Dienstordnungen regelten die Ausbildung der Feuerwehrleute. Bereits 1892 war man bemüht, auf Landesebene Führungsdienstgrade auszubilden, die das Erlernte dann an ihre Männer weitervermitteln sollten.

1928
Die Feuerwehrschule wird mit der Durchführung der ersten Kurse 1928 in Klagenfurt begründet. Mag. Wilhelm v. Dietrich wurde bereits 1927 zum ersten Kommandanten der LFS bestimmt. Der 1928 zum LFI bestellte Major a. D. F. X. Kohla schlägt vor, die Fachkurse genau nach Grazer Muster durchzuführen, drei Führerkurse im Oktober nach Klagenfurt einzuberufen und Maschinistenkurse in Klagenfurt, Villach und Wolfsberg abzuhalten. Die Vorträge finden dann im späteren „Haus der Bauern“ und die praktischen Übungen bei der FF Klagenfurt statt, die Nächtigung erfolgt im Massenquartier des alten „Siechenhauses“ in der Theatergasse und das Essen wird im Hotel Traube eingenommen.

Am 8. November 1928 konstituiert sich ein eigener Bildungsausschuss und erarbeitet neue Lehrbehelfe und Prüfungsunterlagen.

1929
Die Bestimmungen für die Befähigungsprüfung für Brandmeister und Oberbrandmeister werden genehmigt. Den Prüfungen sollen sich die Kursteilnehmer freiwillig unterziehen.

Die Absolventen der zweitägigen Maschinistenkurse dürfen sich nach bestandener Prüfung „geprüfter Maschinist“ nennen und das Maschinistenabzeichen auf der Uniformbluse tragen.

1931
Der Behelf „Der Dienst des Schriftführers und Zahlmeisters“ mit den Pflichten und Aufgaben dieser Funktionäre erscheint als Heft 5 des LFI.

Zum ersten Gasschutzlehrgang am 7. August 1931 mussten sich die Teilnehmer bereits einer ärztlichen Untersuchung unterziehen.

1932
Das frühere Klagenfurter „Siechenhaus“ (Theatergasse 4) wird saniert. Am 3. November 1932 übergibt Landeshauptmann Kernmeier im neuen Sitzungssaal des Landesfeuerwehrkommandos die adaptierten Räumlichkeiten. LFKdt. Hans Koutnik bestätigt seinen Stellvertreter Mag. Wilhelm v. Dietrich als Befehlshaber der Schule.

1933
Wegen Geldmangels können an der LFS keine Führerlehrgänge, dafür aber in den Bezirken 13 Kraftspritzenführerlehrgänge (Maschinistenkurse) abgehalten werden.

1934
Geprüfte Brandmeister bekommen einen Pioniersäbel und eine Börtel am Arm.

Die Teilnehmer an Feuerwehrkursen erhalten, wenn sie in Uniform reisen und die Einberufungskarte vorweisen, bei der Bundesbahn eine fünfzigprozentige Fahrpreisermäßigung.

1935
Ein Übungshaus wird fertiggestellt. Die Gasschutzlehrgänge finden jeweils von Freitag bis Sonntag statt. Ausbildner sind Männer der FF Klagenfurt. Weiters werden 1935 und 1936 16 Kraftspritzenführer-, zwölf Rettungs-, acht Führer-Lehrgänge und 21 Lichtbildervorträge abgehalten.

1937
LFI Kohla gibt die Absicht bekannt, das Führerteam der Feuerwehren zu verjüngen. Kein Führer sollte über 60 Jahre alt sein. Nach den Wahlen sollten die Bestätigungen denjenigen versagt werden, welche keine Kurse bzw. Brandmeisterprüfungen nachweisen können.

1939
Für den Schulbetrieb wird das Areal in der St. Ruprechter Straße 4 angekauft, Garagen und eine Exerzierhalle werden errichtet und die praktischen Übungen hierher verlegt. Der theoretische Unterricht und das Quartier verbleiben aber weiterhin in der Theatergasse.

1940 – 1945
Die neuen genormten Tragkraftspritzen (TS 8) erfordern eine vermehrte bzw. spezielle Maschinistenausbildung. Zusätzlich werden Lehrgänge für Gasschutz, Luftschutz als Hausfeuerwehr, Luftschutzwart und Feuerwehr-Hilfspolizei veranstaltet.

Alle Ausbildungen werden exerziermäßig und streng militärisch durchgeführt.

Nach Luftangriffen auf Klagenfurt leisten die Kursteilnehmer auch Löschhilfe.

Terrain und Gebäude der Landesfeuerwehrschule werden in den Kriegsjahren von 26 Bomben getroffen und schwer beschädigt. In nicht weniger als fünf Arbeitseinsätzen wurden diese von den Freiwilligen immer wieder instand gesetzt.

1948
Nach dem Krieg wird im September 1948 der Kursbetrieb wieder aufgenommen.

1949
Am 1. März 1949 wird der gesamte Schulbetrieb in die St. Ruprechter Straße verlegt.

1957
Ein neues Schulgebäude mit Lehrsaal und Internat wird am 7. Dezember 1957 in Betrieb genommen.

1968
Beschwerden der Nachbarn wegen Rauch- und Lärmbelästigung beeinträchtigen den Schulbetrieb mitten in der Stadt. Ein Neubau wird angestrebt.

1972
41.797 m² der unverbauten Fläche der ehemaligen Hefe- und Spirituosenfabrik am östlichen Teil der Fischlgründe werden sichergestellt und darauf die neue LFS geplant.

1984
Der am 10. Juli 1984 fertiggestellte Neubau des LFS verschlingt 96 Millionen Schilling. Am 25. August erfolgt die festliche Eröffnung.

Es startet eine enorme Ausbildungsoffensive. Das Lehrgangsangebot wird beachtlich erweitert und eine starke Auffächerung der Lehrgangsarten, vor allem für die technische Hilfeleistung, vorgenommen.

Feuerwehr-Grundlehrgang I und Funklehrgang I werden in die Bezirke verlagert.

1999 (18)
Das Ausbildungszentrum wird um 4.000 m² Nutzfläche erweitert. Für eine moderne Atemschutzübungsanlage, zukunftsweisende Lehrsäle, ein Katastrophenschutzlager und Räume für das Feuerwehrmuseum werden 30 Millionen Schilling aufgewendet.

Im Kärntner Feuerwehrmuseum sind der Werdegang der Feuerwehren des Bundeslandes dokumentiert und unwiederbringlichliche Zeugnisse der technischen Entwicklung für die Nachfolgegenerationen ausgestellt.

2000
Für weitere Entwicklungsmöglichkeiten der Landesfeuerwehrschule wird ein Nachbargrundstück im Ausmaß von 25.000 m² zum Preis von 19 Millionen Schilling angekauft.

120 verschiedene Lehrgänge und Seminare stehen auf dem Ausbildungsprogramm.

2001
Ein Zubau für das Archiv wird errichtet und die Atemschutzwerkstätte erweitert.

 

Niederösterreich (19)

Gründerzeit

Ausbildung in der Feuerwehr – ein großes Problem. Woher nehmen die Kommandanten das nötige Wissen? Schon in den ersten Jahrzehnten des freiwilligen Feuerwehrwesens sucht man auf Bezirksebene dieses Problems Herr zu werden.

Bahnbrechend scheint hier der Bezirksfeuerwehrverband St. Pölten gewesen zu sein, der schon 1891 und 1892 für mehrere Feuerwehren gemeinsam Übungen für Chargen abhielt; die Teilnehmer sollten das Wissen in ihren eigenen Feuerwehren weitergeben, alle Feuerwehren mußten sich außerdem an das 1892 erstmals herausgegebene „Uebungsbuch für Landfeuerwehren“, von Karl Schneck, St. Pölten, halten.

In den zwanziger Jahren war im Vergleich mit anderen Bundesländern die Ausbildung der Schwachpunkt des NÖ Verbandes. Um der Festlegung seitens des Reichsverbandes, dass neugewählte Feuerwehrführer einen Befähigungsnachweis erbringen müssen, entsprechen zu können, wurden vorerst eintägige Schulungen abgehalten.

1928
Vom 11. März bis zum 28. April 1928 hielt der Bezirksfeuerwehrverband Mödling einen Sonderkurs zur Ausbildung von Feuerwehrführern ab. 142 Männer nahmen in den Räumlichkeiten der Technisch-gewerblichen Bundeslehranstalt an den Vorträgen teil, die an mehreren Tagen gehalten wurden.

1930
Eine Sternstunde für das Ausbildungswesen ist der 20. März 1930. Der Antrag auf Abhaltung eines Kurses wird vom „Engeren Ausschuss“ dem für Ausbildungsprobleme zuständigen „Technischen Ausschuss“ zugewiesen. Dieser kooptiert Ausbildungsfachleute in das eigene Gremium, wird somit auch zum Ausbildungsausschuss. Der Feuerwehrkommandantstellvertreter von Wiener Neustadt, Karl Lauberer, hatte verschiedene Vorträge ausgearbeitet. Über Vorschlag von Präsident Ing. Jukel werden mehrere anderthalbtägige Kurse (Samstag, 15 Uhr, bis Sonntag, 15 Uhr) geplant, am 15. April dann bereits die Orte, die Termine und die Vortragenden (Ing. Hartmann, Mitlöhner, Ickinger, Lauberer) bestimmt. Jeder Bezirk soll zwei Mann entsenden, welche dann ihrerseits als Vortragende in den eigenen Bezirken wirken sollen. Nach einem am 18. Juni 1930 erstatteten Bericht über die abgehaltenen Kurse in Krems und St. Pölten begrüßt Präsident Jukel die Weiterarbeit.
Franz Ickinger aus St. Pölten besucht inzwischen einen Ausbildungskurs in Salzburg, das Problem der Kurse und Wehrführerprüfung kommt nicht mehr zur Ruhe.

1931
Der Bezirksfeuerwehrverband Wiener Neustadt beantragt am 13. August 1931 erstmals die Errichtung einer Feuerwehrschule. In der härtesten Zeit der Weltwirtschaftskrise können aber nicht einmal mehr die Kurse durchgeführt, geschweige denn eine Schule gebaut werden.

1932
Um die Anfahrtskosten gering zu halten, werden regional gestreute Fachkurse abgehalten. Nunmehr werden von Brandinspektor Franz Ickinger und Hauptmannstellvertreter Lauberer nicht Referenten für Lehrgänge geschult, sondern Kommandanten und geeignete Chargen.

Diese im Verband umstrittenen „Schnellsiedekurse“, welche der Chargenausbildung dienen sollten, erweisen sich auf Grund der großen Teilnehmerzahlen als wenig wirkungsvoll. Aus den Antworten einer Umfrageaktion ist zu entnehmen, dass der LFV die Fachschulung der Wehrmänner ehestens und gründlich in Angriff nehmen soll, und nachdem die Bundesländer Steiermark, Oberösterreich, Salzburg, Kärnten und Burgenland im Schulungswesen den Niederösterreichern voraus sind, soll sich der LFV deren Einrichtungen und Erfahrungen zunutze machen. Schließlich beantragt der Technische Ausschuss die Errichtung einer LFS.

Mit dem Beschluss des „Engeren Ausschusses“ am 10. November 1932 schlägt die Geburtsstunde der NÖ LFS.

