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BM Bures und die ASFINAG-Vorstandsdirektoren DI Schedl und Dr. Schierhackl mit den Vertretern der Einsatzorganisationen und einem Modell der Rettungsgasse

Präsident Buchta bei der Beantwortung von Fragen von Seiten der Journalisten ©ÖBFV/Pamela Hniliczka

Ab 1.1.2012 Pflicht - bei Stau Rettungsgasse bilden!!

"Bei Stau ... Rettungsgasse" - Pressekonferenz zur Einführung der Rettungsgasse ab 1.1.2012


Am Montag, 07.11.2011 präsentierten Bundesministerin Doris Bures und die ASFINAG-Vorstände DI Alois Schedl und Dr. Klaus Schierhackl gemeinsam mit Vertreter der Einsatzorganisationen die Details zur Einführung der Rettungsgasse.

Anliegen der Feuerwehren umgesetzt
Vor rund 5 Jahren wurde verstärkt durch die Feuerwehren und andere Rettungsorganisationen für die Einführung, der in den Nachbarländern bewährten Rettungsgasse erstmals geworben. Nach vielen Gesprächen setzte Bundesministerin Doris Bures vor ca. 3 Jahren eine Expertengruppe ein, dabei wurden die Feuerwehren von Branddirektor DI Dr. Hillinger, Branddirektor DI Greßlehner und Branddirektor DI Ortler vertreten. Entsprechend der Gesprächsergebnisse und dem Vorschlag für die Gesetzesänderung konnte der entsprechende Beschluss durch die Regierung gesetzt werden. Präsident Buchta bedankte sich bei Bundesministerin Bures für die Durchsetzung dieses Anliegens und betonte, "dass, die Einführung der Rettungsgasse nur ein Erfolg sein kann!"

„Wer schnell hilft, hilft doppelt.
Für Rettung, Feuerwehr und Polizei zählt im Ernstfall jede Sekunde“, sagte Verkehrsministerin Doris Bures. „Die Rettungsgasse soll die Helferinnen und Helfer bei ihrer Arbeit unterstützen. Das Gesetz ist ein zentraler Schritt für eine schnellere Versorgung von Verletzten. Denn bis dato waren die Einsatzkräfte in ihrem Rennen gegen die Zeit oft behindert, weil die Pannenstreifen bei Staus blockiert waren oder von anderen Verkehrsteilnehmern missbräuchlich als Ausweichroute verwendet wurden.“

ASFINAG-Vorstandsdirektor DI Alois Schedl zeigte ein aktuelles Beispiel der Vorwoche auf, wo es zu einem schweren Verkehrsunfall auf der Tangente in Wien gekommen ist. Dabei mussten sich die Einsatzkräfte der Feuerwehr langwierig durch die stauende Menge nach vorne bewegen. Dies kostete rund 10 min. - 10 min welche mit der Rettungsgasse verkürzt werden können! "Daher ist es uns auch von Seiten der ASFINAG ein besonderes Anliegen dass wir mit der Werbe- und Aufklärungskampagne zur Einführung der Rettungsgasse etwas für die Bewusstseinbildung der Menschen auf Österreichs Straßen beitragen", so DI Schedl.

Wie funktioniert die Rettungsgasse?
Kommt es auf Autobahnen oder Schnellstraßen bzw. Autostraßen zu stockendem Verkehr oder Stau, sind alle Verkehrsteilnehmer verpflichtet, eine Rettungsgasse zu bilden. Auf zweispurigen Fahrbahnen ordnen sich alle Fahrzeuge auf der linken Spur parallel zum Straßenverlauf am linken Fahrbahnrand ein, alle anderen weichen so weit wie möglich an den rechten Rand aus, auch auf den Pannenstreifen. Dasselbe System gilt auf drei- oder mehrspurigen Fahrbahnen. Alle Fahrzeuge auf der äußersten linken Spur fahren so weit wie möglich nach links. Alle anderen Spuren fahren so weit wie möglich nach rechts.
So entsteht die sogenannte Rettungsgasse, die ausschließlich von Einsatzfahrzeugen (Polizei, Feuerwehr und Rettung), Fahrzeugen des Straßendienstes oder vom Pannendienst befahren werden darf.

Nicht erst beim Unfall - sondern bereits bei Staubildung ist die Rettungsgasse zu bilden!!!
ACHTUNG: Die Bildung einer Rettungsgasse ist nicht nur dann notwendig, wenn ein Unfall als Ursache der Verzögerung auftritt. Auch die freie Durchfahrt von Einsatzfahrzeugen zu anderen Einsatzorten oder Krankenhäusern muss gewährleistet werden. UND: Auch wenn vorausfahrende Verkehrsteilnehmer noch keine Rettungsgasse gebildet haben, ist mit der Bildung einer Rettungsgasse zu beginnen.

ASFINAG-Vorstandsdirektor Dr. Klaus Schierhackl ergänzte die Ausführungen und bedankte sich für das Bemühen aller Partner und den Journalisten, die für die notwendige und umfassende Berichterstattung in den nächsten Monaten notwendig seinen. Es soll jedem bewusst werden, dass Er oder Sie die Verpflichtung haben die Rettungsgasse zu bilden. Wenn es Deutsche, Tschechen, Schweizer und Slowenen schaffen eine Rettungsgasse zu bilden, dann schaffen wir Österreicher das auch!"

Weitere Informationen
Zusätzlich zu den Erklärungen wurden das erste Schulungsvideo zur Bildung der Rettungsgasse vorgezeigt. Diese findet man auch unter: http://www.youtube.com/user/rettungsgasse und www.rettungsgasse.com

Danach führten die Vertreter der Einsatzorganisationen die Vorteile der Rettungsgasse aus ihrer Sicht aus, dabei erläuterte Präsident Buchta, wie viele Feuerwehren in Österreich für Autobahnen und Schnellstraßen zuständig seien und wie wichtig es ist rascher an den Einsatzort zu kommen. Er betonte auch, "dass es notwendig sei so rasch und effizient wie möglich zu helfen und natürlich auch die Aufräumungsarbeiten zu gestalten, damit ein fließender Verkehr gegeben ist.
"Herr und Frau Österreicher müssen sich Gedanken machen, was es heißt wenn die Einsatzkräfte früher am Ort des Geschehens sein können. Vor allem weil es jeden von uns treffen kann!"

Per 7.11. startet also die PR-Kampagne mit vermehrter Berichterstattung und Bewusstseinsbildung. Ab Dezember werden ein TV-Spot, Radio-Spot, Informationsfolder an den Tankstellen und Vignettenverkaufsstellen, Plakate an den Autobahnen, u.v.m. für die Bekanntmachung der Rettungsgasse verwendet.

Alle Informationen und Antworten auf häufig gestellte Fragen (FAQs) und die Übungsvideos finden sich ab sofort auf: www.rettungsgasse.com

Für die Feuerwehren stehen zusätzliche Informationen in unserem Downloadbereich zur Verfügung.

Text: Hniliczka / ÖBFV