1933
Mit einem „Feuerwehrführerkurs 1. Teil“ wird die NÖ LFS, welche in Wiener Neustadt in der alten Schuhfabrik Meider bzw. der ehemaligen ersten Rohrzuckerfabrik in Europa eingerichtet wurde, feierlich eröffnet. Die Räumlichkeiten waren nur provisorisch instandgesetzt, der Schlafsaal mit 32 Militärbetten und diversen Einrichtungen, von Kameraden der FF Wiener Neustadt hergestellt, bestückt. Das Frühstück und die Jause wird vom Ehepaar Wegerer gerichtet und im Lehrsaal eingenommen und das Mittag- und Abendessen im Gasthaus serviert.

Ernst Lauberer als Schulleiter und der St. Pöltner Franz Ickinger als „Ständige Lehrkraft“ und andere Vortragende gehen mit viel Engagement an die Arbeit. Bedeutsam mag es sein, dass es auch in dieser wirtschaftlich schwierigen Zeit und dadurch erzwungenen spartanischen Atmosphäre möglich war, hunderte Feuerwehrmänner solide auszubilden. LFKdt. Polsterer und Schulleiter Lauberer gelang es auch, die zerrüttete und bürgerkriegsnahe Politik der dreißiger Jahre aus der LFS herauszuhalten.

1935
Die Direktorenversammlung der in NÖ tätigen Feuerversicherungsanstalten beschließt, die LFS jährlich mit S 15.000 zu subventionieren, was beinahe einer Budgetverdoppelung gleichkommt.

Nach bestandener Prüfung darf auf dem Blusenaufschlag der „Führerknopf“ getragen werden. Fachabzeichen gibt es auch für Maschinisten (Regulator mit Zahnrad) und Kraftfahrer (Lenkrad mit Flügel).

1936
Die Räumlichkeiten der LFS werden nun auch vom Burgenländischen LFV genutzt. Neben Lauberer und Ickinger sind Burgenländische Feuerwehrfunktionäre als Ausbilder tätig.

1937
wird bereits der 100. Kurs gefeiert.

1938
Nach anfänglicher Einquartierung einer Fliegerhorstkapelle kann der normale Schulbetrieb wieder aufgenommen werden. Für den Reichsluftschutzbund werden eigene Kurse abgehalten.

Bis Ende 1938 haben von den 61.387 Feuerwehrmitgliedern (Stand 31. 12. 1937) 4.407 einen Kurs in Wiener Neustadt besucht - angesichts der Gesamtmitgliederzahl bescheiden, aber groß im Rahmen der gegebenen Möglichkeiten.

1939
Die Schule wird vergrößert und kann jetzt 53 Personen unterbringen. Sie wird in die Gauselbstverwaltung übergeführt und bekommt als Landesanstalt den Namen „Gaufeuerwehrschule Niederdonau“.

1943-1945
Mehrfach treffen Fliegerbomben die Gaufeuerwehrschule, welche ab Dezember 1943 nur noch eingeschränkt und ab 12. März 1945 ihre Aufgabe nicht mehr erfüllen kann.

Am 1. April 1945 erfolgt der Befehl zur vollständigen Verlegung nach Westen, diese erfolgt in einer Kolonne von 38 Fahrzeugen unter Führung von Schulkommandant Lauberer, die Irrfahrt endet in Mauthausen.

1946
Mitte Oktober 1946 kehren Erich Lauberer und die Schulbediensteten Johann Baumeister und Franz Wegerer aus OÖ heim, werden zuerst wegen ihrer NSDAP-Mitgliedschaft entlassen, später aber wieder angestellt. Die Schule wird von der FF Wiener Neustadt benützt, an die Aufnahme des Schulbetriebes ist nicht zu denken.

1947
Nach der Wiedergründung des NÖ LFV im Mai 1947 bemüht man sich gleich wieder um die Aufnahme des Schulbetriebes in Wiener Neustadt. Das Rote Kreuz stellt das fehlende Inventar zur Verfügung und am 17. Juni 1947 kann die LFS eröffnet werden. LFKdt. Karl Drexler fungiert als Schulleiter, Erich Lauberer nur mehr als Fachlehrer (praktisch ist er aber der Leiter). Vorerst wurden nur Maschinistenkurse abgehalten.
In diesem Jahr fällt die Entscheidung, die Ausbildung in der Gruppe 1:8, wie sie bereits in der NS-Zeit eingeführt wurde, in NÖ beizubehalten und die steirische Richtlinie von Ing. Stanke für die Gruppe 1:4 abzulehnen.

1948
Der erste Chargenlehrgang I und Chargenlehrgang II wird durchgeführt (nach einem Beschluss aus dem Vorjahr sollen nur mehr solche Feuerwehrmänner Kommandostellen übernehmen, die diese Lehrgänge absolviert haben). Die Absolventen des Chargenlehrganges I dürfen auf dem Blusenaufschlag den Chargenknopf aus Weißmetall tragen.
Ein Filmvorführapparat ist die neue Errungenschaft an der LFS.

1949
Absolventen des Chargenlehrganges II tragen von nun auf dem Blusenaufschlag den Chargenknopf aus Gelbmetall.
Die ungenügenden räumlichen Verhältnisse in Wiener Neustadt machen die Suche nach einem neuen Standort notwendig. Die Entscheidung fällt für die ehemalige Pionierkaserne in Tulln (vormals Minoritenkloster).
Vom 3. bis zum 6. Mai 1949 findet in Wiener Neustadt der letzte Lehrgang statt.

1950
In Tulln wird am 23. Jänner 1950 der provisorische Schulbetrieb aufgenommen. Die Lehrgangsteilnehmer werden in einem Gasthaus verpflegt.

1951
Am 2. März 1951 übernimmt Dipl. Ing. Karl Lurf die Schulleitung (er war bisher Offizier der Berufsfeuerwehr Wien, hat Erfahrungen in Deutschland gesammelt und war von 1942 bis 1945 Kommandant der Feuerschutzpolizei Potsdam). Lurf erarbeitet neue Ausbildungsrichtlinien und ist wesentlich an der Planung eines neuen Schulgebäudes westlich der Pionierkaserne beteiligt.
Das Lehrgangsangebot war bisher auf Maschinisten- und Chargenlehrgänge I und II beschränkt, im Mai findet erstmals ein Feuerbeschaulehrgang, im Juni ein Schiedsrichterlehrgang (später Bewerterlehrgang) und im Oktober zwei Fachtagungen für Betriebsfeuerwehrkommandanten statt.
Ein eigener Küchenbetrieb wird eingerichtet.

1953/54Am 21. Juni 1953 erfolgt die Grundsteinlegung für die „neue“ Schule und nach Fertigstellung des Betten und Verbindungstraktes wird sie am 6. November 1954 als Anstalt des Landes NÖ eröffnet.
Nach Unstimmigkeiten zwischen dem NÖ LFV und der Abteilung VI/9 im Amt der NÖ Landesregierung bestimmt diese am 10. März 1954 im Statut für die NÖ LFS: „Die niederösterreichische Landes-Feuerwehrschule ist eine fachliche Unterrichtsanstalt des Landes und dient vor allem dem Landesfeuerwehrverband zur Ausbildung der Angehörigen der freiwilligen Feuerwehren und der freiwilligen Betriebsfeuerwehren in allen Zweigen des Feuerwehrdienstes und der Brandverhütung.“ Seither untersteht die LFS dem LFV nur mehr in fachlicher Hinsicht (von 1933 bis 1939 und 1947 bis 1954 war sie eine Einrichtung des LFV).

1955
Die Bediensteten der LFS werden mit 1. Mai 1955 in den Landesdienst übernommen.

1956
Einführung des Wasserlehrganges.

1957
Eröffnung des Kommandogebäudes I.

1959
Errichtung des Brandhauses.
Vom 17. September 1959 bis zum 13. April 1961 fungiert Ing. Leopold Kappel als Schulleiter.

1965
Ing. Johann Schmid leitet die Schule vom 1. Dezember 1965 bis zum 19. November 1971.

1966
Absolventen des Chargenlehrganges III tragen einen Goldknopf mit Silbereichenlaubkranz.

1969
Der Bettentrakt wird verlängert und damit die Bettenkapazität auf 104 erweitert.

1971
Ein Strahlenschutzraum wird eingerichtet.
Die Chargenknöpfe werden abgeschafft, dafür Lehrgangsborten eingeführt.

1972
Am 5. April 1972 wird Ing. Walter Ernst mit der Schulleitung betraut.

1985
Lehrgangsborten dürfen nicht mehr getragen werden.

 

Oberösterreich (20)

1892
Die einheitliche Ausbildung wird als unabdingbar erkannt. Bisher gab es nur fallweise Zusammenkünfte und Übungen.

1898
Beschluß des 29. OÖ Landes-Verbandstages, Chargenkurse in der Feuerwehrzentrale Linz im Jahr 1900 durchzuführen. Dazu kommt es nicht, weil der OÖ Landtag keinen finanziellen Zuschuß gewährt.

1921
Am 28. September beginnt der erste Landesfachkurs in Linz mit 300 Teilnehmern. Landesfachkurse werden nun regelmäßig durchgeführt. Vom Fachverband der Werksfeuerwehren werden Wanderfachkurse für Werksfeuerwehren abgehalten.

1922
Von der Verbandsleitung werden eintägige Bezirksverbands-Fachkurse durchgeführt. Sie beinhalten unter anderem Vorträge über die Gefahren des elektrischen Stromes, die Brandbekämpfung in elektrischen Anlagen, die Brandverhütung, die Organisation der Rettungsabteilungen sowie Gerätelehre und Übungen.

1925
Vom Österreichischen Reichsverband für das Feuerwehr- und Rettungswesen werden Kurse nach einheitlich erarbeiteten Richtlinien empfohlen: allgemeine Fachkurse, Kurse für Feuerwehrführer, Spezialkurse für Kraftwagenlenker und für Maschinisten.

1926
Vom OÖ Landesverband für des Feuerwehr- und Rettungswesen werden dreitägige Fachkurse mit durchschnittlich 36 Teilnehmern in Linz mit Ausbildern der FF Linz durchgeführt.

1927
Vom 25. bis zum 27. August wird der erste Wehrführerkurs abgehalten. Auch dieser Lehrgang wird mit geborgten Geräten unter freiem Himmel durchgeführt. Die Kosten der Kurse sind sehr hoch, weil die Lehrgangsteilnehmer in Gaststätten untergebracht werden müssen.

1928
Die hohen Kosten sind für den Vorsitzenden des OÖ Landesverbandes, Fritz Heiserer, der Anlaß, eine Feuerwehrschule ins Leben zu rufen. Mit Sitzungsbeschluß der OÖ Landesregierung vom 17. Jänner wird mit 18.000 Schilling der Grundstein für einen Baufonds gelegt.

1929 Eröffnung der LFS
Der Verband entschließt sich zum Kauf der 1919 erbauten und inzwischen aufgelassenen Permanganatfabrik und fünf Joch Grund. Am 1. März wird der Kaufvertrag unterschrieben. Die Eröffnung findet am 15. September statt. Dieser Tag gilt als Gründungstag der OÖ LFS. Sie besteht aus einer Übungshalle, einem Geräteraum, einem Lehrsaal mit 45 Plätzen, einem Schlafsaal mit 40 Betten, zwei Sitzungssälen, einem Museum und verschiedenen Kanzleien und Wohnungen.
Am 16. September beginnt der erste Lehrgang: Der Wehrführerkurs wird in zwei Teilen zu je vier Tagen durchgeführt. In diesem Jahr finden noch drei Mannschaftskurse statt. Sie werden von 130 Lehrgangsteilnehmern besucht.

1930
400 Teilnehmer absolvieren einen Wehrführer-, drei Mannschafts-, fünf Motorführer- und einen Sanitätskurs.

1931
Mit dem Geld aus dem Verkauf des nördlichen Teils des Areals werden Speiseräume für 100 Lehrgangsteilnehmer eingerichtet und ein Rauchgang für die praktische Schulung im Atemschutz errichtet.

1932
Die Kapazität wird um 40 Betten erhöht. Von jedem Feuerwehrmann werden 10 Groschen zur Deckung der Kosten der Mannschaftskurse eingehoben.

1934
Großangelegte Luftschutzübungen werden durchgeführt. Der Ausbildung im Gas- und Luftschutz wird großes Augenmerk zugewendet.

1938
Die Lehrgangstätigkeit wird wegen der Einquartierung von Soldaten der deutschen Wehrmacht unterbrochen. Insgesamt dürften bis Kriegsbeginn 15.000 Lehrgangsteilnehmer die Schule besucht haben.

1939-1944
Die Ausbildung erfolgt in der Gaufeuerwehrschule Ober-Donau Linz bis zum Unteroffiziersrang, jene der Offiziere, die Feuerwehren gelten zu dieser Zeit als Hilfspolizeitruppe, wird einheitlich in den Reichsfeuerwehrschulen Eberswalde (Brandenburg) und Celle (Niedersachsen) durchgeführt.

1946
Bis zum Jänner ist die Feuerwehrschule von US-Truppen besetzt. Das gesamte Aktenmaterial, alle Lehrmittel und Museumsstücke gehen während der Besatzungszeit verloren. Das Landesfeuerwehrkommando hat seinen Sitz in die Landes-Feuerwehrschule verlegt. Es werden nur Wanderlehrgänge abgehalten.

1948
Franz „Florian“ Neumair übernimmt die Leitung der Schule. Am 21. September wird sie mit einem dreitägigen Maschinistenlehrgang erneut eröffnet.

1949/50
Über Initiative von Landesfeuerwehrkommandant-Stellvertreter Josef Zeilmayr wird in den folgenden Jahren viel für die Gestaltung der Schule getan: Neue Bedachung, Errichtung eines Aufenthaltsraumes, Bau eines Schlauchturmes, Betonierung des Hofes, Ausbau der Garagen, Installierung einer Hof- und Platzbeleuchtung.

1951
Fertigstellung des Brandhauses, Verlegung der Küche in das Hauptgebäude und Bau eines neuen Speisesaales sowie eines Planspielraumes. Die Feuerwehren ermöglichen durch Holzspenden den Bau einer Kegelbahn.

1952
Für die im 1. Weltkrieg gefallenen Feuerwehrmänner wird ein neues Denkmal enthüllt. An die Brandverhütungsstelle wird eine Fläche des südlichen Areals verkauft.

1953
Für die praktische Ausbildung werden „Brandfelder“ errichtet, unter anderem eine Wanne für Ölbrände.

1956
Der Lehrsaal wird auf 82 Sitzplätze erweitert. Neben einem Experimentiertisch, Vitrinen und Vorführmöglichkeiten für Filme und Lichtbilder wird auch ein Lehrmittelzimmer geschaffen. Mit 31. Dezember tritt Reg.-Rat Franz Neumair in den Ruhestand. LFKdt. Stv. Josef Zeilmayr und LFI Erich Feichtner leiten gemeinsam die Schule.

1958
Es gibt 3 Schlafsäle mit je 20 bis 25 Betten. Der Waschraum im Parterre entspricht nicht den Anforderungen. Ein Gutachten der Landesbaudirektion ergibt darüber hinaus wesentliche Mängel. Für den Bau des Schnellstraßenringes Ost muss ein großer Teil des Übungsgeländes abgetreten werden. Für den Umbau wird eine Rücklage von 800 000 Schilling angelegt. Vom 14. bis zum 19. Juli findet erstmals in einer österreichischen Feuerwehrschule ein Tauchlehrgang mit zehn Teilnehmern statt. Taucherausbildungen werden nun regelmäßig durchgeführt - ab dem Folgejahr auch als Außenlehrgänge, z.B. am Attersee.

1959
Mit Wirkung vom 1. September wird Ing. Friedrich Ofner zum Leiter der LFS bestellt.

1962/64
Die OÖ Landes-Feuerwehrleitung beschließt für den Umbau ein Gesamtprojekt zu erstellen, das in Etappen verwirklicht werden soll. Am wichtigsten erscheint zunächst die Errichtung eines Schlaftraktes. Es sollen aber auch verschiedene Werkstätten, Garagen, Kanzleien für die Schulleitung und ein moderner Schlauch- und Übungsturm errichtet werden. Es müssen auch neue Lagerräume für den Katastrophenhilfsdienst geschaffen werden.

1965
Es wird mit der Kanalisierung, dem Erdaushub und der Fundamentierung begonnen.

1967
Der alte Schlauch- und Übungsturm wird bei einem Sprenglehrgang gesprengt.

1969
Die Inbetriebnahme des Neubaus findet anläßlich der 100-Jahrfeier des OÖ LFV statt. Für die neue Atemschutzwerkstätte wird ein hauptamtlicher Mitarbeiter eingestellt. Trotz des Umbaues werden wie in den vergangenen Jahren 41 Lehrgänge mit nahezu 1.876 Teilnehmern abgehalten.

1970
Es gibt neue Subventionsbestimmungen für Atemschutzgeräte: Zwei Mann einer Feuerwehr müssen den Atemschutzlehrgang besucht haben. Zu sechs Atemschutzlehrgängen kommen 142 Mann aus 60 Feuerwehren.

1971
Der Technische Lehrgang wird eingeführt.

1972
Erstmals werden 2.231 Lehrgangsteilnehmer verzeichnet. Die steigende Teilnehmerzahl hat zur Folge, dass der Speisesaal neu eingerichtet und ein Aufenthaltsraum geschaffen werden muss.

1974
In diesem Schuljahr werden zwei neue Lehrgänge angeboten: Der für FuB-Kommandanten mit 83 Teilnehmern und der zur taktischen technischen Beherrschung der Öleinsatzfahrzeuge mit 72 Teilnehmern. Es wird ein einwöchiges Taucherlager abgehalten.

1976
Die Grundlehrgänge werden in die Bezirke verlagert. Nur so ist es möglich, dass 77 Lehrgänge mit fast 5 000 Teilnehmern durchgeführt werden können. Zum Gruppenkommandantenlehrgang kommt der 50.000. Lehrgangsteilnehmer.

1977
In Zusammenarbeit mit dem Fliegerregiment 3 in Hörsching kann erstmals ein Lehrgang für die Waldbrandbekämpfung mit Hubschrauberunterstützung angeboten werden. Die maximale Teilnehmerzahl pro Lehrgang wird von ca. 100 auf 60 reduziert. Dafür werden Lehrgänge parallel angeboten.

1978
Mit nahezu 100 Lehrgängen und mehr als 6.000 Lehrgangsteilnehmern ist die höchstmögliche Auslastung der LFS erreicht. Mit dem Neubau des LFK werden neue Ausbildungsmöglichkeiten geschaffen. Erstmals werden die Lehrgänge „Atemschutzwart“, „Durchführung von Maßnahmen beim Umgang mit Gefährlichen Gütern“ und „Sanitätstruppkommandant“ angeboten.

1979
Es wird in Zusammenarbeit mit dem Bayerischen Landesamt für Brand- und Katastrophenschutz und den Feuerwehrschulen Regensburg und Würzburg ein einwöchiger Lehrgang für Besatzungen von Drehleitern in der LFS durchgeführt.

1980
Im neuen Gebäude des LFK wird die dringend erforderliche Atemschutzübungsstrecke in Betrieb genommen. Ab Herbst werden Grundwehrdiener des ABC-Abwehrzuges, die Mitglieder freiwilliger Feuerwehren sind, in Lehrgängen im Branddienst, im Technischen Einsatz und im Strahlenschutz ausgebildet.

1981
Der ÖBFV ruft ein Seminar für alle Ausbildungskräfte an den Feuerwehrschulen ins Leben. Es findet jedes Jahr an einer anderen Feuerwehrschule statt.

1982
Der erste Einsatzleiterlehrgang wird abgehalten. In Zusammenarbeit mit dem Bundesheer und den Feuerwehrschulen Regensburg und Würzburg findet für 45 Teilnehmer ein Lehrgang für Maschinisten von Kran- und Schweren Rüstfahrzeugen statt.

1983
In diesem Jahr übersteigt die Anzahl der Lehrgangsteilnehmer erstmals 7 000 Mann.

1984
Am Maschinistenlehrgang am 29. Mai nimmt der 100.000. Lehrgangsteilnehmer (seit 1948) teil.

1985
Es müssen für die 7.500 Teilnehmer bei 120 Lehrgängen Freizeiträume geschaffen werden. Eine Betriebskantine wird eingerichtet. Die Höchstteilnehmerzahl bei Kommandanten- und Gruppenkommandantenlehrgängen wird von 117 auf 54 herabgesetzt und die Zahl der Lehrgänge erhöht.

1986
Es wird eine mehrtägige Ausbilderschulung für Lehrkräfte der OÖ LFS durchgeführt.

1987
Die Komandantenweiterbildung wird wieder aktiviert.

1988
Errichtung eines Übungsgeländes westlich der Petzoldstraße.

1989
Neben den 115 Lehrgängen werden bei fünf Betriebsbrandschutzlehrgängen 338 Zivilpersonen zu Brandschutzbeauftragten ausgebildet.

1990
Die Lehrgangsteilnehmer erhalten für die praktische Ausbildung von der LFS nur noch die Brandhaus- und Regenbekleidung und nehmen nun ihre persönliche Schutzausrüstung zu den Lehrgängen mit.

1991
Von den Stadtbetrieben wird ein 5.000 m² großes Grundstück, das an das bestehende Übungsgelände anschließt, gepachtet. Am 4. Mai wird ein „Tag der offenen Tür“ veranstaltet.

1992
Der Leiter der LFS OBR Ing. Friedrich Ofner tritt in den Ruhestand, Ing. Hubert Schaumberger wird zum Nachfolger ernannt. Vier Jugendbetreuerlehrgänge werden in den Bezirken durchgeführt. Der 150.000. Lehrgangsteilnehmer seit der Wiedereröffnung der LFS nimmt am Technischen Lehrgang I teil.

1993
Es wird erstmals ein „Seminar für Ausbildung in der Feuerwehr“ durchgeführt. Der ÖBFV führt sein erstes Seminar „Ausbildungsmethodik“ in der OÖ LFS durch. Mehrere Ausbilder helfen bei den Vorbereitungs- und Dreharbeiten für den ÖBFV-Ausbildungsfilm „Die Gruppe im Löscheinsatz“ mit. Mit der Planung eines weiteren Schul-Zu- und -Umbaues wird begonnen. In Zusammenarbeit mit der OÖ Brandverhütungsstelle findet eine Weiterbildung für Brandschutzunteroffiziere und -Warte des Militärkommandos OÖ statt.

1994
Zwei Gruppen der OÖ LFS mit insgesamt 16 Ausbildern absolvieren die Leistungsprüfung Technische Hilfeleistung in Bronze und legen damit den Grundstein für die Einführung dieser Ausbildung im OÖ LFV. Beinahe der gesamte Ausbilderstab der Feuerwehrschule absolviert im Rahmen einer Ausbilderschulung eine Exkursion zur Fachmesse „Interschutz“ in Hannover. Beim Brand des Linzer Schlachthofes ist auch die LFS mit zwei Gruppen im Einsatz.

1995
Das Brandhaus wird saniert. Folgende Simulationen sind besonders erwähnenswert: Einbau einer Elektroinstallation, Einbau eines Gashaupthahnes mit Gaszähler und den dazugehörenden Armaturen, Feuerwehrschlüsselsafe mit Darstellung einer ausgelösten Brandmeldeanlage, Einbau einer „Werkstätte“ inkl. Gasleitung, Einbau einer „Wohnung“ mit Kinderzimmer, im Dachboden wird das Modell einer Wandverkleidung errichtet. Im Frühjahr beginnen in Wels und St.Leonhard bei Freistadt die Dreharbeiten zum ÖBFV-Ausbildungvideo „Manche haben’s heiß - das richtige Verhalten bei einem Brand“. Mit dem Zu- und Umbau der OÖ LFS wird begonnen. Nach Einführung der Leistungsprüfung Technische Hilfeleistung stellen sich die Bewerter aller Bezirke mit mindestens einer Gruppe der Abnahme durch Ausbilder der OÖ LFS. Für Vortragende der österreichischen Feuerwehrschulen wird auf Initiative des ÖBFV ein Rhetorikseminar organisiert.

1996
Seit dem Schuljahr 1995/96 werden die Funklehrgänge als Außenlehrgänge in den Bezirken durchgeführt. Der Kommandantenlehrgang wird in einen fünftägigen Lehrgang für Zugskommandanten und einen dreitägigen für Kommandanten getrennt. Aufgrund eines Großbrandes wird die LFS von der BF Linz zur Assistenzleistung angefordert. Die Ausbilder der OÖ LFS werden bei neun Schulungen im Bereich Organisation, Rechtskunde, Einsatztechnik und -taktik, sowie Ausbildungsmethodik für den Lehrgangsbetrieb geschult und absolvieren im Anschluss an das Bundesweite Ausbilderseminar einen Rettungsgerätelehrgang. Vom 20. bis zum 21. September findet in der OÖ LFS erstmals eine Schulung der Bewerter für internationale Jugendfeuerwehrbewerbe statt.

1997
Der Internatstrakt (Bauetappe 1) wird fertiggestellt.

1998
Für die praktischen Ausbildungen werden bis Ende 1999 unter anderem folgende Objekte errichtet: Öl- und schadstoffbeständige Betonwanne mit Feuerlöscherübungsbox, PKW-Übungshalle, Übungskünette und Kanalabdichtungsanlage, Betonsilo, Gasübungsanlage, Bahnübungsanlage und Weiterführung des Übungsdammes einschließlich einer Brücke. Ausbilder der OÖ LFS legen erstmals in Österreich die Leistungsprüfung Technische Hilfeleistung in Gold ab. Zusätzlich zum Lehrgangsplan finden Schulungen für Rotkreuz-Notfallhelfer, Richteramtsanwärter, Brandschutzwarte des Bundesheeres, Schüler der HTL Wels, CTIF-Jugendbewerter und Polizeibeamte statt. Unter Mittwirkung des OÖ LFV wird nach mehrjähriger Arbeit ein Handbuch für die Grundausbildung fertiggestellt. 9.209 Feuerwehrleute absolvieren Ausbildungen der LFS in insgesamt 208 Lehrgängen.

1999
Der Zu- und Umbau der Landes-Feuerwehrschule ist abgeschlossen.

Seit Eröffnung der Landesfeuerwehrschule am 15. September 1929 wurde dieses Institut geleitet von:

1929-1934 Fritz Heiserer
1934-1944 Josef Pointner
1945-1947 Dipl. Ing. Franz Krajanek
1948-1956 Franz Neumaier
1957-1959 Sepp Zeilmayr und Erich Feichtner
1959-1992 Ing. Friedrich Ofner
1992- Ing. Hubert Schaumberger

 

Salzburg (21)

Bis 1920
Die Ausbildung wurde bei den Feuerwehren nach gegenseitigen Beispielen und entsprechender Fachliteratur durchgeführt.

1920
Mit einem fünftägigen Landesfachkurs für Feuerwehr- und Rettungswesen für Feuerwehr-Kommandanten und Chargen vom 25. bis zum 29. Oktober 1920 in Salzburg wird die Salzburger Feuerwehrschule gegründet. Initiator ist der erstmals von der Landesregierung bestellte Landesfeuerwehrinspektor, Oberst a. D. Oswald Prack. 116 Salzburger Feuerwehrkommandanten und Chargen und 205 Gäste aus den österreichischen Bundesländern sind als Besucher vermerkt. Die Teilnehmer erhalten bereits eine Kursbestätigung.

1925
Die nächste Großveranstaltung vom 13. bis zum 16. Juli 1925 wird parallel als 2. Kurs für Feuerlöschwesen und 2. Kurs für Rettungswesen registriert. Am Feuerwehrkurs nehmen 112 Salzburger und 328 auswärtige Feuerwehrleute, am Rettungskurs 47 Salzburger und 105 auswärtige Rettungsmänner teil.
Auf Kosten des Landesverbandes werden von nun an Feuerwehr- und Rettungsmänner zum „Volontieren“ zu den Berufsfeuerwehren Wien und Graz bzw. zur Wiener freiwilligen Rettungsgesellschaft entsandt.

1927
Mit dem 3. Ausbildungskurs für Feuerwehrleute werden die Zwei-Tages-Kurse unter dem Ausbildungsleiter Wilhelm Baltzer institutionalisiert.
Die Kursteilnehmer werden in einem Gasthof untergebracht, die Ausbildung erfolgt in den Wachen der FF Salzburg-Stadt.

1928
Ab dem 3. Ausbildungskurs für Rettungsleute wird dieser an drei Tagen unter der Leitung von Dr. Christian Varnschein durchgeführt. Auch die Rettungsleute nächtigen und essen im Gasthaus, ausgebildet werden sie im Rettungsheim der Rettungsabteilung der FF Salzburg-Stadt.
Am 3. Dezember 1928 erlässt der LFV die Vorschriften bzw. Kriterien für die Prüfung der Feuerwehrführer und Stellvertreter.

1929
Es folgen zweitägige Maschinistenkurse.
In den vergangenen zehn Jahren wurden 14 Kurse mit 1.467 Teilnehmern gezählt.

1930
Dreitägiger Feuerwehrführer-Kurs mit Abschlussprüfung. Vorsitzender der Prüfungskommission ist Dipl. Ing. Theophil Qurin, LFKdt. der Steiermark. Die geprüften Feuerwehrführer tragen von nun an auf dem Kragenspiegel zu den Sternen noch einen goldenen Knopf.

1931
Der Ausbildungskurs für Feuerwehrleute wird von zwei auf drei Tage ausgedehnt.
Vom 10. bis zum 12. Oktober 1931 nimmt Erich Lauberer, Vortragender bei den Lehrkursen des NÖ LFV und spätere Leiter der NÖ Feuerwehrschule (1933-1945 bzw.1949), am 2. Feuerwehr-Führerkurs teil; begeistert äußert er sich in einem Brief über die Qualität des Kurses und rät allen Feuerwehrkameraden, nach Möglichkeit diesen Kurs zu besuchen.

1932
Viktor Wieser übernimmt das Ausbildungswesen.
Der erste Gasschutzkurs für Feuerwehrleute und andere Teilnehmer wird durchgeführt und gemeinsam mit dem Landesgendarmeriekommando ein Brandstiftungsfahndungskurs veranstaltet.

1934
Der dreitägige Ausbildungskurs für Feuerwehrleute wird als Grundausbildungskurs modifiziert und in Mannschaftskurs umbenannt, die Kursteilnehmer zu Ausbildungsgruppen mit je neun Mann eingeteilt.

1935
Das Feuerwehrgesetz vom 13. September 1935 bringt das autoritäre „Führungsprinzip“. Die Wahlen der Kommandanten waren damit abgeschafft. Sie waren von übergeordneten Stellen zu ernennen. Die Befähigung zur Leitung einer Feuerwehr muss durch eine Prüfung vor dem Landesfeuerwehrführer und zwei Fachleuten bestätigt werden.

1936
Der Mannschaftskurs bekommt die Zusatzbezeichnung Grundkurs 1. Stufe.

1937
Einführung eines dreitägigen Chargenkurses bzw. Grundkurses 2. Stufe. Zur Weiterentwicklung des bisherigen Führerkurses als dritte Stufe kommt es nicht mehr. Mit dem neunten Rettungskurs vom 8. bis zum 10. Oktober 1937 endet diese Ausbildungssparte. Bei den nächstjährigen Terminen gelten schon andere Gesetze.

1938
Aus Protest gegen die Absetzung des Landesfeuerwehrführers Franz Zauner durch die neuen nationalsozialistischen Behörden legt Viktor Wieser seine Funktionen zurück. Zu seinem Nachfolger wird Erich Neururer bestellt.

1939
Am 7. und 8. Jänner 1939 werden die Feuerwehrführer auf Befehl des Chefs der Ordnungspolizei in Wien zu einem zweitägigen „Kampfstofflehrgang“ einberufen.
Mit dem 13. Maschinistenkurs endet vorläufig die Tätigkeit der Salzburger Feuerwehrschule. Der nächste Ausbildungskurs wird erst in zehn Jahren wieder möglich sein.
In den vergangenen 20 Jahren wurden 3.924 Teilnehmer in 58 verschiedenen Kursen ausgebildet.
Den Feuerwehren wird die Einführung der deutschen Ausbildungsvorschrift für den Feuerwehrdienst (Gruppe 1:8) befohlen.
Über eine Schulungstätigkeit im Reichsgau Salzburg konnte bis jetzt nichts eruiert werden.

1945
Oswald Prack wurde wieder als LFI bzw. gleichzeitiger LFKdt. eingesetzt. Er muss die Ausbildungsveranstaltungen in den Bezirken improvisieren.

1947
Als erste reguläre Veranstaltung wird der zweite Gendarmerie-Brandstiftungs-Fahndungs-Kurs vom 29. April bis zum 2. Mai 1947 in der Stadt Salzburg durchgeführt.

1948
Die vermehrten Feuerwehrautos bedingen mehr Kraftfahrmaschinisten, eine Feuerwehr-Fahrschule wird daher in den Bezirken eingerichtet.

1949
Nun kann auch die Einführung der schon 1937 geplanten dritten Ausbildungsstufe mit dem 1. Brandmeisterkurs verwirklicht werden. Friedrich Baumkirchner von der Berufsfeuerwehr der Stadt Salzburg fungiert von nun an als Ausbildungsleiter. Nach wie vor dienen die Feuerwachen der Stadt Salzburg als Ausbildungsstätten. Volontariate bei Berufsfeuerwehren werden wieder empfohlen.

1950
Nun normalisiert sich das Kurswesen. Die Chargenkurse werden von den Bezirken wieder in die Stadt zurückgeführt, die bei einem Maschinistenlehrerkurs ausgebildeten Kraftfahrer sollen die Kraftfahrmaschinisten-Ausbildung in den Feuerwehren verstärken.

1952
Ab dem 15. Maschinistenkurs wird dieser von zwei auf drei Tage ausgeweitet.

1953 – 1983
Nun wird die neue Hauptfeuerwache Maxglan der Berufsfeuerwehr der Stadt Salzburg zur Ausbildungsstätte der Salzburger Freiwilligen. Der Berufsfeuerwehrkommandant Friedrich Baumkirchner zeichnet für die Ausbildung bis 1974 und sein Nachfolger Eduard Mair bis 1983 verantwortlich. Als Ausbilder fungieren Beamte der Berufsfeuerwehr. Die Kursteilnehmer nächtigen weiterhin in Gasthäusern und werden dort auch versorgt.
1953 wird vehement die Errichtung einer eigenen Feuerwehrschule gefordert. LFKdt. Johann Stelzinger richtet daraufhin einen „Ausschuss für Schulung und Wettbewerbe“ ein. 1955 beschäftigt sich der LFR mit dem Thema, ein in Aussicht stehender Ankauf eines Hauses in Salzburg-Parsch kann aber nicht realisiert werden. 1971 gelingt Stelzinger der Ankauf eines 13.332 m² großen Grundstückes in Wals-Siezenheim, kann aber seinen Plan nicht mehr ausführen. Das Grundstück wird später bei der Finanzierung einer an anderer Stelle zu errichtenden Feuerwehrschule eine wichtige Rolle spielen.
Neben den bisherigen Brandmeister-,Chargen- (nunmehr Gruppenkommandanten-) und Maschinisten-Kursen werden nun folgende Lehrgänge wieder bzw. neu eingeführt:

1951 – Kraftfahrerkurs,
1954 – Grundausbildungskurs (Mannschaft), Ausbildung für Betriebsfeuerwehrkommandanten,
1955 – Kampfrichterkurs für die Bewerter des Feuerwehrleistungsbewerbes in Bronze,
1956 – Informationslehrgang für Bezirks-, Abschnitts- und Ortsfeuerwehrkommandanten,
1957 – Informationslehrgang für Schriftführer,
1959 – Wasserrettungsausbildung,
1962 – Berge-Hilfeleistungs-Ausbildung,
1963 – Sanitätsausbildung,
1967 – Bootsführerausbildung,
1970 – Strahlenschutzausbildung,
1971 – Atemschutzkurs,
1973 – Gerätewartlehrgang.

In verschiedenen Orten bzw. Feuerwehrhäusern werden weitere Lehrgänge durchgeführt:

1979 – Flughelferausbildung, Jugendführerlehrgang,
1981 – Schriftführerlehrgang, Führerscheinlehrgang C,
1982 – Funklehrgang.

Am 16. und 17. Dezember 1983 geht der Ausbildungsbetrieb bei der Salzburger Berufsfeuerwehr mit einem Atemschutzlehrgang zu Ende.

1981 – 1984
LFKdt. Ing. Harald Ribitsch verwirklicht mit dem Schulbau an der Karolingerstraße in Salzburg einen langgehegten Wunsch der Salzburg Feuerwehren. Land, Gemeinden und LFV finanzieren das Projekt mit Schul- und Verwaltungstrakt, Internat, Atemschutzzentrum, Funkwerkstatt, Katastrophenlager usw. Als letzter unter den österreichischen Landesfeuerwehrverbänden kann der Salzburger LFV am 16. Juni 1984 seine LFS feierlich eröffnen. Die Schule steht unter der Selbstverwaltung des LFV.

1984 bis heute
Entsprechend dem Schulstatut ist der jeweilige Landesfeuerwehrkommandant gleichzeitig Schulleiter: LBD Ing. Harald Ribitsch bis 1996, LBD Anton Brandauer seit 1996.

Als Ausbildungsleiter zeichneten BD Karl Joch (27. 3. 1984 - 31. 12. 1987), LBD Ing. Harald Ribitsch (1. 1. -20. 9. 1988 und 1. 1. 1992 - 31. 12. 1994) und Ing. Roland Friesacher (21. 9. 1988 - 31. 12. 1991) nebenberuflich verantwortlich. Seit dem 1. Jänner 1995 ist Ing. Harald Kreuzer als erster hauptamtlicher Ausbildungsleiter tätig.

Der Schulbetrieb im eigenen Haus wird bereits am 29. Februar 1984 aufgenommen. Mit 61 Lehrgängen und 1.702 Teilnehmern und Teilnehmerinnen wird das erste Jahr im neuen Haus abgeschlossen. 17 Kameraden von der Berufsfeuerwehr, sieben Mitglieder des Landesfeuerwehrverbandes und fünf Gastlehrer waren als Vortragende und Ausbildner tätig. Später ziehen sich die Berufsfeuerwehrleute mehr und mehr zurück und die Bediensteten des Landesfeuerwehrverbandes übernehmen mit wenigen Gastlehrern die Ausbildung der Salzburger Feuerwehrleute.

Entsprechend den neuen Möglichkeiten und Einsatzerfordernissen wird das Ausbildungsangebot erweitert:

1984 – Einsatzleiterlehrgang, Gefährliche Stoffe-Informationskurs, Bewerterkurs für den Funkleistungsbewerb,

1985 – Atemschutzkurs mit Anzügen der Schutzstufe 3, Atemschutz-Gerätewartekurs, Praktische Jugendarbeit-Lehrgang, TLF-Kurs für Fahrer von Tanklöschfahrzeugen, Ausbildungskurs für Selbstschutzkräfte,

1986 – Atemschutzwartlehrgang, Gerätewartlehrgang, Teilung des Funklehrganges in Funk-Grund- und Funk-Fortsetzungslehrgang, Verkehrsreglerlehrgang, Ausbildungslehrgang für Führungskräfte im Katastropheneinsatz,

1987 – Gefahrgutlehrgang, Lehrgang Sicherheit im Feuerwehrdienst, Verwalterlehrgang, Lehrgang Zusammenarbeit ÖBB – FW, Lehrgang Moderne Führungspraxis,

1988 – Strahlenschutz-Meßdienstlehrgang, Bootsführerscheinlehrgang für Motorboote,

1989 – Kommandantenlehrgang, Fahrmeisterlehrgang, Sonderlehrgang Gefahrgutfahrzeuge,

1990 – Funklehrgang wieder dreitägig,

1991 – Drehleitermaschinistenlehrgang, Feuerbeschau-Lehrgang, OFK-Fortbildungslehrgang, Gas-meßtechnik-Lehrgang,

1992 – Ausdehnung des Fortbildungslehrganges I von vier auf fünf Tage,

1993 – neue Taktikausbildung für den Einsatzleiter- und Fortbildungslehrgang II, ÖBFV-Seminar Führungsverhalten 1,

1994 – Technischer Lehrgang, Planübungsplatten, ÖBFV Rhetorik-Seminar,

1995 – Zusammenfassung der bisherigen Jugendführerlehrgang I und II und Praktischer Jugendlehrgang zum Jugendführerlehrgang, Bezirkseinsatzleiter-Schulung, Löschwasserversorgung über lange Wegstrecken,

1996 – Österreichweite Überarbeitung der Lehrpläne, Einführung der Integrierten Ausbildung als Gemeinschaftsprojekt der verschiedenen Einsatzorganisationen

1997 – Gefahrgut- und Strahlenschutz-Informationslehrgänge,

1998 – Lehrgang zur Erreichung des Strahlenschutzabzeichens in Silber, Bewerterlehrgang zur Abnahme der Technischen Leistungsprüfung,

1999 – Lehrgang zum Erwerb des neuen Feuerwehrführerscheines, verschiedene Abendseminare werden eingeführt,

2000 – Bewerterlehrgang zur Abnahme der Atemschutz-Leistungsprüfung.

 

1998
Im Rahmen des 12. Bundesfeuerwehrjugendleistungsbewerbes in Saalfelden wird am 4. September 1998 das vom ÖBFV gemeinsam mit allen LFV herausgegebene „Handbuch für die Grundausbildung“ vorgestellt. Zur Handhabungen bei den Feuerwehren wird es diesen zugeteilt.

1999
Für eine vermehrte praxisnahe Ausbildung wird am 28. Mai 1999 eine Technische Übungsanlage mit Bahnanlage, Übungsrampe, Garage mit Flugdach, Schacht für Bergeübung, Rohrdichtkissenanlage, Einrichtungen für Erste Löschhilfe (Brandwanne, Küchenattrappe, Bettattrappe) und Hubschrauberlandeplatz eröffnet. Damit stellt LBD Anton Brandauer die Weichen in das nächste Jahrhundert und leitet eine neue Ära in der Ausbildung für Technische Einsätze ein.

 

Steiermark (22)

Gründerzeit
Bereits der vom 13. bis zum 15. August 1871 in Bruck a. d. Muhr tagende erste Feuerwehrtag nimmt das Exerzierreglement der Grazer Turner-Feuerwehr an und beschließt die Gliederung in Rotten zu acht Mann mit einem Rottenführer.

Dem 6. Feuerwehrtag 1876 wird eine allgemein verbindliche Übungsvorschrift vorgelegt und 1878 die Einführung von Chargenkursen angeregt, aber nicht realisiert.

Zwischen 1891 und 1895 leitet Obmannstellvertreter Josef Purgleitner sechs Chargenkurse („Exerciermeister-Schule“). Die 96 Teilnehmer sollten das Erlernte in ihren Wehren weitergeben, scheitert aber am Widerstand der Feuerwehren gegen die „G`studierten“.

1918
Im letzten Kriegsjahr übernimmt der Grazer Stadtbaudirektor Dipl. Ing. Theophil Qurin die Funktion des Landesverbandsobmannes. Er verficht die Idee der Ausbildung zum Einheitsfeuerwehrmann. Bekannt wird er auch durch die Erfindung der nach ihm benannten „Qurinsche Schlauchkiste“.

Nachkriegszeit
Nach dem Ersten Weltkrieg richtet Qurin bei der FF Graz auf dem Dietrichsteinplatz die Fachkurse ein und setzt sich unermüdlich für die Verbesserung des Leistungsniveaus ein. Er gibt Übungsvorschriften heraus und setzt trotz anfänglicher Trägheit und Widerstände sein Konzept des „Einheitsfeuerwehrmannes“ durch. Von 1923 an finden wieder Chargenkurse statt und 1926 wird die Befähigungsprüfung für Chargen eingeführt.

1927 wird der erste Feuerwehr-Rettungskurs und ein allgemeiner Grundlehrgang, 1928 der erste Maschinistenkurs abgehalten.

1933
Am 16. Dezember 1933 wird eine eigene LFS in Graz, Traungauergasse 12, eröffnet und Feuerwehrhauptmann Anton Waldert als Kursleiter bestellt. Gleichzeitig wird das Landesfeuerwehrinspektorat für Feuerwehr- und Rettungswesen errichtet und mit Dipl. Ing. Ludwig Wipler besetzt – er fungiert auch als Schulleiter.

1938
Am 14. Februar 1938 tritt Qurin als Landesverbandsobmann zurück, seine Nachfolge übernimmt für kurze Zeit der Gewerke Ernst Pichler.

Zweiter Weltkrieg
Unmittelbar nach Kriegsbeginn wird der bisherige Landesfeuerwehrinspektor Ludwig Wipler zum „Bezirksführer freiwillige Feuerwehren im Reichsgau Steiermark“ bestellt.
In den letzten Kriegsmonaten wird auch die Feuerwehrschule von Bomben getroffen.

1945
Britische Soldaten besetzen die unbeschädigten Teile der LFS.
Bereits im August organisiert der neue provisorische Verband Umschulungskurse auf die neuen alten (1938 bestandenen) Vorschriften. In der Folge werden an verschiedenen Orten Schulungskurse durchgeführt.

1946
Am 1. Jänner 1946 übernimmt Ing. Peter Stanke als neuernannter LFI den Wiederaufbau des steirischen Feuerwehrwesens.

1973 geht der Schulbetrieb in der Traungauergasse zu Ende. In den 40 Jahren ihres Bestehens wurden rund 10.000 Feuerwehrmänner ausgebildet.

1968 - 1973
Angesichts der gravierenden Veränderungen und Bedrohungen in einer immer mehr technisierten Umwelt richtet die steirische Landesregierung 1968 die „Abteilung für Katastrophenschutz und Landesverteidigung“ als zentrale Anlaufstelle für alle Einsatzorganisationen ein. Das Bestreben, neue Wege zu gehen, gipfelt in der Errichtung der „Feuerwehr- und Zivilschutzschule Steiermark“ in Lebring/St. Margarethen unter der Leitung von Dipl. Ing. Frauenberger. Diese vom Land Steiermark geführte Einrichtung ist die erste Ausbildungsstätte, welche alle Belange der gesamten Katastrophen- und Zivilschutzausbildung unter einem Dach vereint. Neben den eigentlichen Schulgebäuden mit Internat gibt es da eine Fahrzeug- und Übungshalle, einen 26 m hohen Übungsturm, ein Brandhaus, eine Wasserabteilung mit Bootshafen, Schwimm- und Tauchbecken und einen Schutzraum.

1973 – 1983
In ihrem zehnjährigen Bestand hat die Feuerwehr- und Zivilschutzschule Steiermark rund 150.000 Personen ausgebildet. Allein im Jahr 1983 waren es 71 Feuerwehr-Lehrgänge und 27 Feuerwehr-Seminare mit insgesamt 4.444 Teilnehmern. Im einzelnen waren das folgende Lehrgänge: Gruppenkommandanten (564 Teilnehmer), Einsatzleiter (423), Kommandanten (272), Kommandanten-Prüfung (261), Atemschutz-Geräteträger (396), Maschinisten (299), Funk (216), Jugendwarte (132).

 

Tirol (23)

Tirolische Ausbildungsrichtlinie
Die erste tirolische Ausbildungsrichtlinie verfasst im Jahr 1927 Hauptmann Julius Pitscheider, Kommandant der 1. Kompanie der Feuerwehr Innsbruck, mit dem Titel „Leitfaden der Feuerwehren Tirols“. Das für diese Zeit beachtliche Werk mit vielen Abbildungen vermittelt entsprechendes Fachwissen und bildet von nun an die Grundlage für die theoretische und praktische Schulung der ausbildungswilligen Feuerwehren bzw. deren Männer.

1929 Geburtsstunde des zentralen Ausbildungswesens.
Die Technik bringt Motorspritzen – zu dieser Zeit stehen bei den Tiroler Feuerwehren bereits 24 dieser neuen Löschgeräte im Dienst. Bei Bezirksverbandstagen werden Kurse für Motorspritzen-Maschinisten gefordert. Der „Technische Referent des Landesfeuerwehrverbandes“, Dipl. Ing. Viktor Freiherr von Graff, zeichnet für die ersten dreitägigen Maschinistenausbildungslehrgänge verantwortlich. Theorie und Praxis des Motor- und Pumpenwesens sowie Auswertung und Wartung der Geräte werden vermittelt. Der erste Lehrgang wird im Jahr 1929 für den Bezirk Schwaz durchgeführt, Kitzbühel, Kufstein und Innsbruck folgen. Dann werden diese Lehrgänge alle Jahre durchgeführt und auf alle Bezirke ausgedehnt.
Später kommen Chargen- und Zeugwart-Lehrgänge sowie Gasschutzausbildungen in den jeweiligen Bezirken dazu. Darüberhinaus hält Graff in zahlreichen Tiroler und Vorarlberger Orten Lichtbildervorträge über feuerwehrtechnische Probleme sowie über Brandursachen-Ermittlung.

Ab 1932 zentrale Ausbildung in Innsbruck.
Infolge der technischen Weiterentwicklung (1930 werden 145 Motorspritzen und 12 Automobile, 1934 bereits 238 Motorspritzen und 29 Feuerwehrautos gezählt) und des dadurch bedingten Andranges von Lehrgangsteilnehmern entspricht die Ausbildung auf Bezirksebene nicht mehr. 1932 beginnt daher die zentrale Ausbildung in Innsbruck. Der theoretische Teil der Lehrgänge wird in der Tiroler Handelskammer und der praktische Teil in der Innsbrucker Ausstellungshalle, später im städtischen Bauhof durchgeführt. Die Unterbringung der Kursteilnehmer erfolgt abwechselnd im Hotel „Grauer Bär“ und im Gasthof „Weißes Kreuz“.
In dieser Epoche sind Landesfeuerwehrverbandsobmann Kommerzialrat Franz Innerhofer (1923-1936) und dessen Nachfolger Josef Sailer (1936-1939) federführend. In den Jahren von 1929 bis 1938 absolvieren 2.668 Feuerwehrmänner die Ausbildungskurse.

NS-Zeit.
Entsprechend der neuen Vorschriften für die nun zur Hilfspolizei umgewandelten Freiwilligen Feuerwehren werden die Lehrgänge abgeändert. Grundlage für den „Einheitsfeuerwehrmann“ ist die Ausbildung in der Löschgruppe mit 1:8 Mann.

1940 wird der Bau einer eigenen Feuerwehrschule aktuell – geplant wäre die Erstellung im Zusammenhang mit der Feuerschutzpolizei (Berufsfeuerwehr) außerhalb von Innsbruck (Fürstenweg) mit einer Frequenz für ca. 40 Kursteilnehmer. Vorübergehend werden aber die Kurse in der Polizeikaserne Innsbruck (Sillgasse – früher Klostergasse) untergebracht.
Eine provisorische Ausbildungsstätte bekommen im Jahr 1941 die Tiroler Feuerwehren in zwei Holzbaracken in Innsbruck-Wilten (St. Bartlmä). Nach verschiedenen Verbesserungen, Um- und Zubauten, wird hier am 11. Juni 1943 die Feuerwehrschule des Reichsgaues Tirol-Vorarlberg eröffnet. Die für 30 Mann mit Unterkünften, Küche, Lehrbehelfen und Geräten sowie Uniformen ausgestattete Schule wird von Gau-Feuerwehrführer Oberstleutnant der Feuerschutzpolizei Dipl. Ing. Freiherr Viktor von Graff (1939-1945) als Direktor geleitet.
Die Freude an dieser Errungenschaft währt jedoch nicht lange – am 19. Dezember 1943, beim zweiten Bombenangriff auf Innsbruck, werden die Baracken so schwer beschädigt, dass die Schule in alten Militärbaracken beim Gasthof „Judenstein“ in Rinn eingerichtet werden muss.

In den Jahren von 1939 bis 1945 besuchen 2.945 Tiroler Feuerwehrmänner die Ausbildungskurse. Von 1943 bis 1945 werden zusätzlich Kameraden aus Vorarlberg und Südtirol ausgebildet.

Nach dem Zweiten Weltkrieg.
Der Landesfeuerwehrverband Vorarlberg bekommt seine Selbständigkeit zurück und organisiert die Ausbildung im eigenen Land. Die Südtiroler Feuerwehren sind ohne Landesverband auf sich allein gestellt – sie haben weiterhin die Möglichkeit, die Ausbildungskurse an der Tiroler Landes-Feuerwehrschule zu besuchen. Für diese Kameraden werden bei allen Lehrgängen eine bestimmte Anzahl von Plätzen reserviert und teilweise sogar Lehrgänge ausschließlich für sie durchgeführt.

Ab 1952 Schulbetrieb in Innsbruck-Reichenau.
Die Baracken in „Judenstein“ werden immer baufälliger, daher ein Neubau der Schule angestrebt. In Innsbruck-Reichenau wird ein geeignetes Gelände gefunden und 1950 mit dem Bau begonnen. 1952 kann der provisorische Schulbetrieb aufgenommen werden, am 18. April 1953 erfolgt die offizielle Eröffnung der Landes-Feuerwehrschule Tirol. Für den Bau verantwortlich zeichnen Landesfeuerwehrkommandant Ing. Otto Knitel (1945-1953) und Landesfeuerwehrinspektor Hofrat Dipl.-Ing. Anton Huter. Die Baukosten in Höhe von S 3,880.000 werden aus der Feuerschutzsteuer mit S 3,390.000, aus der Bedarfszuweisung der Tiroler Landesregierung mit S 300.000 und aus einer „Holzaktion“ der Tiroler Feuerwehren im Wert von S 190.000 beglichen.

Nun kann ein reichhaltiges Ausbildungsprogramm entwickelt und angeboten werden 24 :

Grundlehrgang,
Gruppenkommandantenlehrgang,
Kommandantenlehrgang,
Maschinistenlehrgang,
Atemschutzlehrgang,
Funklehrgang,
Feuerbeschaulehrgang,
Gerätewartlehrgang,
Lehrgang für Katastrophenhilfe,
Strahlenschutzlehrgang,
Lehrgang für Tanklöschfahrzeuge,
Sanitätslehrgang,
Kraftfahrerlehrgang.

Von 1945 bis 1978 absolvieren 18.342 Feuerwehrmitglieder die Lehrgänge. Der Andrang wird immer stärker und der Wunsch nach einer besseren Ausbildung größer. Die viel schwieriger werdenden technischen Einsätze erfordern ein umfangreicheres Wissen. Das Raumproblem ist aber prekär. 1972 bildet Landesfeuerwehrkommandant Kommerzialrat Karl Glas (1968-1973) einen Ausschuss zur Ausarbeitung von Lösungsvorschlägen und trägt diese Landesrat Dipl. Ing. Dr. Alois Partl vor. Die Landesbaudirektion übernimmt die Planung.

1974-2001
Nach Klärung der Standortfrage wird entschieden, einen Neubau an der bestehenden Stelle des Werkstättengebäudes zu errichten. Im Keller sollen Schlauchpflege, Atemschutzübungsgang, Kompressorraum und dergleichen, im Parterre Garagen, Werkstätten und ein zentrales Katastrophenlager, im ersten Stock Büroräume, Sitzungszimmer und ein Lehrsaal eingerichtet werden und ein auch zur Ausbildung verwendbarer Schlauchturm soll die Anlage ergänzen.
Landesfeuerwehrkommandant Hermann Partl (1973-1993) und Landesfeuerwehrinspektor Dipl.-Ing. Karl Bair sind die „Motoren“ bei der Verwirklichung des Bauvorhabens. Landeshauptmann Ökonomierat Eduard Wallnöfer nimmt am 26. April 1975 den Spatenstich vor und am 14. September 1979 wird der Neubau übergeben und gleichzeitig das 50-Jahre-Jubiläum der Landes-Feuerwehrschule gefeiert.
Der Bau bietet neben dem Ausbildungsbetrieb folgende Arbeitsmöglichkeiten: In der Werkstätte, mit Hebebühne und Kran ausgestattet, können alle Fahrzeuge und Maschinen der Schule und des Verbandes gewartet und gepflegt werden, für den Funkeinbau steht ein eigener Raum zur Verfügung, der Pumpenprüfstand ermöglicht die Kontrolle aller Einbau- und Tragkraftpumpen nach den neuen ÖNORMEN (hier werden alle in Tirol angekauften Fahrzeuge und Tragkraftspritzen einer Abnahmekontrolle unterzogen), die Atemschutzzentrale dient als Wartungs- und Reparaturwerkstätte für alle Atemschutzgeräte im Land, eine Atemschutzübungsstrecke bietet neue Ausbildungsmöglichkeiten, ein Brandversuchsraum dient „heißen Übungen“. Der Landes-Feuerwehrverband und das Landes-Feuerwehrinspektorat sind ebenfalls hier untergebracht.
Das Bauvolumen beträgt 9.883 m³ und die Gesamtnutzfläche 2.086 m². Die Finanzierung der Kosten in Höhe von 25 Millionen Schilling erfolgt durch den Landes-Feuerwehrfonds (10,7 Millionen), den ordentlichen Landeshaushalt (7,3 Millionen) und ein von der Tiroler Landes-Brandschadenversicherungsanstalt zu einem besonders günstigen Zinssatz gewährtes Darlehen (sieben Millionen – Tilgung und Zinsen trägt ebenfalls der ordentliche Haushalt des Landes).
Besitzer der Schule ist der Landes-Feuerwehrverband, die Leitung obliegt dem Landesfeuerwehrkommandanten, die behördliche Aufsicht dem Landesfeuerwehrinspektor.

Informations- und Sonderlehrgänge ergänzen das bestehende Ausbildungsprogramm, die Anforderungen an die Ausbildung der Feuerwehrmänner steigt weiterhin an. Schließlich nehmen rund 5.000 Personen an ungefähr 200 Veranstaltungen teil (neben Feuerwehrmitgliedern auch Angehörige des Bundesheeres und von Betrieben). Die Landesfeuerwehrschule am Standort Innsbruck-Reichenau entspricht nach 20 Jahren wegen Platzmangel, veralteten Lehrsälen, fehlendem Platz für praktische Übungen, zu geringen Parkflächen, Beschwerden der Anrainer usw. in keiner Weise mehr den Anforderungen. Die Feuerwehrverantwortlichen unter der Führung von Landesfeuerwehrkommandant Reinhold Greuter (1993-2003), Landes-Feuerwehrinspektor Ing. Wilhelm Gruber und Schulleiter Dipl.-Ing. Alfons Gruber suchen gemeinsam mit den politischen Amtsträgern nach Lösungsmöglichkeiten.

2001 – Neue Schule in Telfs – Schritt ins 21. Jahrhundert
Durch die Initiative des für das Feuerwehrwesen zuständigen Refereten in der Tiroler Landesregierung, Landesrat Konrad Streiter, selbst Feuerwehrmann und ehemaliger Bürgermeister, werden Landesregierung und Landtag von der Notwendigkeit der Neuerrichtung einer Feuerwehrausbildungsstätte überzeugt. Der Telfser Bürgermeister Helmut Kopp kann ein entsprechendes Gelände (12,8 ha), eine aufgelassene Schottergrube an der Bundesstraße Richtung Mieminger Plateau, für den Neubau dem Land zum Kauf anbieten. 1996 genehmigt der Landtag den Grundkauf. Aus einem EU-weit ausgeschriebenen Architektenwettbewerb wird das Projekt des Architektenteams Heinz – Mathoi – Streli ausgewählt.
Nach dem einstimmigen Beschluss des Tiroler Landtages am 12. März 1998 ist der Weg für dieses Projekt mit veranschlagten Kosten von 230 Millionen Schilling frei. Die Finanzierung erfolgt je zur Hälfte durch das Land Tirol und durch den Landes-Feuerwehrverband. Landeshauptmann Wendelin Weingartner nimmt am 19. Februar 1999 den Spatenstich vor. Am 4. April 2000 erfolgt die Firstfeier und am 19. Mai 2001 die Eröffnung der neuen Schule.
Diese schafft auf einer bebauten Fläche von 8.334 m² die Voraussetzung für eine zeitgemäße Ausbildung der Tiroler Feuerwehrmänner. Die Anlage besteht aus dem Verwaltungstrakt mit modernen Büros und Lehrsälen, Küche mit Speisesaal, dem Internatstrakt mit 25 Zweibettzimmern, Brandhaus, Übungs-Tunnel und –Halle; Atemschutz-, Schulungs- und Werkstattbereich, Kfz-Werkstätte und der Garagentrakt vervollständigen die Infrastruktur.

 

Vorarlberg (25)

Anfänge
Die Verbandsleitung legt 1893 neue „Signale“ fest. In der Folge werden an verschiedenen Orten die Signalschulungen durchgeführt.
Der erste Fachlehrgang zur Handhabung der verschiedenen Leitern ist am 27. April 1902 mit 48 Teilnehmern belegt. Am Wiederholungslehrgang 1903 in Bludenz nehmen 70 Feuerwehrmänner teil.

Zwischenkriegszeit
In den zwanziger und dreißiger Jahren werden abwechselnd in Bludenz, Feldkirch, Rankweil, Hohenems und Bregenz Brandmeisterlehrgänge abgehalten.
Von 1932 bis 1934 werden 68 Maschinisten und 218 Feuerwehrmänner in sieben Lehrgängen ausgebildet.

NS-Zeit
Das Land Vorarlberg verliert die Selbständigkeit. Für die Ausbildung der Vorarlberger Feuerwehrmänner ist die neu eingerichtete „Feuerwehrschule des Reichsgaues Tirol-Vorarlberg“ in Innsbruck, später Obergurgl, zuständig.
Durch die eingesetzten Unterkreis- und Kreisführer erfolgt die Um- und Einschulung auf die kleinste taktische Einheit, „die Gruppe 1:8 Mann“.

1945
Vorarlberg wird wieder selbständiges Bundesland.

1946-1947
Die provisorische Verbandsleitung beauftragt BFI Karl Ratt die Lehrgangstätigkeit neu zu organisieren. Im Mai 1946 werden im Feuerwehrgerätehaus Bludenz die ersten Maschinistenlehrgänge mit 63 Teilnehmern durchgeführt.
Als Lehr- und Speisesaal dient eine kleine Glashalle in der Brauereigaststätte „Fohrenburg“, Frau Ratt sorgt unter schwersten Bedingungen für die Verpflegung, zum Schlafen werden Luftschutzbetten mit Strohsäcken im Dachraum des Feuerwehrgerätehauses aufgestellt, die Teilnehmer bringen die Bettwäsche selber mit. Das Bezirks-Ernährungsamt Bludenz stellt pro Lehrgang 10 kg Fleisch, 7,5 kg Nährmittel, 10 Dosen Sardinen, 2 kg Kaffee-Ersatz, 2,5 kg Zucker und 100 kg Kartoffel für die Küche zur Verfügung und jeder Teilnehmer muss von seiner Lebensmittelkarte Abschnitte für 1 kg Brot, 100 g Fleisch, 100 g Nährmittel und 60 g Fett und wer über keine Lebensmittelkarte verfügt, Kartoffel und nach Möglichkeit Mehl und Eier, mitbringen.
Das Singen der Lehrgangsteilnehmer in Marschformation, wenn sie zum Mittagessen vom Gerätehaus zum Gasthof „Fohrenburg“ und zurück marschieren, gefällt den Franzosen nicht und muss eingestellt werden.

1948
Die französische Besatzungsmacht beansprucht die Räumlichkeiten im Bludenzer Feuerwehrgerätehaus, die 150 angemeldeten Lehrgangsteilnehmer können daher nicht einberufen werden.

1949
Die Lehrgangstätigkeit wird mit zwei Maschinisten-, drei Gruppenkommandanten- und mit dem ersten Kommandantenlehrgang wieder aufgenommen.

1953
Nach Abzug der französichen Soldaten wird in Bludenz der Raum über der Fahrzeughalle zu einem Schulungs- und Speiseraum umgebaut und eine kleine Küche eingerichtet. Die Nächtigung erfolgt nun in Privathäusern.
Ein Feuerbeschaulehrgang wird von der Brandverhütungsstelle durchgeführt.

Einführung weiterer Lehrgänge:
1956 - Atemschutz- und Funklehrgang,
1958 - Lehrgang für Leiter- und Fußdienst,
1960 – Grundlehrgang.

1962 – 1964
In den angemieteten Räumen des Feuerwehrgerätehauses Bludenz werden Umbauten vorgenommen, sowie ein Speisesaal für 80 Personen und eine leistungsfähige Küche mit der entsprechenden Infrastruktur unter unentgeltlicher Mithilfe vieler Freiwilliger neu errichtet.
Am 16. März 1964 übergibt LFI Josef Mitterempergher den Um- und Neubau und stellt mit Freude fest, dass nun Vorarlberg auch eine eigene LFS habe und bezeichnet BFI Karl Ratt als geistigen Vater der neuen Ausbildungsstätte.
In diesem Jahr wird der Erste-Hilfe-Lehrgang eingeführt.

Rapider Anstieg der Lehrgänge und Lehrgangsteilnehmer
Sind 1967 zwölf Lehrgänge mit 281 Teilnehmern registriert, zählt man 1979 bereits 34 Lehrgänge und 1.200 Teilnehmer.

Von 1967 bis 1979 kommen weitere Lehrgangsarten dazu: z. B.: Lehrgang für technische Hilfeleistung, Ölunfälle, Bewerter, Fortbildung für Dienstgrade, Wartung der Atemschutzgeräte, Strahlenschutz I und II, Verkehrsregler, FLA Gold, Schriftführer, Fortbildung für Funk, Betriebsfeuerwehrkommandanten, Fortbildung Strahlenmessen, Lawineneinsatz, Maschinisten für TLF, Einsatzleiter, Atemschutz mit Sauerstoffgeräten, Erstellung von Alarm- und Einsatzplänen, Feuerwehrgeräte, Gefährliche Stoffe, Fortbildung für Sauerstoffgeräte.

1979 - 1985
Im Jahr 1979 endet die Ausbildungstätigkeit in der Alpenstadt Bludenz und ein provisorischer Schulbetrieb wird am Standort des LFV Vorarlberg in Feldkirch, Fidelisstraße 2, aufgenommen. In einem angemieteten Saal der Stadt Feldkirch findet der theoretische Unterricht statt, die praktische Ausbildung erfolgt auf dem Sportplatz Oberau, genächtigt wird in der Jugendherberge Gisingen, gegessen im Hotel „Bären“.

Mit viel Improvisationsgeschick werden von 1980 bis 1983 im Jahresschnitt in 30 Lehrgängen 1.100 Feuerwehrleute geschult. 1984 werden nur noch sechs und 1985 vier Lehrgänge durchgeführt, da das Ausbildungspersonal im Zuge des Schul-Neubaues sehr beansprucht ist.

In dieser Zeit werden für Hubschrauber-Helfer, Zugskommandanten und zur Vorbereitung für das Funkleistungsabzeichen in Bronze neue Lehrgänge eingeführt.

1985 – Feuerwehrschule in Feldkirch
Mit der Inbetriebnahme der neuen LFS (Einweihung und Übergabe am 22. Juni 1985) in Feldkirch, Florianistraße 1, beginnt eine neue Epoche für die Ausbildung der Vorarlberger Feuerwehren. Schulleiter Ing. Reinhard Amann zeichnet für das Ausbildungsprogramm verantwortlich.

Weitere Lehrgänge werden eingeführt für: Betriebsbrandschutz II, Funk-Bewerter, Atemschutz-Fortbildung, Atemschutz-Lotsen, Gasmeß, Kranführer, Grundausbildung und Atemschutz für den ABC-Zug des Bundesheeres, Rettungsgeräte und Körperschutz, hydraulische Rettungsgeräte, Gruppenkommandanten-Fortbildung, Gefährliche Stoffe II, Vorbereitung für Funkleistungsbewerb in Silber und Gold, Kompressoren, Strahlenschutzlehrgang III, Heuwehr.
Die neue Atemschutzübungsstrecke wird von Vorarlberger und Liechtensteiner Feuerwehren an verschiedenen Abenden zur Ausbildung genutzt.

Von 1985 bis 1991 liegt der Jahresschnitt von Feuerwehr- und Sonderlehrgängen bei 100 und die Teilnehmerzahl über 2.300, und das bei einem Aktivstand von 6.032 Mitgliedern.

1996
Mit der Eröffnung der Rettungs- und Feuerwehrleitstelle in der Landesfeuerwehrschule wird am 13. Oktober ein Meilenstein im Hilfs- und Rettungswesen für Vorarlberg gesetzt. Ab diesem Zeitpunkt können alle Hilfs- und Rettungsorganisationen wie Feuerwehr, Rettung, Bergrettung, Wasserrettung und Behörden zentral von einer Stelle aus alarmiert werden. Ein neues organisationsübergreifendes Funknetz auf Bündelfunkbasis ermöglicht die landesweite Kommunikation zwischen den Organisationen.

Erstmals werden an der Landesfeuerwehrschule weibliche Kameradinnen im Grundlehrgang ausgebildet.

1997
Die Ausbildungs- und Übungsmöglichkeiten an der Landesfeuerwehrschule werden mit dem Bau eines Brandübungsplatzes und einer Gasübungsanlage wesentlich erweitert und ermöglichen eine praxisnahe Ausbildung in der Löschtechnik und Löschtaktik.

1998
Dank der großzügigen Unterstützung durch die Vorarlberger Kraftwerke können die Übungsanlagen durch einen Trafomast mit einer 30-kV-Freileitung ergänzt werden.

1999
Mit der Einführung der Lehrgänge „Ausbildungsbeauftragter“ und „Feuerwehrausbilder“ werden die Grundvoraussetzungen für die „Neue Grundausbildung innerhalb der örtlichen Feuerwehr“ geschaffen.

Der ursprünglich nur teilweise unterkellerte Verwaltungstrakt wird nun voll unterkellert. Mit einem außen angebauten Lift wird die Nutzung der alten und neuen Kellerräume für schwere Lasten und des provisorisch eingerichteten Seminarraumes im Obergeschoss möglich.

2000
Nach der Umsetzung der Grundausbildung in der Feuerwehr wird der Grundlehrgang in der Landesfeuerwehrschule dem neuen Ausbildungskonzept und den geänderten Anforderungen an die Feuerwehrmitglieder angepasst. Der Grundlehrgang umfasst jetzt sämtliche Themenbereiche in Theorie und Praxis, mit welchen der Feuerwehrmann bzw. die Feuerwehrfrau im Einsatz konfrontiert werden kann.

Abkürzungen:

BD Branddirektor

BFI Bezirksfeuerwehrinspektor

CTIF Comité Technique International de prévention et d`extinction du Feu – Internationales Technisches Komitee für vorbeugenden Brandschutz und Feuerlöschwesen

FF Freiwillige Feuerwehr

FLA Feuerwehrleistungsabzeichen

FuB Feuerlösch- und Bergedienst

HTL Höhere Technische Lehranstalt

LBD Landesbranddirektor

LFI Landesfeuerwehrinspektor

LFK Landesfeuerwehrkommando

LFKdt. Landesfeuerwehrkommandant

LFKdt. Stv. Landesfeuerwehrkommandant-Stellvertreter

LFR Landesfeuerwehrrat

LFS Landesfeuerwehrschule

LFV Landesfeuerwehrverband

NÖ Niederösterreich

NS Nationalsozialistisch

NSDAP Nationalsozialistische Deutsche Arbeiterpartei

OFK Ortsfeuerwehrkommandant

ÖBB Österreichische Bundesbahn

ÖBFV Österreichischer Bundesfeuerwehrverband

OÖ Oberösterreich

TLF Tanklöschfahrzeug

 

____________________________________________________

  1. BR Adolf Schinnerl, Adnet, Konsulent des Landesfeuerwehrverbandes Salzburg und Leiter des ÖBFV-Sachgebietes 1.5 Feuerwehrgeschichte und Dokumentation.
  2. Günter Treffer, Das große Steirische Feuerwehrbuch, Verlag Christian Brandstätter, Wien-München, 1984, S. 106-109.
  3. Markus Strobl, „Gott zur Ehr, INNSBRUCK zu Wehr, Diplomarbeit, Innsbruck, 1999.
  4. Carl Weiser, „Die deutsche Feuerwehr. Handbuch für das gesammte Feuerlöschwesen.“, Mainz, 1855; Originalreprint mit biographischen Ergänzungen von Hans-Peter Plattner, SRW Feuerwehrverlag, Marburg, 2000.
  5. Joachim Rössl, Günter Schneider, Hans Schneider, Peter Zawrel, Das große Niederösterreichische Feuerwehrbuch, Verlag Christian Brandstätter, Wien-München, 1986.
    OBR Dr. Hans Schneider, „100 Jahre Österreichischer Bundesfeuerwehrverband“, „brand aus“ 3/1989.
    Jörg Würzelberger, „Feuerwehrausbildung in Niederösterreich“, Tagungsband der Internationalen Arbeitsgemeinschaft für Feuerwehr- und Brandschutzgeschichte im CTIF, Eisenstadt, 1997.
  6. Roman Felsner, Dem Nächsten zur Wehr, Verlag Artis Media, Graz, 1994,
    und Tagungsband der Internationalen Arbeitsgemeinschaft für Feuerwehr- und Brandschutzgeschichte im CTIF, Eisenstadt, 1997.
  7. Manfred Muhr, Ing. Harald Ribitsch, Adolf Schinnerl, „100 Jahre Salzburger Landesfeuerwehrverband“, LFV Salzburg, 1981.
  8. Dr. Peter Krajasich, „Die Anfänge der Ausbildung der freiwilligen Feuerwehren in Westungarn“ (heute Burgenland), Tagungsband der Internationalen Arbeitsgemeinschaft für Feuerwehr- und Brandschutzgeschichte im CTIF, Eisenstadt, 1997.
  9. Das große Steirische Feuerwehrbuch, S.139.
  10. OBR Dr. Hans Schneider, „100 Jahre Österreichischer Bundesfeuerwehrverband“, „brand aus“ 3/1989.
  11. Mittheilungen auf dem Gebiet des Feuerlöschwesens, Organ des Feuerwehr-Landes-Centralverbandes für Böhmen, geleitet und verlegt von Karl Staudt, Prag/Josefstadt, Jahrgang 1892, Nr. 1, 9, 16, 18 und 20.
  12. Adolf Schinnerl, Salzburger Feuerwehrschule, LFV Salzburg, 1999, S. 13.
  13. OBR Ing. Hubert Schaumberger, in Grundlehrgang zur Feuerwehrgeschichte nach Vorschlag des ÖBFV, 6. Archivarlehrgang in der OÖ LFS, 2000.
  14. Tagungsbericht der Landesfeuerwehrkommandanten und Berufsbranddirektoren Österreich 19.-21. November 1945, Zusammenstellung von LFI Oberst a. D. Oswald, Prack, Landesfeuerwehrkommando Salzburg.
  15. Adolf Schinnerl, Salzburger Feuerwehrschule, LFV Salzburg, 1999, S.41, 54.
  16. Dr. Peter Krajasich, Die Burgenländischen Feuerwehren, Gründung und Entwicklung im westpannonischen Raum, in Ausstellungskatalog Die Feuerwehren in West-Pannonien 1888-1923, deutsch und ungarisch, Eisenstadt, 1988.
    Manfred Seidl, Die Landesfeuerwehrschule – Ausbildungs- und Bildungsstätte, in Die Freiwilligen Feuerwehren des Burgenlandes, Eisenstadt, 1983.
    Dr. Peter Krajasich, Die Anfänge der Ausbildung der freiwilligen Feuerwehren in Westungarn (heute Burgenland), im V. Tagungsband der Internationalen Arbeitsgemeinschaft für Feuerwehr- und Brandschutzgeschichte im CTIF, Eisenstadt, 1997.
    Josef Bader, in FEUERwehr gestern und heute, Eisenstadt, 1998.
  17. Roman Felsner, Dem Nächsten zur Wehr, Verlag Artis Media, Graz, 1994,und V. Tagungsband der Internationalen Arbeitsgemeinschaft für Feuerwehr- und Brandschutzgeschichte im CTIF, Eisenstadt, 1997.
  18. Aus den Jahresberichten des Landesfeuerwehrverbandes Kärnten.
  19. Dr. Hans Schneider, „Bis zum ersten Lehrgang 1933 – ein weiter Weg“, „brand aus“ 5 – 1983, S. 161 ff.
    Joachim Rössl, Günter Schneider, Hans Schneider, Peter Zawrel, Das große Niederösterreichische Feuerwehrbuch, Verlag Christian Brandstätter, Wien-München, 1986.
    Jörg Würzelberger, V. Tagungsband der Internationalen Arbeitsgemeinschaft für Feuerwehr- und Brandschutzgeschichte im CTIF, Eisenstadt, 1997.
  20. OBR Ing. Hubert Schaumberger, in Grundlehrgang zur Feuerwehrgeschichte nach Vorschlag des ÖBFV, 6. Archivarlehrgang in der OÖ LFS, 2000.
  21. Adolf Schinnerl, Salzburger Feuerwehrschule, LFV Salzburg, Salzburg,1999.
  22. Günter Treffer, Das große Steirische Feuerwehrbuch, Verlag Christian Brandstätter, Wien-München, 1984.
  23. Hermann Partl „Die Ausbildung und Schulung der Feuerwehren Tirols“ in „Ein Jahrhundert Tiroler Feuerwehren“, Innsbruck, 1973;
    Eduard Neumayer, 50 Jahre Landes-Feuerwehrschule Tirol, 1929-1979.
    HBI Manfred Liebentritt, Landes-Feuerwehrverband Tirol, Schulneubau, 2001.
  24. Stand im Jahr 1973.
  25. Erwin Wiederin in „Die Österreichische Feuerwehr“, Ausgabe 2, 3 und 4/1997.
    Schriftliche Ergänzungen von Ing. Reinhard Amann, Schulleiter, 2001.

 

Ablage unter: Ausbildung und Feuerwehrschulen

Handbuch zur Feuerwehrgeschichte - Ausgabe: Oktober 2004/2

Ablage unter: Einführung i. d. Fw-Geschichte
Handbuch zur Feuerwehrgeschichte Ausgabe: Mai 2000